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Organiſation des Gymnaſiums zu Düſſeldorf berufen wurde und dieſelbe befriedigend aus⸗ führte, daß es damals überall nicht viel beſſer geweſen ſein mochte.
III. Das Pädagogium(1817— 44).
Nachdem das Herzogthum Naſſau auf dem Wiener Cougreß ſeine bis 1866 dauernde Geſtalt bekommen und der Herzog Wilhelm von Naſſau⸗Weilburg nach dem Ausſterben der Uſingiſchen Linie 1816 das ganze Land in Beſitz genommen hatte, ordnete er für das aus ſo vielen Theilen zuſammengeſetzte Land eine einheitliche Organiſation aller Verhältniſſe an, welche auch 1817 das geſammte Schulweſen traf. Sämmtliche höhere Unterrichts⸗Anſtalten des Landes wurden aufgehoben, dafür das ſog. Landesgymnaſium zu Weilburg mit 4 Claſſen für alle Confeſſionen und 4 Progymnaſien oder Pädagogien, welche für das Gymnaſium oder das bürgerliche Leben vorbereiten ſollten, zu Wiesbaden mit Lehrern jeder Confeſſion, in Dillenburg mit reformirten, in Idſtein mit lutheriſchen, in Hadamar mit katholiſchen Lehrern errichtet 2*). Zugleich wurde aus ſämmtlichen vorhandenen Fonds und Stiftungen des Landes, welche für den Unterricht dienten, der ſog. Centralſtudienfond gegründet, dem auch der hieſige Jeſuitenfond einverleibt wurde, und aus welchem die Bedürfniſſe für das höhere Schulweſen beſtritten werden ſollten. Nach 165jährigem Beſtand war ſomit das Gymnaſium ein Progymnaſium geworden, das unter ſeinem erſten Rector, dem noch in un⸗ geſchwächter Achtung ſtehenden Profeſſor Frorath(† 1839) in verhältnißmäßiger Blüte ſtand und in dem vom Centralſtudienfond gemietheten mittleren Theil des Fürſtenſchloſſes bequemere Räume für den Unterricht fand, nachdem das alte Schulgebäude wegen angeblicher Baufälligkeit 1823 verkauft worden war. Dem Rector Frorath folgte Rector Muth vom Pädagogium zu Wiesbaden; dieſem bei ſeiner Verſetzung als Profeſſor an das Gymnaſium zu Weilburg 1843 der dortige Profeſſor Kreizner.
IV. Das neue Gymnaſium. Seit 1844.
Durch das Edict des Herzogs Adolph vom 22. Juni 1844, welches eine neue Organi⸗ ſation des höheren Schulweſens anordnete, wurde das Pädagogium zu Hadamar zu einem achtklaſſigen Gymnaſium mit vorzugsweiſe katholiſchen Lehrern erklärt, und mit Zufügung der beiden nächſten Claſſen(IV und III) der Unterricht ſchon am 12. Juni ²2²) wegen der Eile in einfacher Feier mit 9 Lehrern und 117 Schülern begonnen. Die Direction war dem ſeitherigen Rector und Profeſſor Kreizner übertragen worden, der mit hingebender, unerſchütterlicher Pflicht⸗ treue und beſtem Erfolge die neue Anſtalt einrichtete und bis zu ſeinem Tod(1857) leitete. Er ſteht bei ſeinen Schülern noch in dauernder Verehrung. Schon im Herbſt des Eröffnungs⸗ jahres erhielt das Gymnaſium einen Zuwachs von 41 Schülern und ſchloß das erſte Schuljahr mit 148. Die Secunda trat 1845, die Prima mit zweijährigem Curſus 1846 hinzu; und 1848
21) Verordnungsblatt f. d. Herzogth. Naſſau, 1817, No. 5, worin das vielgenannte Naſſauiſche Schuledict enthalten iſt, das in ſeinem Geſammtorganismus das Meiſterwerk des um das Schulweſen hochverdienten Oberſchul⸗ raths K. L. G. Schellenberg iſt, der auch die Geſchichte des Naſſauiſchen Schulweſens in den„Freimüthigen Jahr⸗ büchern der allgem. deutſchen Volksſchulen, Darmſt. 1819, 1. Bd., ausführlich entwickelte.
22) Der Anachronismus erklärt ſich dadurch, daß unmittelbar nach Genehmigung der Geſetzesvorlage„die Erweiterung der Gelehrtenſchulen betreffend“, durch die Stände die Eröffnung des Gymnaſiums noch vor Promul⸗ gation des Geſetzes von der Regierung befohlen wurde.


