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nach der Verschmelzung, wenn überhaupt das»centonariorum« dann noch einen Sinn haben soll, der Verein jetzt heißen»collegium fabrum centonariorum« ahne»et«.
5. Gewöhnlich ist das Wort»collegium« auf den Inschriften qurch coll. abgekürzt, so daß man den Numerus nicht erkennen kann. Aber es existieren doch eine ganze Anzahl von In- schriften, welche den Plural»collegia« in der Verbindung»fabr. et centon.« aufweisen ³⁶), also beide Collegien als selbständig nebeneinander bestehend bezeichnen Wenn nun auch bisweilen der Singular gebraucht wird, so beweist derselbe weiter nichts, als daß, gemäß den kaiserlichen Ver- ordunungen(vgl. p. 15) der Anschluß der beiden Collegien aneinander vollzogen, d. h. daß Kasse und Vorstand gemeinsam ist. Aber wie die Beispiele in der Anmerkung zeigen, auch fabri und dendrophori sind ebenso zu einem einzigen collegium vereinigt wie fabri und centonarii.
6. Diejenige Inschrift aus Comum(n. 162), worin Hirschfeld die Bestätigung seiner An- sicht zu finden glaubt, in welcher eine centuria centonar(iorum) dolabrar(iorum) scalarſijor(um) vorkommt, beweist m. E. dafür sehr wenig. Ganz richtig erblickt Hirschfeld in dieser Centurie eine nach den wichtigsten Löschrequisiten(Hacken oder Axten und Leitern) benannte Unterab- teilung des Collegiums und zwar wahrscheinlich diejenige, welche den eigentlichen Steigerdienst zu verrichten hatte. Allein das beweist doch für die Bedeutung des Namens des coll. nichts. Da die centonarii wirklich den Löschdienst zu versehen hatten, so ist doch nicht anzunehmen, daß sie lediglich mit den centones umgehen qurften. Die Iuschrift zeigt eben nur, daß es in der militärisch organisierten Vereinigung der Centodeckenverfertiger auch solche gab, welche bei Bränden mit Axten und Leitern vorgehen mußten ³⁷), wie umgekehrt sicherlich auch unter den fabri solche waren, die mit den centones, dem Hauptlöschmittel, hantierten. Um die centones anzuwenden, waren doch wohl in der Regel Leitern notwendig. Wo ein Colleg allein, wie z. B. die fabri an vielen Orten, den Feuerwehrdienst hatte, mußten ja ohnehin von diesem einen Colleg alle notwendigen Geräte(arma, wie sie in Nemausus in dem Titel des praefectus vigilum et armorum hießen, vgl. Herzog, p. 224) in Anwendung gebracht werden.
Über das von Hirschfeld noch citierte collegium veteranorum centonariorum aus Carnuntum vgl. in Kap. II, b.
Nach diesem allem scheint mir Hirschfelds Erklärung von der Bedeutung der collegia centonariorum— die einzelnen, außerhalb der collegia vorkommenden centonarii läßt er ja(p. 9 (245) A. 3) als Handwerker gelten— nicht gelungen, und wir halten daran fest, daß die collegia centonariorum Vereinigungen von Handwerkern waren, welche Centonen, d. h. Filzstoffe und Decken aus Wollabfüllen anfertigten. Diesen Collegien war die staatliche Concession allenthalben wo sie
³4) Aquileia n. 120 collegia fabr. et cent.; 121 praef. et patr. collegiorum et cent.; Brixia 143 collegia fabror. et cent.; desgl. 145, 146, 147, 149; collegia cent. et fabr. 150, 151; collegiorum lib. 153.— Vgl. Feltria 113 patr. collegiorum fab. cent. dend. Feltriae itemque Beruens.; Brixia 141 patr. collegiorum fabror. et cent. et dendr.; Apulum 255. patr. collegior. fabr. centonar. et nautar. Im übrigen darf man aus der Anwendung des plur. oder sing. nicht allzuviel schließen: in Falerio n. 54 hatten die colleg ia fabrum centon. dendroph. einen gemeinsamen quinquennalis perpetuus. In Trea n. 105 wird dem pat(ron.) mun. et colleg ior(um)— womit die fabri et cent. gemeint sind, da andere coll. dort sonst nicht vorkommen— von dem collegium fabrum et centonarior die Inschr. gesetzt. Auch die fabri u. dendrophori finden sich sowohl zu einem collegium, so in Julium Carnicum n. 173,(praef. colleg i fabr. et dendr.), vgl. Ligures Baebiani n. 60(collegium dendroforum itemque fabrum), wie als collegia verbunden, so in Eburum n. 52,(collegiis dendrophor. et fab.).
²¹) Ein dolabrar(ius) coll. fab. in Aquileia n. 118.


