Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier
Entstehung
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Realprogymnasium, Progymnasium, das sind die Bezeichnungen, welche wechselten, sich mit einander verbanden und sich gegenseitig verdrängten, bis endlich in diesem Jahre der Abschluss der gegenwärtigen Organisation in seiner Doppelgestalt als Progymnasium und Realprogymnasium erreicht wurde. Alle diese Anderungen haben doch nur Schritt gehalten mit denjenigen Wandlungen, welche die Auffassung von den Bildungsbedürfnissen unsrer Jugend besonders im Bürgerstande in der öffent- lichen Meinung durchgemacht hat; auch heute sind die Anschauungen auf diesem Gebiete noch keineswegs zu voller Klarheit gediehen. Wir erwarten diese Klärung erst von der Zukunft, und es wird im gegenwärtigen Augenblicke von mir gewiss nicht erwartet werden, dass ich Vermutungen, Wünsche, Hoffnungen oder Be- fürchtungen über das, was eine vielleicht nahe Zukunft bringen mag, äussere, so dankbar ich auch mit gewiss allen Gegenwärtigen dem Leiter der Anstalt bin für die eingehende Darstellung des Bildes, welches er von der etwa vorzunehmenden weiteren Gestaltung der Anstalt entworfen hat, eine Darstellung. welche sicherlich uns Allen von gröõsstem Interesse gewesen ist.

Wenn ich es demnach auch meinerseits mir wohl versagen kann, mit der dank- baren Anerkennung für das, was diese Anstalt bisher geleistet, einen Ausblick in die Zukunft zu verbinden, und wenn ich für diese Zukunft die Wünsche der Behrde, die ich zu vertreten die Ehre habe, und meinen eigenen Wunsch aussprechen soll: so lassen Sie mich diesen Ausblick und diese Wünsche an denjenigen Namen der An- stalt anknüpfen, der derselben bleiben soll, gleichviel welche Ziele sie jetzt oder in Zukunft verfolgen mag. Es ist ein Name, der ihr als eine hohe Ehre verliehen worden ist und welchem sie ihrerseits Ehre zu machen sich allezeit verpflichtet fühlen muss: Der Name Friedrich-Wilhelms-Schule!l Môge die Anstalt diesen Namen allezeit führen als eine teure Erinnerung an eine glorreiche Vergangenheit und als eine ernste Mahnung für Gegenwart und Zukunft!

Als eine teure Erinnerung! Dieser Name wurde der Anstalt verliehen in einer Zeit, als der erlauchte Träger desselben, Kronprinz Friedrich Wilhelm, noch im vollen Glanze seiner fürstlichen Erscheinung uns vor Augen stand, als unsere Ge- danken an die Zukunft unseres Vaterlandes noch unauflöslich mit seiner Heldengestalt verknüpft schienen, als alle Hoffnungen für Preussen und Deutschland noch auf seinem teuern Haupte ruhten. Was damals Gegenwart und Zukunftshoffnung war, ist jetzt Vergangenheit und doch ist Eins geblieben: unser Volk hat ihn besessen, es hat sich sonnen dürfen in dem Glanze, der von ihm ausstrahlte, und die Erinnerung daran ist ein Licht, welches uns leuchten wird, so lange es eine deutsche Geschichte gibt. Er war herrlich in den Tagen seiner Kraft: fürstliche Hoheit und echte Menschlichkeit waren in ihm gepaart. Der unerschrokene Kriegsheld und der sieg- gekrönte Feldherr, dessen eigenes Herz doch blutete unter den Wunden, die der Krieg Freund und Feind schlug, verband sich in ihm mit dem edlen Friedensfürsten, der der Pflege alles Guten, Schönen und Wahren, aller Förderung von Kunst und Wissenschaft, aller Förderung der Wohlfahrt seines Volkes lebte. Und wenn er

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