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alle fremden Mönche und Jesuiten verjagt werden, und es darf nur eine mässige Toleranz ge- währt werden. Eigenthümlich, wenn wir bedenken, dass le Vasseur, als er dies schrieb, noch Katholik war.
Die Beschreibung dieses blühenden Landes schliesst er mit dem heissen Gebet, dass, da die Reichthümer Zeichen der Glückseligkeit eines Landes sind, das Geld immer gemein sein möge in diesen Provinzen, wie in Juda unter König Salomo, und er bittet Gott, diesen Staat zu erhalten bis an das Ende aller Dinge zur Freude der Guten und Verwirrung der Gottlosen.
Die Verfassung, den Frieden und den Handel, die innig zusammenhangen, zu erhalten, muss das Ziel der holländischen Politik sein. Dies spricht er aus, wie viele andere Schriften der Zeit. Der Friede ist zu diesem Gedeihen Bedingung, aber ein Blick auf die Zeit lehrt ihn, dass Europa, weit entfernt friedlich zu gedeihen, in unaufhörlichen Kriegen gegen Frankreich um seine Freiheit kämpfen muss. Da vergisst er seine Vereinigung von aristokratischer Ver- fassung, Freiheit, Handel, fällt überhaupt von seiner ganzen Theorie ab. Er verlangt Krieg gegen Frankreich, bis dies alle Eroberungen zurückgibt, ja sogar die Normandie, Bretagne und Guienne. Diese Forderung findet sich in vielen Schriften der Zeit. Mindestens muss Flandern in denselben Zustand versetzt werden, in dem es zur Zeit des pirenäischen Friedens war. Frank- reich will noch mehr, es wird nie aufhören, Ansprüche auf diese Niederlande zu machen. Wenn Spanien dieselben nicht halten kann, so muss aus ihnen eine Republik gebildet werden. Dieser Gedanke war bereits 1667 in Holland aufgetaucht. Ein solcher Staat, der 30 000 Mann auf- bringen konnte, wäre ein sehr bequemes Stosskissen gewesen, und ihm gegenüber konnte man die Scheldesperre aufrecht erhalten. Dies war der Punkt, an dem Frankreich den Staaten einen tödtlichen Streich versetzen konnte. Früher hatte Antwerpen den Welthandel gehabt, und nur das Zurückgehen dieser Stadt hatte die Blüte Amsterdams ermöglicht. Um Antwerpen nicht wieder aufkommen zu lassen, welches viel günstiger als Amsterdam liegt, sperrte Holland die Schelde. Dem schwachen Spanien konnte man dies bieten, wie aber, wenn Antwerpen eine französische Stadt wurde? Dann musste es Amsterdam überflügeln.
Um die spanischen Niederlande zu retten und überhaupt Europa vor der Universal- monarchie Frankreichs zu schützen, muss sich Holland mit England verbinden, dies wird als der Inhalt der Zeit wie dieser Schrift bezeichnet. Frankreich hätte seinen Zweck erreicht, wenn Jakob König geblieben wäre. Holland und England hält der Verfasser für natürliche Bundes- genossen. Den Grund des früheren Gegensatzes von 1650— 88, die Konkurrenz im Handel, erkennt er nicht, schiebt vielmehr die Schuld auf die früheren Könige Karl und Jakob, die durch persönliche Vortheile zu Frankreich hingezogen seien. Es ist derselbe Gedanke, den wir bereits in„Frankreichs Geist“ gefunden haben.
Die Politik, welche unser Verfasser anräth, wurde von Wilhelm ausgeführt, durch diese Verbindung mit England, welche nach unserer Schrift die Niederlande zur höchsten Stufe der Macht führen sollte, war mit der alten, selbstsüchtigen, specifisch holländischen Kaufmanns- politik Witts entschieden gebrochen. Holland hatte von jetzt an das Verdienst, mit England vereint das Gleichgewicht Europas zu erhalten, aber es wurde dadurch von England ins Schlepp- tau genommen, so dass in dem Masse, wie Hollands Macht sank, die Englands emporkam.


