Aufsatz 
Über die Radioaktivität einiger Süßwasser-, Mineral- und Thermal-Quellen des Taunus
Entstehung
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VII

Beispielsweise konnten die beiden Experimente, welche über den Einfluss der Versuchs- temperatur auf die Gröſsen A entscheiden sollten(vergl. S. XIII), nicht aneinander ange- schlossen werden, so daſs zwischen sie ein Zeitraum von über zu liegen kam, Infolge dessen mulste das eine Resultat unter Benutzung des pereits bekannten Apfallsfaktors der Quelle auf die Versuchszeit des anderen Resultats reduziert werden.

Charakter der Aktivität.

Nachdem die mehrfach relativ hochgradige Aktivität einiger Süſsquellen festgestellt war, sollte ermittelt werden, von welchem der aktiven Elemente Radium, Thor usw. sie herrührt. Als diese Frage im Herbste vorigen Jahres an mich herantrat, waren mir die neuesten physikalischen Reaktionen auf diesem Gebiete noch nicht bekannt. Später, wenn ich nicht irre im November, wurde ich durch Herrn Prof. G. Siebert¹) darauf auf- merksam, hatte nun aber weder die nötigen Apparate noch die zu ihrer Anwendung nötige Zeit. Die in der hier angedeuteten Richtung vorgenommenen Untersuchungen bedürfen daher noch der Ergünzung. Hoffentlich kann ich dem Mangel in dem begonnenen

Jahre abhelfen.

Wie die Sachen damals(im Herbste vorigen Jahres) lagen, schien mir zunächst nur der von Elster und Geitel²) mit Erfolg beschrittene Weg, die Prüfung der Sedimente, offen zu stehen. Nun aber fanden sich von den untersuchten Quellen keine Sedimente: gleichwohl prüfte ich den Sand zweier derselben, der Quelle II und der später zu erwähnenden Kessel- bachquelle, während der Bodengrund der übrigen nicht zugänglich war.

Am 26. Oktober ergab die Luftprobe: Luftaktivität= 6 Volt. 74 g des am 3. Oktober der Quelle II entnommenen Sandes ergaben in der Stunde 10,4 Volt Abfall. Nach Abzug der Luftaktivität betrug also der Potentialapfall in der Stunde nur 4.4 Volt Dem entsprach auch das Resultat einer Radiumprobe, die schon 3 Wochen vorher ausgeführt worden war.

Am 5. Oktober waren 1325 g des Sandes in einen 140 Liter fassenden Emanationsbehälter

gebracht worden, um einen 35 cm langen, an dem Deckel des Gefälses hängenden Bleidraht zu aktivieren ³). Zwei Tage später wurde der Bleidraht 2 Stunden lang auf einer negativen Spannung von ca. 3000 Volt erhalten und dann mittelst des Elektroskops in der Metallglocke auf etwaige Aktivität geprüft; es trat kein von der Luftaktivität verschiedener Abfall ein. Der Sand gibt also keine Emanation ab. Ein ähnliches Resultat lieferte der Sand der Kesselbachquelle.

Auf einen neuen Weg, der indes schon vor den letzt peschriebenen Experimenten beschritten wurde, als die Sedimentenprobe für Quelle IV sich als unmöglich erwiesen hatte. weisen die Ergebnisse der Luft- und Dampfmethode hin(vgl. S. VI).

Bei dem Auskochen wird das Entaktivieren durch die das Wasser durchstreichenden Dampfblasen ebenso bewirkt, wie durch die Luftblasen der Luftmethode. Die Wärme ersetet nur die mechanische Kraft der Luftpumpe. Das läisst vermuten, daſs die Aktivität in den Sülswasserquellen ganz(oder grolsen Teiles) in Form von Emanation vorhanden ist, die von der Luft oder dem Dampfe mitgerissen wird. Dann aber muls die so aktivierte Luft auch Emanation abgeben, also imstande sein, einen Bleidraht zu aktivieren. Von den verschiedenen Versuchen, die zur Prüfung dieser Schluſsfolgerung unternommen wurden, will ich hier den letzten am 5. Januar l. J. durchgeführten beschreiben.

¹) Die Radioaktivität von Frederick Soddy übersetzt von Prof. G. Siebert. S. 150. ²) Elster und Geitel, s. o. S. 198. 3) Vergl. Elster und Geitel, o. S. 199.