Aufsatz 
Bericht über drei Flugschriften / Hirschberg
Entstehung
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einflussreiche Persönlichkeiten das Unternehmen Wilhelms gegen Jakob, so vortheilhaft es für Oesterreich war, als einen Angriff auf den Katholicismus ansahen und demselben also entgegen- arbeiten wollten. Davon haben sich alle drei Verfasser frei gemacht. Zu welcher Confession ein jeder gehört, das tritt durch zum Theil beiläufige Bemerkungen an das Licht, aber ihre Ansicht, dass katholische und evangelische Mächte sich gegen Frankreich vereinigen müssen, ist davon nicht beeinflusst.

Die der Zeit und Bedeutung nach erste der drei Flugschriften führt den Titel:

Rechtmässige und politische Vorstellung des Reunions- und Dependenzen-Rechts, kraft dessen die Krone Frankreich nicht allein im Elsass, sondern auch am Rhein und anderswo viele Stände des römischen Reiches demselben zu entziehen und nach Ausspruch der Kammer zu Metz mit sich als ex postliminio selbige zu incorporiren getrachtet: wie weit solcher titulus aus den Rechten erweislich und zu billigen sei. Hierbei ist zugleich dasjenige, was nach dem getroffenen zwanzigjährigen Stillstand von Frankreich wider das römische Reich bis dato tentirt worden, mit angefügt. Alles aus bewährten und politischen Schriften zusammengetragen und dem deutsch gesinnten Leser zur gründlichen Nachricht zum ersten Mal zum Druck befördert. 1687,

Im ersten Kapitel wird die ungeheuere Macht Frankreichs geschildert und erzählt, wie Ludwig im Lande selbst gefeiert wird, besonders wird das Denkmal, welches der Herzog von Feuillade dem Könige 1686 errichtete, mit allen Inschriften, übereinstimmend mit dem Theatrum europaeum XII. 1070, beschrieben.

Kapitel 2.4. behandeln mit einem grossen Aufwand von Gelehrsamkeit die Ansprüche Frankreichs auf ganz Deutschland, welche sich aus dem Mittelalter herschrieben. Die franzö- sischen Schriften nehmen an, dass das französische Reich Rechtsnachfolger des Frankenreichs sei, und verlangen für jenes alle Länder, welche jemals zu diesem gehört haben. Es werden ein Brief des Frankenkönigs Theodebert an Justinian und zwei Stellen aus den annales mettenses von 683 und 691 besprochen, in denen die Besitzungen des Frankenreiches aufgezählt werden. Dieselben gehörten jetzt zu Deutschland und müssten wieder mit Frankreich vereinigt werden. Als solche französische Schriftsteller werden angeführt Cassan,(Recherches de France) Auber (Justes prétensions du Roy sur l'empire par Msr. Aubery. à Paris 1667) und besonders der Beichtvater des jetzigen Königs von Frankreich, der in seiner historia Lutheranismi schreibt: Le royaume d'Austrasie estoit un des principaux membres de ce grand corps de la monarchie françoise à la quelle aprez en avoir esté separé par les divisions de nos ancestres, sur la fin de la seconde race, Louys le grand le plus victorieux des roys de la troisième l' a heureusement reni de nos jours, presque tout entier, en poussant ses conquestes depuis la Meuse jusqu' au Rhin et méme au dela.(Seite 19.) Argentraeus, Professor juris zu Anjou, behauptet sogar, die Franken seien keine Deutschen, sondern Gallier. Cassan gesteht zwar, dass die Franken von den Deutschen entsprossen seien, aber nach der Eroberung Galliens hätte Clodoväus den König der Deutschen Talbiac(wohl Verwechselung mit der Stadt Tolbiacum) bei Köln besiegt und seinem Sohn Thierry das Königreich Metz überlassen; bis endlich Karl der Grosse ganz Deutschland bezwungen habe, und dessen wahrer Erbe sei Ludwig XIV.

Diese Ansprüche werden mit einem Ueberfluss von Gelehrsamkeit durch eine im wesent- lichen richtige Geschichtserzählung zurückgewiesen, nur nennt unser Verfasser König Konrad I. Arnulfs Bruderssohn. Ebenso wird die Behauptung des Bretius(de la souveraineté du roi), dass Paris die Hauptstadt des Frankenreichs gewesen, durch den ausführlichen Nachweis, dass

Karl seinen Wohnsitz in Aachen gehabt, widerlegt. 1*