Aufsatz 
Hundert Jahre Elisabethenschule. Hofmannsches Institut Darmstadt. 1832 - 1932 / Hrsg. v. d. Leitung der Elisabethenschule
Entstehung
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Fräulein von Szezepanskis große perſönliche Arbeit an den Selekten habe ich noch dankbar mitgenießen dürfen.

Ich war ſchon verheiratet, als ich von immer größeren Entwicklungen und Beſtrebungen hörte. So führte Fräulein von Szezepanski als Erſte Fortbildungskurſe ein, die der heutigen Frauenſchule ähnlich waren; dazu kamen vorbereitende Kurſe für das Volksſchullehrerinnen-Examen, ehe das ſtaatliche Seminar eröffnet wurde. Auch zur Prüfung von Sprachlehre⸗ rinnen bereitete ſie vor.

Wenn ſie bei aller Anerkennung doch keine volle und wirkliche Heimat in Darmſtadt fand, als Menſch war ſie nicht mehr einſam.

Fräulein Eckert, jetzt Frau Schmidt-Eckert, war ihre rechte Hand, ihr treuer Lebenskamerad geworden. Sie half ihr die neu geſtellten, großen Aufgaben verwirklichen. Sie hat Fräulein von Szczepanski auch nach Abgabe der Schule an unſer verehrtes Fräulein Tube zu ihrem Ruhe⸗ ſitz nach Traiſa begleitet und ihr die letzten Jahre mit aufopfernder, hin⸗ gebender Liebe und Pflege erleichtert und verſchönt.

In Fräulein von Szczepanski iſt eine große und ſtarke Perſönlichkeit der Schule und uns allen, die wir ſie kannten, geſchenkt geweſen. Mochte man vielleicht auch hie und da kleine Schwächen und Schroffheiten ihrer Eigenart empfinden, der Eindruck deſſen, was groß in ihr war, das Blei bende, was ſie uns gab und war, macht mich noch heute dankbar und reich in der Erinnerung.

Sie war eine Seele, die Gott mit allen von ihm empfangenen Gaben diente, und wenn die verklärten Geiſter der Heimgegangenen unſrer Schule an ihrem Feſte heut' nahe ſind, ſo grüße ich unter ihnen ſie, deren Hand ſoviel reichen Samen in uns legte, unſre liebe Fräulein von Szczepanski!

Erinnerungen an Fräulein Annemarie Tube.

Von Auguſte Menger(Litzelwiebelsbach).

Weit aus dem Norden Deutſchlands kam Fräulein Tube hierher an unſere Schule. Aber bald hatte ſie ſich mit ihrem großen Einfühlungs vermögen in die fremde Umgebung, in die ſüddeutſche Weſensart ihrer Schülerinnen eingelebt, und gegenſeitiges Vertrauen bereitete den Boden, auf dem ſich ihr Wirken ſtark und fruchtbringend entfalten konnte. Fräulein Tube hatte in Berlin Religionswiſſenſchaften, Deutſch und Geſchichte ſtudiert. Sie brachte für ihre Tätigkeit in der Schule nicht

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