Aufsatz 
Über den Einfluss der Temperatur auf die galvanischen Elemente / von August Schmidt
Entstehung
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Die Untersuchungen des Engländers Preece unterscheiden sich von denen sämtlicher schon erwähnter Forscher zunächst dadurch, dafs sie sich auf Ketten in der Form beziehen, wie sie in der Praxis benutzt werden: die Flüssigkeiten befanden sich in demselben Gefälse und waren durch Thonzellen getrennt. Daran knüpft sich ein weiterer Unterschied. Die Erwärmung ge- schah im Wasserbade, die äulfsere Flüssigkeit eilt daher hinsichtlich der Temperatur der inneren voraus, die beiden Elektromotorenpaare zeigten Temperaturunterschiede, die bis auf 13 an- wuchsen. Ohne Zweifel wurden daher die in den verschiedenen Experimenten beobachteten elektrischen Kräfte von durch jene Temperaturdifferenzen entstehenden elektrischen Thermo- differenzen beeinflulst. Dem entspricht es, wenn die vorliegenden Resultate von denen der früheren Experimentatoren nicht unwesentlich abweichen. Lindig fand keine wesentliche Ver- änderung der EK der Kette[2n, Zn S0 Cu SO., Cu] mit der Temperatur; nach Bleckrode und Voller aber ist eine stetige Abnahme jener Gröfse mit wachsender Temperatur zu erwarten (Seite 3 Zeile 22 v. o., Seite 4 Zeile 10 v. o.), während Preece ein Minimum bei 300 circ. findet. Um so beachtenswerter ist es, dafs dieses letzte Ergebnis mit dem Resultate eines späteren Forschers(Seite 11 Zeile 6 v. u.), der beide Flüssigkeiten durch Pergamentpapier trennt, wenigstens qualitativ übereinstimmt. Unter allen Umständen ist es ein Verdienst des englischen Experimentators, mit Nachdruck auf die Veränderlichkeit der sogenannten Konstanten der galvanischen Ketten mit dem Wärmezustande derselben hingewiesen und damit auf die Ge- fahren aufmerksam gemacht zu haben, welche der Genauigkeit der Messungen, die konstante Elemente verlangen, aus Temperaturveränderungen erwachsen können.

In demselben Jahre untersuchte sein Landsmann Alder Wrighti) die Kette Clarks [Pt Hg, 2n S0,+ Hg. SO. Zn], die vielfach als Normalelement benutzt wird, auf ihre Abhängig- keit von der Temperatur innerhalb des Intervalls 15+ 12 und fand geringe Schwankungen der EK, die sich aus der Formel e= 1,457[1(t 15,5) 0,000411] berechnen lassen.

In neuerer Zeit hat die Frage nach dem Einflusse der Temperatur auf die EK der gal- vanischen Elemente ein erhöhtes Interesse gewonnen. Aus dem Satze von der Erhaltung der Kraft hatten v. Helmholtz 1847 und Thomson 1851 den Schluſs gezogen, dals die Strom- arbeit unpolarisierbarer galvanischer Elemente den Veränderungen der chemischen Spannkraft innerhalb derselben äquivalent sei. Auch stellten Joule*), Favre³) und Thomson) die Gültigkeit dieses Satzes für mehrere Elemente, namentlich auch für das Daniell'sche [2n,. Zn S0 Cu S0 Cu] experimentell fest; so kam es, dals derselbe verallgemeinert und als gültig für alle Elemente angesehen wurde. Als beispielsweise einige Versuche Favres einen Widerspruch mit dieser Verallgemeinerung ergaben, hielt sie J. F. Weberè) dieses Wider- spruchs wegen für widerlegt. Doch fehlte es auch nicht an vereinzelten Einwendungen, so von Boschao), Raoult:) und Edlunds), die freilich wenig beachtet wurden. Aber diese Sachlage

¹) Alder Wright, Philos. Magazin, Serie V, Vol. 16, pag. 25, 1883.

2) Joule, Philos. Mag. 19, S. 274.

3) Favre, Ann. de chim. et de phys. 40, S. 293, 1854.

4) Thomson, Wied. Ann. 11, S. 246, 1880.

5) J. P. Weber, Absolute calor. und electromagn. Messungen. Zürich 1877, S. 49.

6) Boscha, Pogg. Ann. 103, S§. 487, 1858.

7) Raoult, Ann. de chim. et de phys. 2, S. 317, 1864; 4, S. 411, 1865.

8) Edlund, Pogg. Ann. 159, S. 420, 1869.