Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier
Entstehung
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Durch die Stadt, durch Strassen, Gassen, Strömt die frohe Knabenschaar

Nach der Schule, nach den Klassen, Wo auch eure Lehrstatt war.

Zu der Lehrer Füssen hören Mahnung sie und weises Wort, Pflegen, üben und belehren

Geist und Herz am rechten Ort, Lernen Gottes Wort erkennen,

Uben fremder Völker Laut,

Lernen sehen und benennen,

Was geschärfter Blick nur schaut, Auch der Grössen Mass und Formen, Die Gesetze der Natur

Und die ewigwahren Normen

Echter Kunst, der Schönheit Spur.

Auf dem Turnplatz schau und bleibe! Wird des Körpers nicht geschont,

Weil nur in gesundem Leibe

Die gesunde Seele wohnt.

Dort mit frohem Sang und Klange Zieht die Schar durch Feld und Flur, Stählt, entrückt dem strengen Zwange, Leib und Geist in der Natur.

So die Schulé, so die Knaben Und die Jünglinge zumal;

Doch dem Alter nützt der Gaben, Nützt der Früchte grosse Zahl. Schaut den Kaufmann beim Geschäfte Den Fabrikherrn, der sich regt, Jeder freut sich seiner Kräfte, Wie die Schule sie gepflegt.

So der Künstler, der Gelehrte, Der Beamte treu und recht: Geistesbildung, die begehrte, Schuf ein wackeres Geschlecht.

Also streuet Glück und Segen Unsre Schule allwärts aus,

Zeitigt Früchte allerwegen

In der Stadt, in manchem Haus. Darum sind wir ihr ergeben, Freu'n uns, dass sie blühend steht,

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Und des Dankes voll erheben Wir die Herzen zum Gebet:

Gott, Du Vater und Allwalter, Segne unsern Bildungsort,

Du, sein Schirmer und Erhalter, Sein getreuer Schutz und Hort. Lass Erfolg die Arbeit lohnen,

Lass die Schule selbst gedeihn, Lass sie fürder durch Nonen

Eine Segensstätte sein.

Schirm die Lehrer, die sich weise Um der Jugend Bildung mühn; Lass aus ihrem treuen Fleisse Menschenglück und Heil erblühn. Auch die Jugend, Gott und Vater, Nimm in Deine treue Hut,

Sei ihr Führer und Berater,

Dass sie stets das Rechte thut. Schirm in ungetrübtem Frieden Deutschlands Grösse, Glanz und Pracht. Schirm den Kaiser; Ihm beschieden Sei Gesundheit, Ruhm und Macht!

Schlusschor. Heil dem Kaiser, mild und mächtig! Preis Dir, starker Friedenshort! Heil dem Reiche, gross und prächtig! Preis dem deutschen Werk und Wort! Deutsche Treue soll bestehen Wie des Reiches Kraft und Glanz, Nimmer, nimmer soll vergehen Vaterland, dein Ruhmeskranz! Mögen Handel und Gewerbe, Wissenschaft und Kunst gedeihn, Bei der Völker Wettbewerbe Deutscher Geist die Leuchte sein! Heil dem Kaiser, dem Getreuen! Preis dir, heil'ges deutsches Reich!

Lass die Feinde drohn, sie scheuen

Deutsches Schwert und deutschen Streich!

Darauf ergriff der Direktor das-Wort zur eigentlichen Festrede:

Hochansehnliche Festversammlung!

Wie es im Leben des einzelnen Menschen einem berechtigten Bedürfnis ent- spricht, hervorragende Tage auszuzeichnen, wo wir dem ewig gleichen Strom der Zeit gewissermassen Halt gebieten, um Rückschau zu halten über die durchmessene Bahn und Kraft und Mut zu schõpfen für den weiteren Lebensweg, so ist es nicht anders in dem Leben einer Schulanstalt. Ein Tag insbesondere, wie ihn heute die Friedrich-Wilhelms-Schule begeht, gleicht dem Geburtstage einer Mutter: wie einer Mutter an ihrem Ehrentage nichts erquicklicher ist, als wenn die Kinder froh um sie sich drängen, Gruss und Glückwunsch spendend, Nachbarn und Freunde an ihrer Freude bewegten Anteil nehmen, so ist es auch bei dem Geburts- und Jubelfeste einer