V
Es fragt sich zunächst, ob man berechtigt ist, die Grölsen A„Aktivität der Quellen- zu nennen? Bleibt in der Versuchsflüssigkeit ein Rest, der dann auch noch bei verschiedenen Quellen verschieden sein könnte, so kann man höchstens von einer„Abgabefähigkeit der Quellen für Aktivität- reden; ursprünglich war das meine Ansicht und ich wollte die Grölsen A „latente Aktivität“ nennen. Als ich dann durch einen Aufsatz von Curie und Laborde ¹) auf das Auskochen von Mineralquellen aufmerksam geworden war. das von den genannten Forschern zur Untersuchung der in diesen Quellen enthaltenen Gasen vorgenommen worden war, schien mir eine Ubertragung des Verfuhrens auf Sülſsquellen zur Entscheidung der Frage geeignet.
Am 2. Nov. v. J. wurde daher der Quelle IV um 7 15 Vm. das nötige Wasserquantum entnommen; 600 cmꝰ desselben wurden in eine Kochflasche von 1000 cmꝰ Inhalt gebracht. Die Kochflasche wurde in dem oben beschriebenen geschlossenen Luftkreise an Stelle der Wulfschen Flasche gesetzt und an die Trockenröhren durch einen Liebigschen Kühler angeschlossen. Nachdem die Luftpumpe in Tätigkeit gesetzt war, mischte sich die Luft des Kreises mit den beim Kochen des Wassers entstehenden Dämpfen, von welchen sie in dem Kühler grölstenteils und in den Trockenröhren gänzlich befreit wurde. Das Ergepnis zeigt
die folgende Tabelle:
Zeit der Beobachtung Ausschlag Potential Apfall Vm. 9 4 40 30,6 219 10 05 29 210,6 8,4 Beginn des Siedens.
20 25,5 193,3 17,3
35 20,5 167,1 26,2
50 15 135,8 31,3
3 11,9 116,.7— Neuladung 11 ½ 00 ¹ 29.7 214 05 27,9 205,4 27,7
20 21,1 170,3 35,3
35 15,3 137,5 32,8
4 13,6 127,1— Neuladung 40 30 215,5— 50 25,6 193,9 32
12 h 05 18,9 157,5 36,4
. 1 9 13.,2 124,6 32,9
Neuladung 20 30,3 217
35 23,6 182,6 34,4
50 17,6 149,9 32,7
Vom Beginn des Versuches an bis zum Eintritt des Kochens nach 25 Minuten ist der
Abfall gering, steigt dann aber rasch an und wird eine Stunde später ziemlich konstant. Die von 11 15 05 an noch auftretenden Schwankungen sind wohl dem Umstande zuzuschreiben. dals ein ganz gleichmälsiges Sieden nicht zu bewerkstelligen war. Rechnet man die Versuchs- stunde der Reihe nach von 11 h 05, 11 h 20, 1 1 35 und 11 5 50 an, so erhält man die vier Potentialabfälle 136,5, 134, 1, 135,7, 136,4, im Mittel 135.7. Hierzu kommt der durch die beiden Neuladungen entstehende Verlust von 1— 1.,9 Volt. Der desamtabfall ist daher 137.6 Volt. Die Luftaktivität war vor dem Hauptexperimente zu 5 Volt ermittelt worden. Hiernach beträgt der beobachtete Abfall: 132.6 Volt. Am 28. Oktober war(vergl. Tabelle Seite IV) für dieselbe Quelle mittels durchgeblasener Luft gefunden worden: Axk= 130,9, ein Wert, der von dem obigen um 1,7 Volt differiert. Die beiden
¹) Curie und Laborde, Compt. rend. 1904, 138.


