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St.-R.= Th. Mommsen, Römisches Staatsrecht(I.—III. Bd des Handb. d. Röm. Alterth. v. J. Marquardt u. Th. Mommsen). 2. Auflage. Bd. I-—II, 1. u. 2. Abteil.(Bd. III noch nicht erschienen). Leipzig
1876—1877.
Marquardt, Priv.= J. Marquardt, Das Privatleben der Römer(VII. Bd. des Handb.) 1.— 2. Teil. Leipzig 1879— 1882.
Madvig, Verf.= J. N. Madyvig, Die Verfassung und Verwaltung des Röm. Staates. 2 Bde. Leipzig 1881— 1882.
Mommsen, de coll.= Th. Mommsen, De collegiis et sodaliciis Romanorum. Kiel 1843.
Gérard,= Alb. Gérard, Des corporations ouvrières à Rome. Etude juridique et économique u. s. w. Saint- Dié 1882.
Cohn, Vereinsr.= Max Cohn, Zum römischen Vereinsrecht. Abhandlungen aus der Rechtsgeschichte. Berlin 1873.
Hirschfeld= Otto Hirschfeld, Gallische Studien III. Der praefectus vigilum in Nemausus u. d. Feuerwehr in den römischen Landstädten. Wien 1884(aus den Sitzungs-Ber. der Wiener Akad. d. W. Bd. 107, p. 239— 257).
Gierke= O0. Gierke, Das deutsche Genossenschaftsrecht. Bd. III: Die Staats- u. Korporationslehre des Alter- thums und des Mittelalters und ihre Aufnahme in Deutschland. Berlin 1881.
Boissier= Gaston Boissier, La religion Romaine d'Auguste aux Antonins. Tome I-—II. 3me édit. Paris 1884.
Blümner= Hugo Blümner, Technologie und Terminologie der Gewerbe u. Künste bei den Griechen u. Römern. Bd. 1— 2. Leipzig 1875— 1879.
Kapitel I. Die Natur des Handwerks der Vereine der fabri, centonarii und dendrophori.
a. Die collegia fabrum.
Uber das Handwerk der zu collegia vereinigten fabri können wir uns kurz fassen. Der Begriff des Wortes fabri ist zwar ungemein umfangreich, denn zu diesen gehören alle Arbeiter, welche mit Holz und Metallen, edlen und unedlen ¹), zu thun haben. Weil so ihr Handwerk die mannigfaltigsten Gewerbe umfaßt, wird dem Namen faber zur genaueren Bestimmung häufig noch ein zweites Wort hinzugefügt, welches entweder von dem Stoff, womit der einzelne arbeitet, oder von der Specialität seines Handwerks entnommen ist. S0 gab es fabri aurarii, f. aerarii, f. ferrarii, f. tign(u)arii, so fabri dolabrarii(Axtemacher), f. falcarii(Sichelmacher), f. subaediani od. intestinarii(Verfertiger von Holztäfelungen), f. navales(Schiffszimmerleute) und noch manche andere ²). In den Inschriften der Vereine der fabri, die sich in so zahlreichen Städten Italiens und der benachbarten Provinzen finden, ist aber in der Regel kein näher bestimmendes Wort dem Wort fabri hinzugefügt. Man darf jedoch deshalb nicht glauben, daß diese Vereine der fabri sämtliche Holz- und Metallarbeiter in ihren verschiedenen Specialitäten umfaßt haben, sondern mit collegia fabrum schlechthin sind immer nur die fabri tignarii od. tignuarii, d. h. die Zimmerleute und Holzconstructeurs²) gemeint. Dies geht teils daraus hervor, daß in einer
*) Auch die Anfertiger von Leder- oder Holz(?)sandalen, die hoch herauf um das Bein geschnürt wurden, heißen fabri soliarii baxiarii. In Rom gab es deren 3 Centurien C. I. L. VI, 9404= Or. 4085= Wilm. 2556.
²) Vgl. Blümner, II, p. 241 f.
³) Digg. 50, 16, 235:»fabros tignarios dicimus non eos dumtaxat, qui tigna dolarent, sed omnes, qui aedificarent«.— Auch sonst hat faber allein, ohne Zusatz mitunter die Bedeutung des Holzarbeiters schlechtweg, vgl. Blümner, II, p. 242.


