Aufsatz 
Bericht über drei Flugschriften / Hirschberg
Entstehung
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fransösischen Geiste beseelt ist und der nachher ein gefährlicher, ungestümer, von dem franzö- sischen Teufel besessener Mensch genannt wird.

Kapitel 4. Frankreichs Geist gegen Spanien. Früher theilten Spanien und Frankreich Europa in zwei Theile, indem die anderen Fürsten einer von beiden Parteien beitraten, doch war die Mehrzahl den schwächeren zu unterstützen und so beide in gleicher Wage zu halten einig. Jetzt ist Spanien durch den Anspruch der Königin schwer bedroht, und es wird den Spaniern klar gemacht, wie traurig es ihnen gehen würde, wenn der Dauphin ihr König würde. Besonders gefährdet sind die spanischen Niederlande und doch werden dorthin Statthalter ge- schickt, die nur dahin kommen, um ihren Beutel zu füllen, anstatt Soldaten zu bezahlen. 80 finden sich Regimenter, die kaum 50 Mann zählen, ich habe selbst einmal ein ganzes Regiment, welches die Besatzung veränderte, auf einem Wagen daherfahren sehen. Die Spanier müssen den falschen Wahn aufgeben, dass England und die Generalstaaten die spanischen Niederlando ihres eigenen Interesses halber vertheidigen müssen.

Kapitel 5 und 6. Frankreichs Geist und Staatsmaximen gegen England und die Generalstaaten. Beiden Mächten wird klar gemacht, dass es ihr Interesse ist, sich gegeh Frankreich besonders zum Schutze der spanischen Niederlande zu vereinigen. Die Herren Staaten wünschen eine solche Vereinigung von Herzen gegen diejenigen, welche den Frieden der Christenheit brechen wollen. Wenn der König von Gross-Britannien seine Macht und sein Interesse kännte, so könnte er durch solche Vereinigung der Schiedsrichter des ganzen Erd- bodens sein und allen christlichen Mächten den Frieden schaffen. Heinrich VIII. erkannte dies und liess eine Münze prägen, auf der eine Hand eine Wage im Gleichgewicht hielt, deren Schalen Frankreich und Spanien bedeuten und deren Ueberschrift war: Derjenige, dem ich bei- stehe, wird den Sieg davontragen. Heutigen Tages aber kann England mit gutem Fug einem Ochsen verglichen werden, der von seiner Stärke nichts weiss und sich mit geringer Mühe das Joch auf den Hals legen lässt. Und doch erfordert die wahre Politik Englands, die Krone Frankreich in einem niedrigen Stand zu erhalten, um die Provinzen, die ihm in Frankreich gehört haben(unter denen auch fälschlich Languedoc genannt wird), ja ganz Frankreich wieder zu erobern. Wenn der König von Frankreich nur die Hälfte der Rechtsansprüche auf England hätte, welche der König von England auf Frankreich besitzt, so würde man gar bald viele Schriften, in denen er seine Rechte geltend macht, durch die Welt laufen sehen. Dann muss der König von England dahin streben, dass er von seinem Volk geliebt werde und mit dem Parlament in gutem Verständniss lebe, und darf sich nicht durch den bösen Geist Frankreichs, den Unglücksstifter, zu Bekehrungsversuchen verleiten lassen. Gott dem Herrn muss man sein Recht nicht entziehen, ihm steht das Amt eines Bekehrers zu, und wenn er nur wollte, so könnte er die ganze Welt mit einem einzigen Wort bekehren.

Der Verfasser ist in demselben inneren Conflict wie der Wiener Hof und die ganze, antifranzösisch gesinnte, katholische Welt. Auf der einen Seite musste er wünschen, dass die katholische Dynastie in England sich halte, und in England der Katholicismus zunehme, auf der andern, dass England sich von Frankreich trenne und für die europäische Coalition gegen Frankreich gewonnen werde. Dies war doch nur durch Vertreibung Jakobs zu erreichen. Der Verfasser musste wissen, dass seine Warnungen bei Jakob zu spät kamen, er kennt den Plan Wilhelms, nach England zu ziehen, doch nimmt er an dieser Stelle darauf keine Rücksicht.

Die Niederlande haben noch mehr ein Interesse daran, sich mit England zu vereinigen. Der letzte Krieg zwischen beiden ist wegen einer geringen Sache, nämlich wegen des Handels