eines„weiblichen Erziehungsinſtitutes“ 4⁰). 1841 war die Zahl ſolcher höherer Privatmädchenſchulen, denen Frauen und Nichttheologen vorſtan⸗ den auf S geſtiegen**). Auch hier finden wir Namen von gutem Klang, wie Haas, ²²) Bender, Höfer, Lich.
Zweifellos eine der bedeutendſten unter den höheren Mädchenſchulen Darmſtadts ¹³) war die des Freipredigers Küchler. Da ſeine Schule 1832 von Jeanette Hofmann übernommen und fortgeführt wurde, ſo iſt er der eigentliche Gründer unſerer Schule, und wir müſſen darum ſeiner an dieſer Stelle ausführlicher gedenken. Gg. Friedrich Küchler ¹t) war ein Darmſtädter Kind, geb. 1796 als Sohn eines landgräflichen Mund⸗ ſchenken. Er hatte keine leichte Jugend. Sein Vater ſtarb früh und nur dem opferbereiten Eintreten des bekannten Rektors des Gymnaſiums J. B. Zimmermann, zu deſſen begabteſten Schülern er gehörte*5), ver⸗ dankte er es, daß er in Gießen Theologie ſtudieren konnte. Nach be— ſtandener Prüfung gründete er in Darmſtadt 1817 eine höhere Privat⸗ lehranſtalt für Knaben. Wie er dazu kam, dieſe in eine höhere Mädchen— ſchule umzuwandeln, laſſen wir ihn ſelbſt— aus dem Jahre 1848 ¹6)— berichten:„Ob ſich gleich dieſe— die Knabenſchule— eines zahlreichen Beſuches erfreute, ſo hielt er es doch im Jahre 1823 für vorteilhafter, in Gemeinſchaft mit ſeinen beiden Schweſtern(die Mutter war, bevor er die Univerſität verlaſſen, geſtorben) eine höhere Töchterſchule zu errichten. Dieſe Unternehmung hatte den günſtigſten Erfolg und die Lehranſtalt er⸗ freute ſich bei der Mitwirkung geſchickter Hilfslehrer ſtets des beſten Rufes.“ Somit ſteht einwandfrei feſt, daß die Eliſabethenſchule ihren Stammbaum bis zum Jahre 1823 zurückführen kann und damit die älteſte der jetzt noch in Darmſtadt beſtehenden Lyzeen iſt. 1833 wurde Küchler, der früher bereits das Prädikat Freiprediger erhalten hatte, vom Großherzog zum Pfarrer in Kleeſtadt ernannt und mußte von der Leitung der Schule zurücktreten. Vielleicht wäre die damals blühende Schule— ſie zählte 80 Schülerinnen ¹)— ihres Führers beraubt, untergegangen, wenn nicht eine gütige Fügung 1832 die Frau nach Darmſtadt geführt
¹⁰) Staatsarchiv Darmſtadt, Referate 1808, 1821(mitgeteilt von H. Stadt⸗ archivar Dr. Müller).
¹1) Heſſiſches Adreßbuch 1841, unter Privatlehranſtalten für Mädchen(Stadt⸗ archiv). Von Nichttheologen geleiteten höheren Mädchenſchulen kennen wir z. B. die des Sprachlehrers F. Adler, die 1827 errichtet wurde(Stadtarch. Priv. Schul.).
¹²) gegründet 1833, vergl. Gr. Heſſ. Zeitung v. 3. 8. 1833.
¹⁰) für die weitere Geſchichte der priv. höh. Mädchenſchulen Darmſtadts vergl. Oberſchulrat Th. Ritſert: Ev. Darmſtadt Nr. 28, 29(1928).
¹⁴) vergl. Diehl, Hassia Sacra I S. 205; weiterhin ſeinen ſelbſtverfaßten Lebenslauf im Kirchenbuch Egelsbach und Kleeſtadt(mitgeteilt durch die dortigen Pfarrämter.)
¹s) 1813 hielt z. B. Küchler auf Veranlaſſung Zimmermanns eine Rede über das Thema: Aus dem Leben des berühmten Göttingiſchen Profeſſors Chr. Gottl. Heyne. Vergl. G. Paul: Die Stellung der Antike in der Geſchichte des Gymnaſiums in Darmſtadt. 1929 S. 164.
¹6) Kirchenbuch Egelsbach.
¹) eine nicht ge inge Zahl. Betrug doch die Zahl der Schülerinnen der neu— begründeten ſtädt höh. Mädchenſchule 1829 erſt 115(Klaſſe 1 u. II).
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