Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier
Entstehung
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Und wenn heute das Gedeihen

Ernster Arbeit uns erfreut,

Bist Du, Gott, zu benedeien,

Der dem Werke Segen beut.

Gott, Du Schöpfer und Erhalter,

Nimm den Dank, der Dir gebührt,

Der als Vater und Allwalter

Uns geleitet und geführt! Halleluja! Lobt den Herrn!

Jubel schalle, halle wieder,

Wecke die Begeisterung:

Feiern wir durch Wort und Lieder Frohbewegt Erinnerung!

Deklamation. (Sekundaner Karl Strohmeyer.)

Seid gegrüsst an unserm Feste! Sei gegrüsst, du reiche Zahl Schüler, Lehrer, Freunde, Gäste, Seid willkommen allzumal! Lasst die Freude hell bekunden, Dass uns edles Streben weiht, Feiern wir in diesen Stunden Doch ein Fest der Dankbarkeit!

Schön im Ebenmass der Glieder, Kraftvoll und doch sanft und mild, Schuf der grosse Weltgebieter Seines Wesens Ebenbild;

Denn dem Leib, vom Staub geboren, Gab er einen freien Geist,

Der, zu höh'rem Ziel erkoren,

Von der Erden aufwärts weist;

Der das Schöpfungswerk besiegelt, Heiss im Forschungstriebe brennt, Der das Weltall wiederspiegelt, Seinen Gott aus ihm erkennt. Gleich Apollo wohlgestaltet,

Schön wie Venus magst du sein, Muss der Geist, der sich entfaltet, Doch den Adel dir verleihn.

Er verleiht die Himmelsweihe, Giebt uns Herrscherkraft und Macht: Nur der Geist ist es, der freie,

Der den Mensch zum Menschen macht. Aber gleich dem Edelsteine,

Der erst Form und Schliff verlangt, Eh' er rein im Flammenscheine Wiederstrahlend glänzt und prangt; Wie der Marmor, den der rege Meister erst zum Bildniss schafft: So bedarf der Geist der Pflege, Der Erziehung seiner Kraft.

Wehe, wenn er ohne Strenge Haltlos schwankt und ziellos strebt, Wenn er taumelnd im Gemenge Roher Sinnestriebe lebt;

Kundig nicht des sichern Weges Irrt er hülflos, unbewehrt,

Wenn des sittlichen Gepräges,

Des Charakters, er entbehrt.

Darum Lob und Preis den hehren Bildungsstätten geist'ger Kraft,

Wo durch Arbeit, Zucht und Lehren Man den wahren Adel schafft.

Preis der Stadt, in deren Horte Unsre Schule frisch gedeiht,

Preis ihr selbst, dem Pflegeorte Deutscher Geistestüchtigkeit!

Sie erschuf vor fünfzig Jahren Weisser Männer Rat und That, Und trotz mancherlei Gefahren Wuchs sie wie die junge Saat. Dann verpflanzt, an bess'rem Raume Wohl veredelt und gepflegt,

Spross das Reis zum starken Baume, Der jetzt stolz den Wipfel regt.

Freilich manche Last und Mühe Ward erheischt, Geschick und Kraft Manches Edlen, den zu frühe Ach! der Tod dahingerafft. Mancher Lehrer, treu und weise, Weilt nicht in der frohen Schar; Mancher fehlt in unserm Kreise, Der als Schüler lieb uns war. Auch der Kampf um höh're Güter Brachte Tod in unsre Reihn;

Die gefall'nen Heldenbrüder Rühmt ein schlichter Marmorstein. Auf sie alle lasst uns lenken

Der Erinnrung stillen Schmerz: Ehre ihrem Angedenken,

Ihrem Streben unser Herz!

Männerchor.

Schlummert sanſt, ihr, die geschieden, Die den Lebenslauf vollbracht: Schlaft in heil'gem Gottesfrieden

In der stillen Grabesnacht!

Was erstand zum Erdenleben

Trägt auch schon des Todes Keim, Nur dem Menschen ward gegeben Hoffnung auf ein ew'ges Heim; Und doch denken, die geblieben, Voller Wehmut nur zurück

An die heimgegang'nen Lieben,

An entschwund'nes Leid und Glück. Schlummert sanft, ihr, teure Meister, Ihr, Gefährten froher Zeit,

Doch verklärt im Reich der Geister Harrt der Geist der Ewigkeit.

Deklamation.

Lasst die Wehmut, lasst die Klagen, Auf das Leben lenkt den Blick! Wo die Pulse rascher schlagen, Regt sich Erden-Lust und Glück, Sehn wir doch, wohin wir schauen, Junge Kraft und junges Blut,

Weite Herzen voll Vertrauen, Jugendfrischen Lebensmut.