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König Ludwig beginnt: Die Läufe dieser Zeit sind nicht so sehr verwirrt, Als selbst in meinem Leib die Geister sind verirrt, Lieg auf der rechten ich, so überfällt mich Sebrecken, Kehr' ich mich links herum, so will mich Angst erstecken, Mein sonst lebhafter Geist verschwindet auf einmal, Mich wundert, dass ich nicht in schwere Krankheit fall',
Die andern Personen, Jakob, der Dauphin, des Königs Bruder, Louvois fragen, was ihn so bedrücken könne und zählen dabei alle Schwierigkeiten, welche Frankreich entgegentreten, aut. Besonders bedenklich erscheint ihnen, dass Frankreich durch Vertreibung der Hugenotten so viele tüchtige Leute, darunter den Marschall Schomberg, verloren hat. Der Pater la Chaise gibt für die Beklemmungen des Königs den leidigen Trost:
Vielleicht bereuet Sie, dass Sie die Hugenotten Nicht, wie wir gern gewollt, liess überall ausrotten? Der Fehler ist zwar gross, doch weil Sie kränket das, So geben wir dafür Ihr völliglich Ablass. Und Colbert-Croissy eri nnert scheinbar tröstend an einen andern dunklen Punkt: Geldmangel, glaub' ich nicht, das haben wir in Menge, Doch, wann die Handlung steht, währt es nicht in die Länge.
Jakob tadelt auch die zu grosse Hitze der Reformation und fährt dann fort:
Ich hab' in Engelland nichts anders als allein Die Glaubensfreiheit blos nur wollen führen ein, Hätt' auch erhalten das, wär' ich dabei geblieben, Herr Pater Peter hat es aber übertrieben.
Er fordert Ludwig auf standhaft zu sein, wie er selbst es ja auch nicht achte, dass ihn das Schicksal aus einem König zum Bettler gemacht habe.
Auf solche Weise wird Ludwig natürlich nicht getröstet, er sieht seinen schrecklich schweren Sturz vor Augen und meint, das Glück könne sich nur ändern, wenn Jakob bei seinem Plan, nach Irland zu gehen, bliebe. Louvois ist dagegen, weil das Unternehmen zu gefährlich sei; um dies zu beweisen, stellt er das Verhältniss der Flotten und die Stellung Schombergs gegen die katholischen Irländer unter Tyrconnel für Ludwig und Jakob ungünstiger dar, als es in der That war.
Indem klopft es stark, Louvois geht hinaus und bringt Unglücksnachrichten, dass es mit dem Cardinal von Köln schlecht stehe, und dass General Barfuss dem General Sourdis bei Neuss viel Volk erschlagen.
Nun seie Kaiserswerth, Rheinberg, auch Bonn desgleichen, So viel als schon dahin, darum er selbst will weichen.
Gemeint ist das Gefecht bei Uerdingen, in dem die brandenburgischen Generale Schöning und Barfuss am 12. März siegten. Die beiden ersten der genannten Städte wurden im Mai und Juni von denselben genommen, Bonn am 15. Oktober.
Louvois, dem merkwürdiger Weise die Rolle des Zaghaftesten zuertheilt ist, berichtet weiter, Sourdis fürchte, wenn er in der Deutsechen Hände falle, dass sein Lebensende des Henkers Schwert sei, die Soldaten hätten so schrecklich mit brennen und morden das Land verheert, dass man ihnen als Mördern aufpasse.
Dann erzählt Ludwig einen Traum: Es erscheinen zwei Geister, die sich vorstellen: 3*


