Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier
Entstehung
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Dass diese Anstalt dies bis jetzt geleistet, das erkennt die Behörde, der die staatliche Aufsicht über sie anvertraut ist, gern und im vollen Umfange an, und ich bin beauftragt, diese Anerkennung dem gegenwärtigen Leiter und den Mitgliedern des Lehrerkollegiums bei dieser festlichen Gelegenheit auszusprechen.

Aber noch ein weiteres Zeichen der Anerkennung habe ich der Anstalt zu über- bringen. Es gilt zunächst dem Direktor und dem ersten ordentlichen Lehrer der Anstalt, in und mit ihnen aber der Anstalt selbst.

Auf den Antrag des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums hat der Herr Kultusminister die Gnade gehabt, Ihnen, hochgeehrter Herr Direktor, aus Anlass dieses Jubiläums den Titel als Professor zu verleihen. Ich ersuche Sie, das Patent entgegenzunehmen.

Ebenso hat Se. Exzellenz dem ersten ordentlichen Lehrer, Herrn Stendell, den Titel als Oberlehrer verliehen. Ich freue mich, Herr Oberlehrer Stendell, Ihnen hiermit die Urkunde Ihrer Ernennung überreichen zu können.

Ich schliesse mit dem Wunsche:

»Môge die Friedrich-Wilhelms-Schule zu Eschwege wachsen, blühen und ge- deihen, im neuen halben Jahrhundert wie im alten, zur Ehre Gottes, zum Heile der Jugend und zur Freude und zum Wohle dieser Stadt! Das walte Gott!«

Es folgte als Vertreter des Kuratoriums Herr Superintendent D. Hochhuth, der auch die Glückwünsche des Kirchenregimentes zu überbringen hatte.*) Der Gedankengang

seiner Ansprache(über Psalm H, 14 15) war etwa folgender:

Die gepflanzt sind in dem Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. »Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein.-

Ein Jubelfest ist ein dankendes und denkendes Stillstehen auf dem Wege, da man rück- wärts blickt und vorwärts schaut. War es vor 50 Jahren meinem Vater vorbehalten, Segen und Beistand für die junge Anstalt zu erflehen, so ist es mir, dem Sohne, heute gestattet, dankend zu bekennen, dass diese Schule, obgleich ein halbes Jahrhundert über dieselbe dahingezogen, jetzt noch blüht, fruchtbar und frisch ist, und dass ihr heute noch das zu gottesdienstlichem Gebrauche an Feier- und Festtagen gedichtete uralte Wort gilt.

Sie reicht in ihren ersten Anfängen in das Zeitalter der Reformation zurück;

reiht sich der alten berühmten Eschweger Gelehrtenschule an. Wie Melanch- thon, der grosse praeceptor Germaniae, das schöne Wort ausspricht:»Die Jugend ver-

Als Ausdruck derselben verlas Redner das folgende Schreiben: Cassel, den 25. September 18900.

Hochverehrter Herr Direktor! Nachdem mich bereits zweimal das von Ihnen so freundlich der Diözesansynode Eschwege gewährte Gastrecht an die Stätte Ihres Wirkens geführt hat, möchte ich an dem Tage, an welchem die Gedächtnisfeier der Friedrich-Wilhelms-Realschule die schönen Räume dieser Anstalt mit Gästen füllt, unter denen nicht fehlen, die aus der Ferne zu diesem frohen Gedenktage ihren Glückwunsch senden.

Zwei mir sehr nahestehende liebe Familienglieder haben der Realschule zu Eschwege als Lehrer und Schüler angehört und mich viel Gutes von dem Schulverband hören lassen, in welchem sie gelehrt und gelernt haben. Sie selbst aber, hochverehrter Herr Direktor, haben als Mitglied unserer ersten ordentlichen Gesamtsynode mit der sicheren Sachkenntnis des Schulmannes so wohlthätig und erfrischend in die wichtigen Gesangbuchsverhand- lungen eingegriffen, dass Sie sich bei dieser Gelegenheit durch rechtes Wort zur rechten Zeit bei allen denen, welche mit dem Volk fühlen und sein Bedürfnis für Haus und Familie zu beurteilen verstehen, lebhaften Dank erwarben. Leiter einer höheren Schule sind Sie von der Uberzeugung durchdrungen, dass die Schüler solcher Lehranstalten durch den Besuch derselben nicht nur für eine bürgerliche Lebensstellung, für Erwerb und Kunstbetrieb vorbereitet, sondern auch zur Mitarbeit an der inneren Hebung des Volkslebens befähigt werden sollen, das nur auf Grund des Wortes Gottes, insonderheit durch Aneignung der evangelischen Wahrheit recht gedeihen kann.

Es ist für das Kirchenregiment von unschätzbarem Wert, wenn gerade in unserer Zeit Leiter und Lehrer

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