Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier
Entstehung
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den letzten Platz war der geräumige Saal von fröhlichen Gästen gefüllt; auch den ältern der jetzigen Schüler war Gelegenheit gegeben, sich an diesem für sie anscheinend hervorragend interessanten Teile des Festes zu beteiligen. Der Ausschuss der früheren Schüler, dessen verständnisinniger Fürsorge dieser Teil des Festes sein Dasein und seine Ausgestaltung verdankte, begrüsste die Gäste durch seinen Vorsitzenden, Herrn Ed. Schäfer, der dann das Präsidium der bewährten Kraft des Herrn H. Weymar übertrug. Nachdem das Eingangslied»Sind wir vereint zur guten Stunde« verklungen war, brachte dieser in zündenden Worten den Trinkspruch auf Se. Majestät den Kaiser aus und jubelnd stimmte die Versammlung zu. Landtagsabgeordneter v. Christen-Werleshausen feierte dann in ausführlicher Rede die»Jubilarin«, indem er mit warmen Worten der Anerkennung die schwere und vielfach undankbare, aber doch heilsame Arbeit der Schule ins Licht stellte, und in einem launigen Festlied*) des Herrn Max Strack(Abiturient O. 1883) fand die Stimmung der Dankbarkeit einen humorvollen Ausklang. Direktor Schirmer, im Namen der»Jubilarin« dankend, lenkte die Aufmerksamkeit auf diejenige Stelle, von der doch schliesslich der Segen, den etwa die Schule gestiftet, ausgegangen sei, auf die städtischen Behörden und brachte diesen zum Ausdruck seiner UÜberzeugung. dass sie stets bereit sein würden, die Sache der Schule mit Weisheit und Wohlwollen zu vertreten, ein drei- faches Hoch. Herr Stadtrat E. A. Döhle hatte es übernommen, des Lehrerkollegiums zu gedenken. Dieses selber brachte durch den Mund seines Seniors Herrn Oberlehrers Dr. Pontani den alten Schülern seine Festtagswünsche dar. Endlich gedachte noch Herr Ed. Schäfer der früheren Lehrer der Anstalt, der bereits heimgegangenen, wie der in der Ferne lebenden, mit freundlichen Worten, und Herr Direktor Kiessler erwiderte sie mit einem Hoch auf die Stadt Eschwege und ihre Bewohner. Es würde zu weit führen und auch über das Vermõgen gehen, wollte Berichterstatter noch weiter erzählen von all den ernsten und heiteren Reden und Trinksprüchen, welche nun fast ohne Auf- hören festlich begeistertem Munde entströmten. Nur das soll noch hervorgehoben werden,

*) Dumm und arglos wird der Mensch geboren, Schifft der Jüngling dann mit tausend Masten

Weiss den Teufel von dem Abc,

Dann nimmt ihn der Lehrer bei den Ohren, Sorgenfreie gold'ne Zeit, ade!

Von des Lesens Kunst, vallralla,

Kriegt er nun'nen Dunst, vallralla,

Und vom Schreiben, ach Herr Jemine!

Als'ne gar beliebte Unterhaltung Werden die vier Spezies poussirt

Und zur weit'ren Geisteskraftentfaltung Wird das liebe Einmaleins traktiert; Und die Turnerei, vallralla,

Sorget, dass dabei, vallralla,

Man den täpp'schen Korpus kultiviert.

Die Historia erbaulich lehret,

Was schon früher Thörichtes geschah,

Und die vielen Kenntnisse vermehret Reichlich noch die Philologia,

Daraus man ersieht, vallralla,

Wie in Nord und Süd, vallralla,

Menschen schwatzen Unsinn, fern und nah.

In den Ozean, wie Schiller sagt,

Wird er von des Daseins Müh' und Lasten Lange nicht so fürchterlich geplagt,

Denn Philosophie, vallralla,

Lehrt ihn, wie man hie, vallralla,

»'S is mir allens Wurscht« im Leben sagt.

Darum heute zu der Schule Preise, Unser Festgesang gen Himmel steigt, Die uns treulich für des Leben Reise Einen rechten g'raden Pfad gezeigt. Auch für alle Not, vallralla,

Uns der Weisheit Brot, vallralla,

Mit freigebig milder Hand gereicht!

Heute steht die liebevolle Mutter

Festlich da geschmückt als Jubilar,

Reicht mit treuer Hand das Geistesfutter Ihren Söhnen jetzo fünfzig Jahr!

Hebt die Gläser hoch, vallralla,

Mög' sie länger noch, vallralla,

Wachsen, blühn, gedeihen immerdar.