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richt derselben wurden zwei Hilfslehrer(Kollaboratoren) angestellt, W. Zickendraht und E. Bernhardt, von denen jeder zwei Ordinariate und 28 Stunden übernehmen mufßste. Auſserdem mulste für Lehrer in den Elementarfächern gesorgt werden; zu dem Behufe z0g man anfänglich aushilfsweise Lehrer der Stadtschule herbei. Ein Zeichenlehrer wurde erst Ostern 1845 in dem Maler Durst gewonnen. Wichtige Veränderungen im Lehrerkollegium waren aufserdem, daſs am 1. Juli 1844 der Konrektor Francke eintrat, um den schon zu Ostern nach Wiesbaden abgegangenen Professor Schmitthenner zu ersetzen; dann zu Ostern 1845 der Professor Schenck an Stelle des Konrektors Kirschbaum. Franke übernahm philologischen Unterricht in den Mittel- und oberen Klassen, Schenck den mathematischen in den oberen und den naturgeschichtlichen in den unteren Klassen. Beide haben als ausgezeichnete Lehrer lange in Segen an unsrer Anstalt gewirkt, Francke bis zu seinem Tode im Jahre 1866, Schenck bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1876. Gleichzeitig mit diesem traten Ostern 1845 Schmidtborn, bisher Konrektor in Hadamar, und Becker, bisher Reallehrer in Höchst, in das Kollegium ein; ersterer als Ordinarius in den unteren Klassen, letzterer als Fachlehrer für das Französische. Er war der erste Deutsche, der diesen Unterricht an dem Gymnasium erteilte und im Unterschiede von seinen Vorgängern, die geborene Franzosen waren, die Grammatik gründlicher zu betreiben anfing.
Um die nötigen Lokale für die neuen Klassen zu beschaffen, mulsten in den ersten Jahren einige Zimmer in dem dem Gymnasium gegenüberliegenden s. g. Komõödienbau gemietet werden. Später wurden die zwei grölsten Klassenzimmer im Gymnasialgebäude durchgeschlagen, 2 Zimmer der Direktorwohnung hinzugenommen und die Pedellenwohnung verlegt, so daſs nun alle acht Klassen untergebracht werden konnten. Aber freilich fühlte man sich jetzt gegen früher sehr beengt; die Räume für die Sammlungen waren beschränkt, die Klassenzimmer klein und schlecht beleuchtet, eins nach dem Lärm der Strafse zu gelegen. Dies blieb so bis zum Jahre 1879.— Die Frequenz stieg im 1. Jahre auf 234, die grölste Schülerzahl, die das hiesige Gymnasium überhaupt je gehabt hat. Auch die oberen Klassen waren in den ersten Jahren noch voll, die erste hatte im Schuljahr 1845/46 50 Schüler, ebenso groſs war die Zahl der Abiturienten zu Ostern 1846. Dies erklärt sich daraus, daſs in den beiden neu errichteten Gymnasien zu Wiesbaden und Hadamar die oberen Klassen
nische Schule in's Leben rief, den zwei oberen Klassen der Pädagogien entsprechend, die unter dem Direktor des Gymnasiums stand, und berief den Rektor des Pädagogiums in Dillenburg, Kretzer, des- halb nach Weilburg. Er sollte allen wissenschaftlichen Unterricht an der neuen Schule übernehmen und gleichzeitig einige Stunden an dem Gymnasium erteilen. 1822 wurde er von dieser letzten Verpflichtung entbunden und erhielt auch für sein Hauptamt Hilfe an dem von dem Pädagogium zu Idstein damals an das hiesige Gymnasium versetzten Professor Hänle. Trotzdem gedieh auch diese Lateinschule nicht, sondern mufste 1826 wieder aufgehoben werden, weil nur noch ein Schüler sie besuchte. Neben diesen öffentlichen Anstalten war nämlich gleich anfangs ein Privatpädagogium(auch„Winkel-Pädagogium“ oder schlechthin„Winkel“ genannt) entstanden, eine vierklassige Vorschule zu dem Gymnasium, welche den Be- dürfnissen der Beamten- und Bürgersöhne besser entsprach. Zu Lehrern wurden Kandidaten der Philologie oder Theologie, mitunter auch Primaner des Gymnasiums von dem Kuratorium angenommen; der Gymnasial- Direktor unterzog sie zeitweilig einer Revision und erteilte bei der Entwerfung des Lehrplans seinen Rat. Die Anstalt war in der Regel von 30— 40 Schülern besucht und leistete dasselbe, wie die vom Staate unterhaltenen Pädagogien; die Schüler konnten, wenn sie nach einer vorher bestandenen Prüfung in das Gymnasium aufgenommen wurden, mit denen, welche von den öffentlichen Vorbildungsanstalten kamen, konkurrieren.— Im Jahre 1840 wurde noch einmal der Versuch mit einer Realschule gemacht, welche ein Lehrer N. Anthes gründete und leitete. Auch diese ging wie die frühere nach einigen Jahren wieder ein.


