Aufsatz 
Über den Einfluss der Temperatur auf die galvanischen Elemente / von August Schmidt
Entstehung
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einer Reihe von Experimenten durch Kapillarröhren ersetzte. Thatsächlich zeigten sich dabei in mehreren Fällen Verschiedenheiten zwischen den mit und ohne Membran erhaltenen elektro- motorischen Kräften.

Seine Ergebnisse bestätigen in qualitativer Hinsicht diejenigen Wilds; als neue können angeführt werden: Bei der Berührung eines Sulfats mit einem Chlorid wird das erstere der thermoelektrische positive Pol.

Für die Elektrolyse scheint eine Konzentration zu existieren, bei welcher die Proportionalität der thermoelektrischen Kraft mit der Temperaturdifferenz streng erfüllt ist.

Eine Vergleichung der Resultate Doules mit denen der vorher angeführten Forscher in quantitativer Hinsicht ist kaum durchführbar, da bei allen die Konzentrationsverhältnisse der angewandten Lösungen fast durchweg verschieden sind. Dasselbe gilt von den Ergebnissen Meyers, dessen Versuche wir Seite 11 bereits besprochen haben. Die Frage nach den thermoelektrischen Konstanten sich berührender Elektrolyte harrt daher mmer noch ihrer endgiltigen Lösung. Diese Lösung könnte aufserordentlich beschleunigt werden, wenn verschiedene Forscher, denen die dazu nôtigen vollkommenen Meſsinstrumenten zu Gebote stehen, das Versuchsfeld nach verschiedenen Methoden, aber unter sonst gleichen ver- einbarten Bedingungen bearbeiten würden.

Aufser der ED der in einer Kette vorkommenden Elektromotorenpaare hat jeden- falls auch das etwa vorhandene Diaphragma einen Einflufs auf die EK des Elementes.

Nach den Untersuchungen Quinikes, Zöllners, Hagas, Clarks, Dorns u. a. ¹) ent- stehen beim Durchströmen von Flüssigkeiten durch Diaphragmen überhaupt durch Kapillarröhren elektromotorische Kräfte, welche die sogenanntenStrömungsströme erzeugen. Audererseits veranlalst nach den Arbeiten von Reuss, Porret, G. Wiedemann, Freund u. a. ²) ein elektrischer Strom, welcher von einer Flüssigkeit durch ein Diaphragma zu einer anderen geht, ein Überführen der einen zur anderen, die sogenannteelektrische Endosmose. Nach dem vorangegangenen ist aber die Folge der elektrischen Endosmose eine elektrische Differenz. In jedem geschlossenen galvanischen Elemente mit einem Diaphragma kann demgemälſs neben der von den elektrischen Differenzen der Elektromotorenpaare herrührenden E K eine solche durch elektrische Endosmose entstehen, welche dann die erstere beeinflussen mülfste. Unsersuchungen darüber, ob diese zweite Art der EK innerhalb eines geschlossenen galvanischen Elementes merklich genug ist, um die erste nachweislich zu peeinflussen, habe ich nicht gefunden. Ebenso- wenig habe ich Arbeiten angetroffen, welche sich mit dem Einfluſs der Temperatur auf die Strömungsströme befassen.

In der nicht geschlossenen, offenen galvanischen Kette ist der Einfluſs des Diaphragmas auf die EK in einigen Fällen als recht merklich nachgewiesen. Als Donle bei seinen Seite 13 beschriebenen Versuchen mehrere Male den Membran aus Pergamentpapier beseitigte und die Verbindung der Flüssigkeiten durch Kapillarröhrchen herstellte, fand er, wie schon erwähnt, des öfteren die EK der Kette bei der ersten Anordnung verschieden von der EK bei der zweiten Anordnung. Dagegen wurde der Temperaturkoeffizient durch jene Anderung nicht merklich beeinflulst. Zu dem gleichen Resultate kam auch Meyer.

1) Vergleiche hierüber: Wiedemann, Lehrbuch der Elektrizität 2, S. 153 165. 2) Wiedemann, Lehrbuch der Elektrizität 2, S. 165 195.