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klärungen, soweit ich dieselben einsehen konnte, äussern sich entweder zu unserer Stelle nicht oder weisen einfach auf das Prototyp derselben(Hom. II. 1, 529) hin. Die Quelle dieser sonderbaren Erklärung, aus der ein Salbenhändler unserer Tage die wirksamste Anpreisung seiner Haarsalbe hernehmen könnte, ist der Commentar des Servius. Bei ihm heisst es nämlich: ambrosiae comae] aut unguento deorum oblitae, hoc est ambrosia, aut certe abusive dixit: divinae comae, woraus zu erkennen ist, wie er zu der Erklärung kam; er glaubte wegen des folgenden divinum bei odorem nicht auch das vorausgehende ambrosiae in dieser Bedeutung fassen zu dürfen und machte darum lieber aus der ambrosia ein unguentum deorum. Diese seine Erklärung ist in die Ausgaben übergegangen, und so hat denn auch Heyne-Wagner: ambrosias comas, ambrosia-deorum hoc unguentum est-delibutas ab Homero habet Il. α, 528. Das Richtige, wenn auch nicht gerade in sehr richtigem Latein, hat schon vor nahezu fünfzig Jahren Gossrau in seiner Ausgabe(1846): ambrosia omnia sunt deorum, ita et comae, vestes, ut Hom. II. V, 338 ambrosios peplos. Hoffent- lich wird diese famose Haarsalbe aus unseren Ausgaben bald verschwinden.
Ich schliesse die Besprechung einiger prosaischen Stellen an, die mir ebenfalls einer genügenderen Erklärung oder einer Verbesserung bedürftig zu sein scheinen. Zur letzteren Art gehört die Stelle Plato apol. 34 D(c. 23)«æꝰ vdo ονντο ατd τ⅔ τον ν οον,°dd Syd αe ϑeρυ˙ε νς αά—ω⁶ erε Tõqvxa, a²³d&E Arοανν ν‿. 2. Hier gehen die Erklärer teils leicht über die Stelle weg, als ob alles in bester Ordnung wäre, teils geben sie Erklärungen, die mir gezwungen erscheinen. Cron meint, roöro τ⁴ roν Ourov kündige den folgenden Satz an, der als erklärende Apposition dazu erscheine, und übersetzt: Da gilt ja ebenfalls der Ausspruch des Homer, indem er auf Theätet 183 E verweist, wo 10 1ν Ouνοον als Accusativ der Beziehung erscheint: Maeo- 1uενεσ ϑε μmĩzw civsrat, r τοσν ννον, dolo 6 ⁴μι deeg ze, also: nach dem Aus- spruche des Homer. Aehnlich Göbel, der die Stelle auch in den Neuen Jahrb. für Philol. 1882 Bd. 125 S§. 749 behandelt hat; er schliesst die Worte roöro τς τ τι uνοον in Kommata ein, sieht sie als freistehenden adverbialen Accussativ an, wie z. B. 10 Aeyo,1*νον, und übersetzt: eben nach den Worten des Homer, um mich just dieser Worte Homer's zu be- dienen, gerade wie H. sagt. Bertram setzt hinter Oujoov einen Punkt, ergünzt also soνιν und übersetzt: denn dies ist eben das, was H. sagt, auf mich passt vollständig das Wort Homer'’s. Ich muss gestehen, dass mich keine dieser Erklärungen befriedigt, mir vielmehr die Verbindung der Sätze auch bei ihnen hart und gezwungen erscheint. Die adverbiale Bedeutung der Worte oĩro ro τ τον uνοον ist schwer verständlich, wie das schon der Um- stand beweist, dass erst Cron und Göbel darauf gekommen sind; und zwischen dem 10 1ν O u*ο im Theätet, das unmittelbar die Dichterworte einführt, und unserem r αr τοοτσο τ⁶ 1ν Ouijoov, das von denselben weit getrennt ist, ist doch ein grosser Unterschied; ergänzt man aber hinter Ouujoov das Zeitwort swrir, dann sehe ich einmal nicht ein, was i beim Prädikat thun soll, und dann müsste vor oud“&εν doch wohl noch«ai stehen. Meines Erachtens beruht die ganze Schwierig- keit in einer Verderbnis des vat am Anfange der Stelle, das durch Verwechslung mit der fast gleichen Abkürzung aus ærd entstanden ist. Setzt man letzteres ein und schreibt:«æra ydo 1 αάτ 10ντο τ⁶ το Oν ουν dν εyα d dοσνν νςν αe(⁶ αιτονε sgvuxa, dann sind alle Schwierigkeiten gehoben und die Stelle heisst dann: denn nach dem eben dies(rouc drνιρυινονςα dmνπάς dον⁵⁸⁵ oud dν mπέ‿ιμτm—π†ςσυανκρνα½) besagenden bekannten Worte des Homer stamme auch ich nicht u. s. w.
Eine recht sonderbare Erklärung findet bei den Herausgebern die Stelle des Demosthenes Phil. I, 40: 0u⁴ενσςο dmοseimνιεεασσε, Go/ εο ο?᷑ Sαςοαενοι πυακuοναm, odro rro⁴εμενν ᷣdννινη. xal


