—2 nachlässigen, ist soviel wie den Frühling aus dem Jahre nehmen«, das bestätigt Luther, wenn er ausruft:»Die Jugend versäumen, ist schlimmer als eine Jungfrau schänden.« Und wenn dieser das Schulmeisteramt ein ebenso köstliches Amt als das Predigeramt nennt, so rühmt jener: Jünglingen heilsames lehren, ist besser als Troja erobern.« So haben beide den Fürsten, dem Adel deutscher Nation und den Städten die Pflicht auferlegt, für die Jugend zu sorgen, denn»das Gedeihen einer Stadt besteht darin, dass sie vernünftige, ehrbare und wohlerzogene Bürger hat.« Ein halb Jahrhundert ist die Anstalt alt geworden; der Segen wird bleiben, die Früchte werden reifen. Namens des Kuratoriums, der Kirchengemeinde, der Diözese und im eigenen Namen bringe ich der Jubelanstalt Wunsch und Segen. Sie môge ferner blühen, fruchtbar und frisch sein.
Die Glückwünsche der städtischen Behörden brachte sodann der Bürgerausschuss- vorsteher Herr H. Weymar zum Ausdruck:
Von den städtischen Behörden ist mir als Mitglied derselben der ehrenvolle Auftrag geworden unseren Glückwünschen zu der heutigen Jubiläumsfeier unserer Friedrich-Wilhelms-Schule hier Ausdruck zu geben.
Wenn in der Zeit des 5oO-jährigen Bestehens der Schule als städtischer Anstalt die Behörden der Stadt Eschwege, in Rücksicht auf die wenig glückliche finanzielle Lage der Stadt, vielleicht nicht immer den freudigen Opfermut bekunden konnten, welcher für die Förderung und Entwickelung der Anstalt wohl wünschenswert ge- wesen, so sind die zeitigen Mitglieder der städtischen Behôörden sich doch bewusst, nach bestem Können und Ermessen die Anstalt, als ein für unsere Vaterstadt not- wendiges und nützliches Institut, stets gepflegt und gefördert zu haben.
Die städtischen Behrden erkennen mit den Bewohnern der Stadt, wie die Schule nicht nur eine Vorbereitung für das praktische Leben sein soll, sondern wie dieselbe vor allem auch die heranwachsende Jugend in religiéser und sittlicher Be- ziehung tüchtig machen soll für den Kampf mit den Widerwärtigkeiten und Unan- nehmlichkeiten des Lebens.
Môge die Friedrich-Wilhelms-Schule in dieser Beziehung wie seither auch ferner segenbringend wirken, mõöge sie blühen und gedeihen zum Heil und Segen unserer Vaterstadt und unserer engeren Heimat!
von Schulen, deren Zöglinge einflussreichen Lebensstellungen entgegenwachsen, durch persönliche Beteiligung am Gottesdienst und kirchlicher Gemeindepflege, wie an den Arbeiten werkthätiger Nächstenliebe ihrer christlichen Uberzeugung einen thatkräftigen Ausdruck geben.
Wird solche Mitarbeit an dèn kirchlichen Aufgaben unserer Zeit durch die Anforderungen, welche Ihr nächster Beruf an Ihre Zeit und Kräfte stellt, sehr erschwert, so wird sicherlich jedes Opfer an Zeit und Kraft, welches Ihnen Ihre Pflicht als Mitglied des Diözesansynodal-Vorstandes abverlangt, auch für Ihre eigentliche Berufs- arbeit nicht ohne heilsame Rückwirkung bleiben.
Sie blicken heute mit dem verehrten Lehrerkollegium der Friedrich-Wilhelms-Realschule auf mancherlei Beweise göttlichen Segens in der nun fünfzigjährigen Geschichte dieser Anstalt zurück.
Dass dieser Segen Gottes auch ferner mit Ihrer Arbeit sei und sich an dem Wachstum und ferneren Ge- deihen der Friedrich-Wilhelms-Realschule, an dem freudigen Zusammenwirken und innerlichen Zusammenstehen ihrer Lehrer, vor allem aber an bleibenden Früchten ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit bei vielen Schülern zum Besten unseres Volkes offenbare, das ist der Festtagswunsch, den ich der Friedrich-Wilhelms-Realschuce und dem Progymnasium in freudiger Teilnahme an der Jubiläumsfeier hiermit darbringe.
Lohr, General-Superintendent der reformierten Kirchengemeinschaft.


