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— sehr kleinen— positiven Temperaturkoeffizienten fand, während derselbe nach Meyer bald positiv, bald negativ ist, erklärt sich nach den Versuchen des letzteren einfach daraus, dals Gockel mit sehr verdünnter Zn SO.-Lösung(8%) arbeitete.
Zu einer befriedigenden Beantwortung der Frage nach dem Zusammenhange des Temperatur- koeffizienten der beiden Daniell'schen Elementen mit den Einzelkoeffizienten ihrer Elektro- motorenpaare ist Meyer nicht gekommen: diese Frage ist bis zu dem heutigen Tage eine offene.
Bei ihren Untersuchungen über die thermische Veränderlichkeit der EK der galvanischen Ketten gingen Gockel und Meyer auf die Abhängigkeit der EK der Flüssigkeiten gegen Flüssigkeiten von der Temperatur zurück. Wie wir in einem Falle(Seite 11) angedeutet haben, hatten sie auf diesem Gebiete einen sehr tüchtigen Vorarbeiter an Wild.¹) Seine Versuchs- anordnung war die folgende: In den Boden eines gefirniſsten Holzgefälses mündeten zwei Glas- röhren, die sich von dem Boden weg nach unten erstreckten und deren untere Enden durch gleichartige Metallkapseln geschlossen waren, die durch Drähte mit zwei Quecksilbernäpfchen in Verbindung standen. Sollte beispielsweise H. SO, CusO«d geprüft werden, so wurde in beide Röhren, die nun Kupferkapseln trugen, Cu SO4-Lösung gegossen. so dass sie in der einen Röhre beträchtlich höher stand als in der anderen. Über beide ganz gleichartige Lösungen wurden nun zwei ebensolche Lösungen von H S0, so geschichtet, dals H. SO. und Cu S0 spiegelnde Trennungsschichten bildeten und die erste Flüssigkeit auch noch einen Teil des Kästchens füllte. In je eine Trennungsschicht tauchte die Kugel eines Thermometers; die höhere Schicht war von einer Messingkapsel umgeben, deren Ränder durch übergeschobene Kautschuckröhrenstücke luft- dicht an die Glaswand schlossen. Die Messingkapsel besals ein Zu- und ein Apflulsrohr, ver- möge welcher sie von Wasserdampf durchströmt werden konnte, der die Glaswand und damit die Trennungsschicht erwärmte. Die beiden Kupferkapseln salsen in Wassergefälsen, welche sie auf der Zimmertemperatur hielten.
Zur Bestimmung der EK einer so hergestellten Thermokette von Elektrolyten schaltete er in den Kreis dieser Kette einen Multiplikator von groſsem Widerstande und eine Melsthermo- kette von Kupfer-Neusilber und brachte dann die Nadel durch Veränderung der Temperatur an der Hydrokette und an der Meſskette zur Einstellung auf Null oder auf den dem ursprünglich etwa vorhandenen Hydrostrom entsprechenden Teilstrich. Unter der Annahme, dals die elektro- motorischen Kräfte beider Ketten den Temperaturdifferenzen der Berührungsstellen proportional sind, verhalten sich diese elektromotorischen Kräfte bei beiderseitig gleicher Temperaturdifferenz umgekehrt, wie die in dem Augenblicke der Kompensation beobachteten Unterschiede in den Temperaturen der Grenzstellen beider Ketten. Als Einheit der E K fungierte die EK des Kupfer- Neusilberelements, welche Wild zu
0,00112 Daniell[H, S0 5% 1(= 0,00111. 1,168 Volt(Kittler-Beetz)= 0,00129 Volt) bestimmte.
Seine wichtigsten Resultate sind:
Die thermoelektromotorische Kraft— TEK— der Plektrolyte ist, wie die der Metalle, annähernd proportional der Temperaturdifferenz der Berührungsstellen.
Die TEK der Salzlösungen wächst im allgemeinen mit abnehmender Konzentration einer derselben,
¹) Wild, Pogg. Ann. 103, S. 353, 1858.


