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wovon die erſtere die Form, die letztere der Bau der Naturkoͤrper betrachtet. Den erſten Curſus des naturgeſchichtlichen Unterrichtes bildet nun die aͤußere Anatomie oder die Lehre von der Form der Naturkoͤrper, den zweiten die innere Anatomie oder die Lehre von dem Inneren der Naturkoͤrper, dem Baue der Organe und des Ganzen, den dritten die Phyſiologie(die Phyſik des Organismus) oder die Lehre von dem Leben der Naturkoͤrper, von der Ver⸗ richtung der Organe. In Betreff der Reichhaltigkeit fuͤr dieſe drei Stufen ver⸗ halten ſich die drei Naturreiche verſchieden. Bei den Thieren herrſcht das Le⸗ ben, es tritt zuruͤck der Bau und die Form; bei den Pflanzen dominirt die Formꝛ es ſpielt eine untergeordnete Rolle der innere Bau und das Leben; bei den Mineralien waltet nur das Aeußere, die Form. Der Betrachtung des Inneren entſpricht hier ein genaueres Eingehen in die Kryſtallographie, nament⸗ lich in die Ableitung der verſchiedenen Formen eines Syſtemes aus einander, und der Phyſiologie oder dem Leben entſprechen die chemiſchen Eigenſchaften, das Wachſen der Kryſtalle, die Geognoſie und Geologie u. ſ. w. Nach Gabriels Principien empfiehlt ſich aus dieſem Grunde als Anfangspunkt der Naturkunde die Mineralogie, doch aus anderen Gruͤnden— Mangel an inſtructiven, in Menge vorhandenen Exemplaren, Mannichfaltigkeiten und Unbeſtimmtheiten in Form, Farbe, Glanz u. ſ. w., anſcheinende gaͤnzliche Lebloſigkeit u. ſ. w.— ſoll ſie nach ſeiner Anſicht der Botanik weichen. Uebrigens iſt ihm dieſer Punkt, ob Botanik, Zoologie oder Mineralogie der Anfang mache, von geringerer Bedeu⸗ tung. Ueber Stoffanordnung, namentlich im erſten Curſus, ſpricht er ſich auf folgende Weiſe aus:
Als Stoff liegen vor alle durch die Naturkoͤrper ausgeſprochenen Ideen, die Reich⸗, Klaſſen⸗, Ordnungs⸗, Familien⸗, Gattungs⸗ und Art⸗Ideen. Dieſe werden nach dem natuͤrlichen Syſteme gebildet. Jede Idee muß ſich an einem Concreten, Anſchaubaren offenbaren, und wird gewonnen durch Anſchauung und Betrachtung ſolcher Naturkoͤrper, welche die Idee am deutlichſten ausſprechen. Zuerſt bilden ſich ſo die hoͤchſten Vorſtellungen; anfangs aber exiſtiren ſie nur unvollkommen und berichtigen ſich allmaͤhlig, ſo daß ſie in voller Richtigkeit die letzten ſind. Nach dem Anſchauen iſt daher Vergleichung die Thaͤtigkeit, durch welche die niederen Vorſtellungen, die Unterideen gewonnen, und die fruͤheren, höheren Vorſtellungen berichtigt werden, durch welche wir alſo vorwaͤrts ſchreiten, im Auffaſſen der Natur. Die Untervorſtellungen und Unterideen werden alſo
ewonnen durch Anſchauung mehrerer, zu einer und derſelben Idee gehöoͤrigen
katurkörper und durch Vergleichung derſelben mit einander. Durch das Unter⸗ ſcheiden oder Trennen der unterſcheidenden Merkmale gewinnen wir die Unter⸗ vorſtellungen, durch das Zuſammenfaſſen des Gemeinſchaftlichen berichtigen wir unſere erſten Vorſtellungen, ſcheiden von ihnen das Unweſentliche ab. Die Stoff⸗ anordnung geſchehe daher nach folgenden Grundſätzen:


