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deutung der durch die Löschung erzielten Härte geradezu in die Bedeutung Schneide über- zugehen. Es scheint das aber nicht bloss so, sondern es bezeichnet wirklich die α] die Schärfe und Widerstandsfähigkeit der beiden Schwerter. Ebenso gebraucht den Ausdruck schon Theophrast. hist. plant. 5, 3, 3, wo er von der Härte gewisser Hölzer spricht: Gυέκμον ς Ʒτι μαà oOHƷ³ dues τ σ⁴⁶νινιστννντꝙνα˙ο 5αάσρνν μάν⁸εσι υd μνν ϑονπωανη, die Werkzeuge erhitzen sich am harten oder vielmehr zähen Holze und werden stumpf, verlieren die Schneide. Was geht nun daraus hervor? Ich meine, dass jedenfalls der αρα etwas anderes zu Grunde gelegen haben muss, als was P. durch seinen Versuch festgestellt hat. Oder wie wäre es möglich, dass man gerade die Schärfe und Schneide mit Sβαφασꝶ bezeichnen könnte, wenn nicht eben gerade sie an der Erzielung dieser Eigenschaft besonders die Ursache wäre?
Ja aber Plinius spricht nur von tenuiora ferramenta, bei denen man so das Oelbad an- gewendet habe. Sollte dasselbe denn aber die Wirkung, die es bei kleineren Eisen- und Stahl- werkzeugen hat, bei grösseren und stärkeren ganz versagen? Und die Werkzeuge, mit denen man härtere und zähere Hölzer bearbeitete, waren doch wohl Sägen, Aexte, Beile, Hobel u. s. w., und wenn Theophrast deren Schneide Sαꝓν nennt, so geht für mich daraus hervor, dass man bei den besseren Werkzeugen dieser Art ebenfalls die Behandlung mit dem Oelbade anwendete, wenn aber bei diesen, dann gewiss auch, wie es auch schon der Ausdruck bei Plutarch erweist, bei den vor- züglicheren sonstigen Schneid- und Hiebwerkzeugen, bei Messern, Dolchen und Schwertern, und Sophokles, der Sohn des αeααοοσπσε, kannte aus Beobachtung das Verfahren sicher ganz gut. Ich sage, bei den besseren und vorzüglichen derartigen Werkzeugen; denn es erfordert wohl nicht viel Scharfsinn, anzunehmen, dass die Herstellungsarbeit eine sehr sorgfältige, viel Zeit und Mühe in Anspruch nehmende gewesen sei, so dass bei der Herstellung von Dutzendwaren von ihr natürlich keine Rede sein konnte. Warum sind denn die ächten Damascenerklingen heute noch so teuer?
Was ist nun also die απσS06§tgentlich, und worin bestand das bei ihr angewendete Verfahren? Dass die Hauptsache dabei das Oelbad ist, muss nach den überlieferten Zeugnissen unbedingt an- genommen werden, wenn ihm auch P. noch so sehr aus dem Wege zu gehen sucht, nachdem er gefunden, dass glühendes Eisen im Oelbad hart wird. Direktor L. Bellermann von Berlin giebt in der von ihm bearbeiteten 4. Auflage der Wolff'’schen Ajasausgabe dafür folgende Erklärung: „Glühender Stahl wird durch Eintauchen stets härter, das ist unwiderleglich, anders aber ist es bei mässig erwärmtem Stahl. Das sogenannte Anlassen ist das Mittel, den zu spröden(7εοαιασνκα) Stahl zu erweichen, und das Anlassen besteht in(meist wiederholt angewandtem) mässigem Erhitzen und Eintauchen. Das ganze Verfahren des Anlassens wird vom Dichter durch Sαάαραρ† bezeichnet, weil das Eintauchen ein wesentlicher und unentbehrlicher Teil desselben ist.“ Und Paehler ver- hält sich in der Nachschrift zu seiner Abhandlung(Neue Jahrb. 1887 Bd. 135 8. 186) nicht ab- lehnend gegenüber dieser Auffassung der Sαασ, zieht vielmehr daraus für den Fall ihrer Richtigkeit wichtige Schlüsse für die Bedeutung des Homerischen zoyos. Muss man dieser Auffassung Beller- mann's beipflichten— und sie ist ja seither bei mehr oder weniger klarem Verständnisse der Sache die allgemeine gewesen— so bleibt nur zu bedauern, dass er sich mit ihr nicht voll und ganz an Wolff angeschlossen hat; er hätte bei ihm wie zum Teil auch schon bei seinen Vorgängern noch zwei Umstände gefunden, die bei dem ganzen Verfahren nicht von untergeordneter, sondern sehr wahrscheinlich geradezu von Ausschlag gebender Bedeutung sind, einmal das bereits betonte und von den Gewährsmännern verbürgte Oelbad und dann dazu noch den Zusatz: in siedendem Oel. Betrachten wir uns nämlich die Wirkungen dieser beiden Umstände auf die unter ihrer An-


