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entbrannt.(Dass dieser eine geringe Sache sei, werden dem Verfasser allerdings die wackeren Holländer nicht zugestehen.) Holland muss noch mehr als England darauf bedacht sein, die spanischen Niederlande, seine Vormauer und Zwischenwand gegen Frankreich, zu retten.
In den letzten drei Kapiteln ist die Politik des Gleichgewichts entwickelt. Einer der ersten, der dieses Gleichgewicht zu erstreben angerathen hatte, war William Temple, nämlich dass die Seemächte in fester Vereinigung zwischen den Häusern Bourbon und Habsburg das Gleichgewicht halten sollten, indem sie ihr Gewicht in die schwächere Wagschale, Habsburg, warfen. Ausgeführt ist diese Idee aber erst seit 1688 durch Wilhelm III. Wenn der Ver- fasser nun meint, dass man unter dem Gleichgewicht, von dem man früher redete, dasselbe ver- standen habe, was er darunter versteht, so ist er im Irrthum, der Name war geblieben, die Sache war verändert. Früher hatte man das Gleichgewicht angestrebt, dass Frankreich, die kleineren Staaten um sich sammelnd, die bedrohliche Uebermacht der Habsburgischen Mächte in Schran- ken hielt. Diese Politik hatte im westfälischen und pirenäischen Frieden gesiegt. Aber die Seemächte erkannten noch nicht, dass der Umschwung erfolgt war, dass sie sich auf die Seite der schwächeren Wagschale, Habsburg, neigen mussten. Witt versuchte das Bündniss mit Frank- reich zu halten, bis die Franzosen 1672 im Lande standen, und Karls Minister Arlington lehnte die Idee Temples, das Gleichgewicht zwischen Spanien und Frankreich zu halten(the keeping the balance even between the two crowns) spöttisch ab. England und Holland sahen sich wegen des Handels als die bittersten Feinde an, bis dann der Uebergang Wilhelms nach England der von den Publicisten ausgesprochenen Idee zum Durchbruch verhalf. Dieses Gleichgewicht Wil- helms III. hat dann zum Schaden Hollands, welches wie das Boot dem Linienschiff England folgte, bestanden, bis das Aufkommen Preussens die schöne Theorie über den Haufen warf. In unseren Tagen hat dann Napoleon III. wieder vom Gleichgewicht geredet, aber wieder etwas ganz anderes darunter verstanden.
Ausführlicher geht der Verfasser im siebenten Kapitel, Frankreichs Geist in Consideration der nordischen Fürsten, auf das Verhältniss zu England, Holland und dem Oranier ein. Im Anfang wird erst den Dänen wegen ihres Bündnisses mit Frankreich scharf der Text gelesen: Ueber diese Schande, dass ein König, welcher nur allein von Gott, dem König aller Könige, abhängen soll, im Gegentheil einen Diener seines gleichen abgibt, also dass sich Prankreich desjenigen, was der Hauptmann im Evangelio zu Christo gesprochen, wohl rühmen kann: Ich sage zu meinem Knechte, thue das, so thut er's. Dies geschieht wegen einer armseligen Summe Geldes, und doch will ich beweisen, dass die Herren Staaten der vereinigten Niederlande kraft eines einzigen Verbotes in einem Jahre den Dänen und Schweden einen grösseren Schaden zu- fügen können, als der König von Frankreich ihnen in zehn Jahren durch Subsidien nützen kann,
Dagegen erhält das braunschweig-lüneburgische Haus das Lob, dass es die Angel nicht verschlingen will, sondern bedenkt eine wie schlechte Reputation es für einen frei geborenen Fürsten ist, wenn er des französischen Geistes Miethling ist.
Allerdings verhielten sich die Welfen mit vielem Lärm sehr reichspatriotisch und östrei- chisch, aber sie sahen nicht ein, weshalb sie sich nicht auch nach der anderen Seite decken sollten. Hatte schon früher Johann Friedrich sich an Frankreich angeschlossen, während sein Bruder der Reichspatriot war, so schloss jetzt im Herbst 1687 die hannöversche Linie eine Allianz mit Frankreich und erhielt Subsidien, davon weiss der Verfasser nichts.
Bei der Erwähnung der Heirat des dänischen Prinzen Georg mit der Prinzessin Anna
von England kehrt die Schrift zu der brennenden Tagesfrage zurück. Nach des Verfassers 3


