Aufsatz 
Bericht über drei Flugschriften / Hirschberg
Entstehung
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13 die zu folgendem Beispiele ihre Zuflucht nehmen muss: Der Papst Agapetus habe das Fürsten- thum Yvetot, welches mitten in der Normandie gelegen ist, von der französischen Botmässigkeit ganz eximirt und zum besonderen Königreich aufgerichtet im Jahre 536. Daniel II. 514 erzählt: Die Dynasten von Yvetot führten den Königstitel. König Clotar I. sollte 535 Yvetot zu einem Königreich erhoben haben. 1681 wurde dem letzten Könige aufgegeben, auf seine Souveräni- tät zu verzichten und sich mit dem Titel prince d'Yvetot zu begnügen. Letztere Thatsache wird von unserem Verfasser nicht berücksichtigt.

Reichlicher fliessen die Beispiele, welche aus den deutschen Verhältnissen entnommen sind. So findet man innerhalb der Stadt Regensburg fünf freie Reichsstände, deren keiner mit der Stadt Jurisdiction etwas zu schaffen hat. Also wird das Territorium oder Gebiet eines Reichsstandes nicht nach dem Ort, wo es gelegen, sondern vornehmlich nach der Jurisdiction abgemessen. Daher hat es auch den Namen a terrendo, also dass der Ton des Namens territorii selbst mitbringt, dass einer daselbst die Superiorität und Herrschaft etwas zu gebieten haben müsse. Mit dieser ungeheuerlichen Etymologie können wir den systematischen Theil schliessen, denn das folgende Kapitel 17. enthält im wesentlichen nur Wiederholungen aus Kapitel 15. Die Ueberschrift desselben lautet: Ob diejenigen Reichsstände, welche an Frankreich einen wirklichen Eid ihrer Güter halber zu leisten schuldig, deswegen ihre Reichsfreiheit verlieren und für französische Unterthanen zu halten seien?

Traurig sticht gegen diese Wucht und Fülle der Beweise die Dürftigkeit dessen ab, was der Verfasser in Kapitel 18. gegen die Reunionen vorzunehmen räth. Es ist kein Zweifel, dass das römische Reich mächtig genug ist, den Franzosen Widerstand zu leisten, da Deutsch- land dreimal(1) so gross als Frankreich ist. Woher kommt es nun, dass Frankreich so grosse Vortheile erlangte? Man wird finden, dass alle Königreiche, welche eine allgemeine Monarchie oder Weltbeherrschung einzuführen getrachtet, vornehmlich durch drei Mittel solche Regierung zu vergrössern gestrebt haben, indem sie etliche, so ihnen kräftigen Widerstand leisten können, zur Neutralität beredet, andern durch ihre Macht Furcht eingejagt, etliche aber durch das Privatinteresse und Bestechung an sich zu ziehen gewusst haben. Beispiele dazu werden aus Guiccardini und aus der neuesten französischen Geschichte gewählt. Diesen französischen Plänen zu begegnen, müssen vorerst drei Unglücksquellen aus dem Wege geräumt werden. Die erste Giftquelle ist eine eingebildete Sicherheit, dass jeder Stand des Reiches nur auf die Erhaltung seines Partikularstaates bedacht ist; die andere fliesst aus der ersten her, dass einer nicht bei Zeiten die Mittel herbeischafft; die dritte Quelle ist der Geiz und die Furcht, dass die Unkosten gar hoch hinanlaufen. Diese drei Unglücksquellen sind aus Nani entnommen. Unterdessen feiert Frankreich nicht und bringt einen nach dem anderen unter sein Joch, so dass dann nur-das beneficium ordinis übrig bleibt, welches Ulysses in der Polyphemshöhle er- hielt. So ruft denn der Verfasser mit einem Citat aus Cassiodor zu den Waffen und führt zur Ermuthigung Beispiele aus Justinians Zeit an. Aber am Schluss erhebt er sich nicht höher als zu dem Wunsch, dass der Stillstand bis zu seinem Ende unverbrüchlich gehalten werden und dann ein allgemeiner Friede darauf erfolgen möchte, damit Alle ihre Macht gegen den allgemeinen Erbfeind, das ottomanische Reich, wenden können. Solche Kriege würden nicht allein von Gott gesegnet, sondern auch mit zeitlicher und ewiger Wolfahrt belohnt werden.

So hat der Verfasser ohne Passion und nur blos zur Vorstellung der deutschen Ge- rechtigkeiten sein Werk ans Licht gegeben und als redlicher Deutscher zu des allgemeinen Vaterlandes Wolfahrt sein bestes mit beigetragen, wie er in der Vorrede sagt. Ueber seine