Aufsatz 
Bericht über drei Flugschriften / Hirschberg
Entstehung
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wunden Fleck. Er hat das glänzende Aufblühen der westindischen Compagnie erzählt, wie sie die ostindische zu überflügeln drohte, da die Reise nicht so lang war, die Gewinne also häufi- ger. Dann aber eroberten die Portugiesen 1654 Brasilien wieder. Er fügt hinzu: Einige meinen, man hätte die Compagnie aus Neid zu Grunde gehen lassen. Dies war allerdings der grösste Beweis für die Engherzigkeit und gemeine Selbstsucht seiner hoch gerühmten Herren Staaten. Es lag im Vortheil der ostindischen Compagnie, und diese war in den Händen der Magistrate, eine Compagnie zu beseitigen, die ihnen so gefährliche Konkurrenz machen konnte.

Um Handel und Gewerbe in ihrem glänzenden Zustand zu erhalten, gibt le Vasseur den Holländern eigenthümliche Rathschläge. Die Niederlande galten damals als Vertreter des Freihandels, das heisst, sie handelten nach dem Grundsatz, möglichst viel Freiheit für uns, mög- lichst viel Beschränkung für die Anderen. Das Schutzzollsystem erhielt in Holland einen grossen Vorschub durch die Aufnahme der Hugenotten. Die durch sie eingeführten Gewerbe scheinen unserem Verfasser eines ganz besonderen Schutzes zu bedürfen und ihn zu verdienen. Er hält es für vortheilhaft, alles im Lande selbst zu fabriciren, er glaubt, dass es keine Art von Manu- faktur gibt, die in Holland nicht betrieben werden kann mit Unterstützung des Staates. Unter dieser versteht er mehr, als einfache Schutzzölle, er wünscht vielmehr direkte Staatsunterstützung und Steuererlass für die Anfänger.

Fast allgemein verbreitet war die Ansicht, man müsse möglichst viel im Lande selbst produciren, das Geld im Lande halten durch Sparsamkeit, und dadurch, dass die Pinfuhr von Produkten geringer sei, als die Ausfuhr, dass Geldausgaben nach dem Ausland viel, nach dem

Inland wenig schaden. Ein solcher zahmer Merkantilist ist auch Temple. Ein desto wilderer*

unser Verfasser. Er stellt Ansichten auf, die in Holland nur vereinzelt waren, die er in Frank- reich kennen gelernt, welches er auch nach dieser Richtung als Muster hinstellt. Sein Mittel, um das Geld nicht abfliessen zu lassen, ist, das Gold und Silber höher zu halten, als ihr Werth beträgt; das fremde Geld in Landesmünze umzuschmelzen, und um es in Händen zu haben, nur vom Staate privilegirte Wechsler zu dulden. Er wünscht also eine Münzverschlechterung, wie sie in Deutschland trotz aller kaiserlichen und sonstigen Edikte bestand, und wie sie Frank- reich damals aus Noth einführte. Hätte Holland seine Rathschläge angenommen, so wäre die

einfache Folge gewesen, dass niemand das schlechte holländische Geld hätte nehmen wollen, dass somit sein Kredit erschüttert und sein Handel zu Grunde gerichtet wäre.

Zur Blüte des Landes, setzt er auseinander, trägt auch die Gewissensfreiheit bei, durch sie werden alle Arten von Sekten nach Holland gezogen. Alle diese verschiedenen Religionen und Sekten bestehen friedlicf neben einander in dem kleinen Lande durch die weise Regirung der Souveräne. Wenn auch der Katholicismus nicht von staatswegen gestattet ist, so ist er doch geduldet, und es gibt eine ganze Anzahl Klöster. Den Juden aber ist öffentliche Religions- übung gestattet; die haben nie die herrschende Religion abschaffen wollen, geben vielmehr durch Steuerzahlen Zeichen ihrer Treue. Sie wollen nur Geschäfte machen und trachten nach keinem anderen Königreich als nach dem von Jerusalem. Die Katholiken dagegen waren gefährlich und sind es noch, wie sie im vorigen Kriege gezeigt haben, dennoch sind sie geduldet, und Priester, Mönche und Jesuiten strömen nach Holland und bereichern sich dort.

Während er so im ersten Theile berichtet, bezeichnet er im dritten als das wahre In- teresse der Republik, dass natürlich die reformirte Konfession erhalten werden müsse, denn die Reformirten sind die besten Unterthanen, sie haben nicht einen Oberen ausser Landes wie die Katholiken. Diese würden die Regirung in die Hände eines Monarchen bringen, also müssen