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Friedrich-Wilhelms-Schule knüpfe, sich erfüllen. Auch die freundlichen Glückwünsche verwandter Anstalten, welche auch in zahlreichen Zuschriften und Adressen ihren Ausdruck gefunden hätten, würden dazu beitragen. Er bitte, dass die freundliche Gesinnung, deren die Schule heute so mannigfach versichert worden, ihr auch in Zukunft erhalten und bewahrt bleiben möge zu Nutz und Frommen derer, die sie besuchen.
Mit Choralgesang fand der Festakt bald nach 12 Uhr sein Ende.
Ein heiteres Mittagsmahl vereinigte dann zahlreiche Festgenossen, besonders die auswärtigen, im Saale von Ernst Holzapfel inheiterer Geselligkeit. Hierbei brachte Herr Provinzial-Schulrat Kannegiesser in warmen Worten einen Trinkspruch auf Se. Majestät den Kaiser aus. Direktor Schirmer feierte den Herrn Provinzial-Schulrat, indem er zugleich dem Bedauern Ausdruck gab, dass derselbe nicht einmal das Ende des Festes abwarten wolle und könne. Wesentlich trug zur Erhöhung der fröhlichen Feststimmung ein launiges Festgedicht bei, welches Herr Dr. Krüger als Festgruss seines Kollegen J. W. Merz aus Bockenheim mitgebracht hatte.“*) Unter lautem Jubel wurde sofort dem liebenswürdigen Sänger durch den Draht ein poetischer Dankesgruss übersandt.
Auch jetzt gestattete die Festordnung noch keine Ruhe. Für 4 Uhr war ein Schauturnen in der Turnhalle angesetzt, mit welchem sich die Vorführung von Turn- spielen auf der benachbarten Thorwiese verbinden sollte, um den Gästen auch in diesen Teil unsrer Erziehungsarbeit einen Einblick zu gewähren und womõglichin ihnen die Uberzeugung zu begründen, dass auch wir nur dann die Erziehung für eine abgerundete halten, wenn sie darauf gerichtet ist, dass eine»gesunde Seele im gesunden Leibe« wohne. Die unter Leitung des Turnlehrers Dr. Voigt vorgeführten turnerischen UÜbungen fanden denn auch den Beifall und die Anerkennung der zahlreich erschienenen Zuschauer, unter denen nunmehr auch die Frauen nicht fehlten. Herr Stadtrat Wagner gab dieser Anerkennung Nusdruck, indem er zugleich den Siegern im Wettturnen die ausgesetzten Preise verteilte. Ein erquickender Trunk, den»die Alten den Jungen« kredenzten, wurde von den Letzteren gern und dankbarst als Lohn ihrer Thaten entgegengenommen. Wegen der vorgerückten Zeit konnten aber leider die Turnspiele nicht mehr zur Entwicklung kommen.
Als Mittelpunkt der Geselligkeit des ganzen Festes war ein Festkommers ge- dacht, welcher Abends 8 Uhr die Gäste wieder bei E. Holzapfel froh vereinte. Bis auf
*) Ein selten Fest uns heut' vereint So mancher, der den Baculum Wie manchen trugen wir hinaus, Zu froher Tafelrunde— Geschwungen vom Katheder, Wie manchen sah'n wir scheiden— Und manches Auge feucht erscheint Liegt nun im Grabe still und stumm Ein treu Gedenken hier im Haus In dieser Weihestunde. Dnd führt nicht mehr die Feder; That jeder sich bereiten! Drum singen wir im trauten Kreis Diie Tinte ist versiegt im Fass, Uns trennt nicht Tod, nicht fernes In unsres heim'schen Sängers Weis', Versiegt ist auch das edle Nass, Land, Gedenkend alter Zeiten Das ihn zur That begeistert, Im Geist reicht jeder uns die Hand In Freuden und in Leiden. Wanm ihn der Geist bemeistert. Und schwört mit uns auf's Neue:
Es leb' die alte Treue!
Und mancher, der zu seiner Zeit Und nun den Spruch nach alter Art: Sich hier als Schüler drückte Wohl steh' das Hlaus gefirmet—
Und den des Lebens ernster Streit Das ja, wie's Reich der Kaiser wahrt, Uns lange schon entrückte, Ein echter Schirmer schirmet!
Der denkt wohl heut in seinem Glück Wo manche Esch' am Wege stund, Mit Wehmut noch an uns zurück Da halten fest wir an dem Bund— Und sagt: Euch mög es frommen! Am Bund des Idealen:
Mir ist es gut bekommen. Mit dem gesund Realen!


