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seine Fächer wieder einen Vertreter in dem Reallehrer Eickemeyer, der von der Bürger- schule in Limburg als Konrektor nach Weilburg berufen wurde.
Im Oktober 1852 trat, bald nach dem Tode Mencke's, Stoll in das Kollegium ein, um nun bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1884 an der Anstalt mit Erfolg zu wirken. Er vertrat, als Schüler Otfried Müllers, mehr die realistische Seite der Alter- tumswissenschaft und brachte die Lektüre der griechischen Dichter, die er bis zum Jahre 1875 regelmälsig leitete, zu gröfserer Anerkennung, als sie bis dahin gefunden hatte.*)
Vom Jahre 1852 bis zum Tode des Direktors Metzler trat unter den Hauptlehrern kein weiterer Wechsel ein. Als Probekandidat und Hilfslehrer wurde im November 1856 Brandscheid der Anstalt zugewiesen; an die Stelle des Elementarlehrers Pulch trat Oktober 1856 Sauer, welcher, als der langjährige Gesanglehrer Drös im Sommer 1857 starb, auch den Gesangunterricht übernahm.
Mit dem Schuljahre 1855/56 wurde aus Sparsamkeitsrücksichten auf Andringen der Landstände die Anstalt aus einer achtklassigen in eine siebenklassige umgewandelt; die unterste Klasse hieſs von nun an Septima, die beiden obersten(II und 1) hatten einen zweijährigen Kursus.
Im Januar 1857 wurde der Direktor, Geheime Regierungsrat Metzler, von einem Schlaganfall betroffen, erholte sich jedoch so, dals er mit Ostern sein Amt, in welchem ihn der 1. Professor, Oberschulrat Muth vertreten hatte, wieder übernehmen konnte. Im Sommer 1857 und dem darauf folgenden Winter erteilte er noch einige Lektionen, musste aber infolge wiederholter Krankheitsanfälle am Anfange des nächsten Schuljahres von allen Geschäften entbunden werden. Am 8. Juli 1858 starb er in noch nicht vollendetem 61. Jahre, nachdem er beinahe 18 Jahre dem Gymnasium vorgestanden hatte. Zu seinem Nachfolger wurde der 1. Professor des Gymnasiums zu Hadamar, Dr. H. L. Schmitt, ernannt, der im Anfange des Wintersemesters 1858 sein Amt antrat. Während des Sommersemesters hatte die Direktorialgeschäfte wieder der Oberschulrat Muth über- nommen; dieser wurde jedoch gegen Ende des Monats August in Ruhestand versetzt. Der neue Direktor, der selbst ein Schüler der Anstalt von 1826 bis 1831 ge- wesen war und dem Direktor Friedemann nahegestanden hatte, war nach Absolvierung seiner Studien Lehrer an der Kadettenschule zu Wiesbaden. Später, 1848, trat er als Professor in das Lehrerkollegium des Gymnasiums zu Hadamar. Von da wurde er im November 1850 an die Stelle Seebodes als Referent in Schulsachen an die Regierung zu Wiesbaden berufen und bekleidete diese Stelle bis Herbst 1854, wo er als Professor nach Hadamar zurückkehrte.
Als er die Leitung des hiesigen Gymnasiums übernahm, war er fünfzigjährig, sehr rüstig an Körper und beweglichen Geistes. Auf reiche Erfahrung gestützt, widmete er sich seinem neuen Berufe mit grossem Eifer und brachte reges Leben in die Anstalt. Unter seinen Neuerungen hebe ich hervor, dals er die Leitung der einzelnen Klassen länger in einer Hand lieſs. Als Unterrichtsgegenstand wählte er vor allen das Lateinische in I und legte das gröſste Gewicht auf die Stilübungen. Da er selbst ein trefflicher Lateiner war und ein hervorragendes Lehrgeschick besaſs, erzielte er nicht geringe Erfolge. Auch
*) Wir haben ihn am 21. Juni I. J. zu Grabe getragen. Er sollte die Feier des 350 jährigen Be- Bestehens der Anstalt nicht mehr erleben, bei welcher ihn frühere Kollegen und Schüler, deren besonderer Anhänglichkeit er sich erfreute, schmerzlich vermissen werden.


