Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 2. Teil
Entstehung
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und die laͤngere oder kuͤrzere Zeit, durch welche derſelbe fortgefuͤhrt werden kann. Auf den niederen Gelehrtenſchulen unſeres Herzogthums, wo der naturgeſchicht⸗ liche Unterricht beendigt werden ſoll, und einer jeden der vier Klaſſen, der erſten jedoch nur im Sommer, 2 woͤchentliche Stunden fuͤr dieſen Unterrichtszweig zu⸗ getheilt worden ſind, kann weder die analytiſche, noch die ſynthetiſche, noch irgend eine andere der erwaͤhnten Methoden durch alle ihre Curſe mit gleicher Beruͤck⸗ ſichtigung ſaͤmmtlicher Reiche durchgefuͤhrt werden. Soll alſo der naturgeſchicht⸗ liche Unterricht, wie wuͤnſchenswerth, ja aus oben angefuͤhrten Gruͤnden noth⸗ wendig iſt, in jeder Klaſſe uͤber alle Reiche ſich verbreiten: ſo wird doch in den beiden unteren Klaſſen vorzugsweiſe das Thierreich, in einer jeden aber nach allen ſeinen Abtheilungen, beruͤckſichtigt werden muͤſſen; daneben koͤnnen aber zu⸗ weilen auch einzelne, von den Schuͤlern zu ſammelnde Pflanzen und Mineralien ihren wichtigſten und auffallendſten Theilen und Merkmalen nach betrachtet und beſchrieben werden, damit der ausfuͤhrlichere Unterricht uͤber dieſe beiden Reiche, welcher den zwei oberen Klaſſen verbleibt, ſo eine zweckmaͤßige Vorbereitung er⸗ halte, und auch die Schuͤler der unteren Klaſſen nicht ganz unbekannt mit den Eigenthuͤmlichkeiten dieſer Reiche bleiben. Bei dieſer Vertheilung des naturge⸗ ſchichtlichen Lehrſtoffes iſt in jedem Curſus aber auch auf die Jahreszeit geeignete Ruͤckſicht zu nehmen; namentlich muß der entomologiſche, botaniſche und minera⸗ logiſche Unterricht, wegen der mit dem naturgeſchichtlichen Unterricht zu verbin⸗ denden Excurſionen, in jeder Klaſſe dem Sommerſemeſter anheim fallen. Sollte nun an die Stelle der bisher uͤblichen alten Methode eine der neueren, ſei es die analytiſche, oder ſynthetiſche, treteu; ſo moͤchte die Vertheilung des Lehrſtoffes nach der erſteren etwa folgende ſein:

Vierte Klaſſe. Beſchreibung einzelner merkwuͤrdiger Arten aus allen Thierklaſſen, anfangs nur als Individuen, ſpaͤter mit Hervorhebung ihrer Art⸗ kennzeichen; im Sommer zuweillen auch Beſchreibung beſonders charakteriſtiſcher Pflanzen und Mineralien. Die Schulordnung ſetzt fuͤr dieſe Klaſſe als Lehrſtoff feſt: die Merkmale der Koͤrper werden durch Anſchauen zum Bewußtſein gebracht.

Dritte Klaſſe. Beſchreibung wichtiger Gattungen aus allen Thierklaſſen, deren Merkmale durch Vergleichung mehrerer Arten derſelben Gattung zu ent⸗ wickeln ſind. Botanik und Mineralogie, wie in der vierten Klaſſe.

Zweite Klaſſe. Im Sommer Botantk, zuweilen auch Beſchreibung ein⸗ zelner Mineralien der Umgegend. Auf die Pflanzenkunde werden die Grundſätze der analytiſchen Methode angewendet. Mit der Veſchreiung der Pflanzen ver⸗ binde man die Erlernung der wichtigſten wiſſenſchaftlichſten Kunſtausdruͤcke. Zu⸗ gleich laͤßt ſich daran die Entwickelnng der merkwuͤrdigſten Pflanzenfam lien knuͤpfen. Stete Hinweiſung auf das Linne'ſche Pflanzenſyſtem wird die ausfuͤbr⸗ liche Darſtellung deſſelben, womit der Curſus ſchließt, vorbereiten. Der Winter werde der Beſchreibung der wichtigſten Familien aus allen Klaſſen des Thier⸗ reichs gewidmet; durch Vergleichung mehrerer Familien derſelben Ordnung ge⸗