H.. Schule. Heil unsrer Friedrich-Wilhelms-Schule, dass es ihr am Feste ihres so-jährigen Bestehens an dieser wesentlichsten Vorbedingung rechter Festesfreude nicht hat fehlen sollen: darf sie doch bei demselben von der freundlichen Teilnahme zahlreicher Zöglinge, lieber und verehrter Freunde mit Genugthuung sich überzeugen. So be- grüsst sie denn mit herzlichem Dank Alle, die gekommen sind, um ihr Fest ihr zu verschönen, mõgen sie ihr als Pfleger und Berater auf ihrem Lebenswege nahe ge- treten sein, mögen sie als gleichstrebende Genossinnen ihr verwandt sich fühlen, mõgen sie als dankbare Zöglinge an der Mutter Glück und Wohlbefinden ihre Teil- nahme bezeugen. Insbesondere weiss sie die Ehre wohl zu schätzen, dass Sie, hoch- verehrter Herr Provinzial-Schulrat, als Vertreter unserer Staatsregierung an diesem Tage persönlich hier erscheinen, um nun auch an der Freude der Anstalt teilzunehmen, die Sie sonst nur in der harten Arbeit zu sehen gewohnt gewesen; sie bringt Ihnen herzlichen Willkommengruss dar, dankbar dessen gedenkend, dass, wenn ihre Arbeit nicht ganz ohne Erfolg und Segen gewesen ist, ein wohlgemessenes Teil des Ver- dienstes Ihrem freundlichen Wohlwollen, Ihrer sorglichen Thätigkeit zuzuschreiben ist. Sie bringt ehrerbietigen Gruss auch Ihnen dar, den Vertretern der Stadtbehrde und des Kuratoriums, deren opferwilliger Fürsorge, deren einsichtiger Pflege sie ihr Dasein, ihr Gedeihen dankt. Sie bringt freundlichen Gruss auch Ihnen dar, den lieben Vertretern verwandter Anstalten unseres engeren Naterlandes, mit denen tausend Fäden gemeinsamer Interessen, gemeinsamen Strebens sie freundnachbarlich verbinden. Sie begrüsst auch dankbar die Angehérigen ihrer Zöglinge und sonstige Freunde, welche, auch ohne durch ein amtliches Band mit ihr verbunden zu sein, doch durch ihr Er- scheinen ihre Teilnahme an dem Wohl und Wehe dieser Anstalt bekunden wollen. Sie begrüsst endlich mit dem vollsten freudigsten Willkommen— wer könnte der Mutter es verargen!— Sie alle, ihre ehemaligen Zöglinge, mit denen sie wie mit Familienbanden sich fest zusammengebunden weiss, wenn sie auch lange ihr äusserlich entrückt sind, und ohne die ihr Fest so recht eigentlich des schönsten Schmuckes entbehren würde, ohne die das Fest nur das niederdrückende Gefühl erwecken müsste, dass die Schule das Erste und Höchste sich nicht habe zu erwerben gewusst, die Liebe und Dankbarkeit ihrer Schüler. Willkommen Alle, herzlich willkommen!
Wie nun aber bei dem Geburtstag der Mutter, wenn Gruss und Willkomm ge- wechselt sind, es der sinnigen Mutter Bedürfnis ist, womit sie auch dem teilnehmenden Interesse der Festgenossen zu begegnen hoffen darf, dass sie im Kreise der Ihrigen Rückschau halte über die vergangenen Jahre, dass sie erzähle von ihren Sorgen und Freuden, darstelle die Erfahrungen, welche sie gesammelt hat, so liegt es auch der Friedrich-Wilhelms-Schule nahe, zu erzählen von vergangenen Tagen, die Erfahrungen darzulegen, welche sie auf ihrem vielgewundenen Wege hat machen dürfen. Und da hat sie denn vor Allem zu bezeugen, wie sie allezeit hat erfahren dürfen die Güte und Barmherzigkeit des ewigen Gottes, der sie in guten und bôsen Tagen behütet und durch die Gefahren und Anfechtungen, die ihr nicht gefehlt haben, glücklich geleitet und nun ihr auch den heutigen Ehrentag bereitet hat, und sie
dankt ihm dafür heute von Herzensgrund. Aber die Friedrich-Wilhelms-Schule


