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Fischer 2¹⁷) mit vielem anderen aus der Arnsteinischen Erbschaft herleitet 218), kann jedenfalls bei Gerlach II., Heinrichs II. Grossvater, nicht die Rede sein.
Da wir Limburg später bei Gerlachs II. Sohn Heinrich I., dann dessen Söhnen Hein-
rich II. und Gerlach IV. finden, so dürfte nach den früheren Darlegungen 2²⁴¹⁹), wenn, wie wir annahmen, der Besitz Limburgs aus Gleiberg-Clebergischer Erbschaft stammte, bei Gerlach II. vielleicht schon mit Vogel 2²²⁰) Verwandtschaft mit den Clebergern und dadurch mindestens Aussicht oder gar ein Recht auf Erbschaft Limburgs ange- nommen werden können, Besitz aber nicht. Er ist es nämlich, der gleich seinem Bru- der Rembold II. oder mit diesem zusammen wiederholt in Gleiberger Schenkungsurkunden, wie sie vorliegen(bei Kraft, Geschichte von Giessen, im Anhang), von 1141 an erscheint und danach als naher und bezüglich der Güter der Gleiberg-Cleberger interessierter Verwandter anzusehen ist. Es darf aber hier nicht verschwiegen werden, dass Herr Archivdirektor Dr. Freiherr Schenk zu Schweinsberg in Darmstadt in den Mitteilungen des Hanauer Bezirksvereins für Hessische Geschichte 221) 1876 bemerkt, er werde„aus Schrift und Siegelung nachweisen, dass sämtliche Schiffenberger Urkunden des 12. Jahrhunderts mit Ausnahme der von 1129 gefälscht“ seien. Das würde gerade die oben gemeinten Urkun- den von 1141(zwei von Clementia von Gleiberg, eine von Wilhelm und Otto von Glei- berg), von 1145(eine von Erzbischof Albero von Trier) und 1162(eine von Wilhelm und Otto von Gleiberg) treffen. Der Nachweis ist bis jetzt noch nicht erschienen, wie auf mein Befragen Herr Baron von Schenk mir neuestens mitzuteilen die Güte hatte, wobei er jedoch im Namen des Herrn Archivrats Dr. Wyss hinzufägte, eine„von diesem angestellte umfassendere Untersuchung habe ebenfalls ergeben, dass insbesondere auch die beiden Urkunden mit den Siegeln der Gleiberger Grafen’— es sind die Wilhelms und Ottos von Gleiberg vom J. 1141, bei Kraft Nr. 5, und die von 1162, bei Kraft Nr. 8— „Fälschungen seien.“ Die Fälschung zugegeben, dürfte es indessen immer noch die Frage sein. ob die Namen derAussteller und Zeugen, ja sogar der Inhalt der Urkunden ganz aus der Luft gegriffen wären.
Was von Limburg gilt, gilt auch von den übrigen infolge der Verwandtschaft mit den Clebergen später den Nachkommen Gerlachs II. gehörenden Clebergischen Gütern, worüber vielleicht später ²22). Die zuerst urkundlich nachweisbaren der, wie man jetzt meist annimmt, aus Clebergischer Erbschaft— der letzte Graf von Cleberg, Friedrich II., starb 1219 223)— stammenden Besitzungen sind freilich die erst 1220 genannten Rechte an die Kirchen zu Mörle(in der Wetterau bei Friedberg) 2²24) und Holzburg(Ober- und Niederholzburg bei Cransberg, Kreis Usingen, ausgegangen) 2²25). Durch Urkunde vom 30. April 1220 nämlich schenkt Heinrich von Jsenburg, Gerlachs II. Sohn, diese Rechte dem deutschen Orden 226).
Auch die„Schirmvogtei von Trier“ schreibt Reck 227) Gerlach, dem„Soh- ne Rembolds III. von Jsenburg“, also doch wohl unserem Gerlach II., gleich der Stamm- tafel des Standesherrn- Vereins zu. Das scheint sich aber nur zu stützen auf eine Ur- kunde 228) vom J. 1075. worin Erzbischof Udo von Trier einen Grafen Reinbaldus als advocatus noster bezeichnet, den Reck ²²9), wie Simon 230), zu den Isenburgern zählt, offenbar nur des Namens Reinbald wegen. Die Obervogtei wenigstens über die Trierische
217) II S. 31 Anm. i. 218) S. darüber Progr. II S. 5. 2¹9) Progr. III S. 6 ff. 2²20) S. 263 Anm. 5. 221) V S. 11 Anm. 4. 222) Vgl. einstweilen Simon I S. 235 f. u. II S. 118 ff. 223) Simon II S. 8 u. 120. 224) nicht„ Obermerlau bei Friedberg“, wie Wenck III S. 338 u. 339 Anm. i sagt(Merlau ist bei Grünberg), auch nicht Oberwerlau, wie Reck hat S. 59( Werlau liegt im Kreis St. Goar), sondern Obermörlen bei Friedberg. 225) Vogel S. 841; Wagner, Wüstungen in Oberhessen S. 309. Anm. 43. 226) S. Baur. Hess. Urkden I Nr. 93 S. 67 f. Vgl. auch Simon II S. 411 und Frey, Die Schicksale des kö- niglichen Guts in Deutschld unter d. letzten Staufern, 1881. S. 64 f. 227) S. 38 zum J. 1110. 228) Mitt. Urkdb. I S. 432 f. 22²9) S. 35. 230) II S. 74.


