Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier
Entstehung
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Schulform gegeben, welche in der Mitte zwischen der gymnasialen und der rein rea- listischen stehend für beide Bildungswege planmässig vorbereiten will, im Realgym- nasium. Zwar zerschlug sich ein Plan dieser Art, wie er im Jahre 1875 lebhaft die Gemüter bewegte, aber aus der Welt wurde er damit nicht geschafft, ja er musste noch mehr Reiz gewinnen, als im Jahre 1882 die vollständige Umgestaltung der Lehrpläne eine erneute Prüfung nahe legte. Durch diese wurde auch den lateinlosen Realschulen, die früher in dieser Beziehung eine grössere Freiheit der Bewegung hatten, ein fester Plan vorgeschrieben und zur Bedingung ihrer ferneren Anerkennung gemacht. Dadurch wurde es unmöglich, die Kombination der Gymnasialklassen mit den Realklassen in der bisherigen Ausdehnung beizubehalten, und es war nun blos die Wahl, entweder beide Anstalten fast vollständig zu trennen oder aber eine ganz neue Organisation zu wählen, in welcher beide Anstalten in der bisherigen Verbindung verbleiben könnten. Dem ersten Gedanken war schon die Steigerung der Unterhaltungs- kosten, welche damit selbstverständlich gegeben war, hinderlich. Um so mehr empfahl sich der zweite Plan, welcher durch Vereinigung eines Realprogymnasiums mit dem Progym- nasium sich verwirklichen liess, besonders deshalb weil bei der zulässigen völligen Ver- einigung der drei unteren Gymnasial- und Realklassen eine solche Ersparnis an Lehrkräften sich ergab, dass damit die Ausgestaltung des Progymnasiums zu einem vollständigen und vollberechtigten Progymnasium, wie sie schon lange mit Recht gewünscht wurde, sich ermöglichen liess. Dass die hiermit sich ergebende wesentlichste Neuerung, die obligatorische Einführung des lateinischen Unterrichts, kein Bedenken haben könne, davon hielt sich die Schulverwaltung so sehr überzeugt, dass sie darin sogar eine dem Gemeinwohl wahrhaft förderliche Ausgestaltung der Realanstalt erblickte. So fand der Plan die Billigung der Behörden, und so ist er Ostern dieses Jahres zu Durchführung gelangt.

Aber gerade das, von dem man sich so viel versprach, die Einführung des Lateinischen ist sofort wieder der Ausgangspunkt der bittersten Klagen geworden, und laut und lauter erschallt wieder der Ruf, dass man den lateinischen Unterricht nicht haben wolle. So sehr ich hierbei bedauere, dass man der neuen Einrichtung nicht einmal ein Jahr Gelegenheit geben will sich zu bewähren, dass man vielfach von ganz persönlichen und zwar einseitig zurechtgelegten Verhältnissen ausgeht, dass man damit zu einer Zeit vorgeht, wo die grössten Entscheidungen über diese Fragen vom Unterrichtsminister selbst in Aussicht gestellt sind, so ist doch die Thatsache nicht wegzuleugnen, dass man in weiten Kreisen freilich bei weitem nicht allen das Lateinische nicht will. Und da auch anderwärts besonders in der Tages- presse dieser Gedanke verfochten wird, so kann er nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen werden, ja er ist eine Erscheinung, die für eine künftige Gestaltung des höheren Schulwesens ielleicht von der entscheidensten Bedeutung werden wird. Aber frei- lich, wenn man hier in Eschwege nur die Wiederherstellung des Zustandes vor 1882 ins Auge fassen sollte, so würde mir das als ein sehr bedauerlicher Rückschritt erscheinen: es hiesse dieselben Irrwege nochmals durchlaufen, um dann sich genòötigt zu sehen, an ihrer noch- maligen Uberwindung die Krafte nutzlos zu vergeuden. Wohl aber glaube ich, dass eine andere Schulform dem wahren Gedeihen unseres Schulwesens und dem sozialen