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ſolche Dinge, die ſich ſo anmuthig mit den Schrittübungen verbinden laſſen. Gerade die Springübungen ſind gut für alle Altersſtufen, und die Bewegungsluſt der Mädchen iſt ſogar über das Alter der Ent⸗ wickelung hinaus ſo lebendig, daß ſelbſt größere und ſchon entwickelte Mädchen lebhaft mitſpringen und die größte Freude haben am Weitſprunge; auch Seilſpringen und die Sturmlaufübungen machen ihnen großes Vergnügen. Alle dieſe Uebungen laſſen ſich dann zum kunſtvoll und rythmiſch geordneten Sing⸗ und Tanzreigen vereinigen und gipfeln darin, in welchen das intellectuelle und rythmiſche mit dem äſthe⸗ tiſchen Momente ſo ſchön und fruchtbar vereinigt zur Erſcheinung gebracht werden kann. Die Ausführung der Freiübungen geſchieht vorzüglich im Tacte. Auch hier muß, wie bei der Muſik, der Tact die Seele, das belebende, begeiſternde, das Alle mitreißende Element ſein. Auch Wettübungen, die meiſt mehr als Spiel betrieben werden, z. B. Wettlauf und Wetthinken, gehören in das Gebiet der Freiübungen.
Wie die Freiübungen ſind auch die Ordnungsübungen zu betreiben. Sie ſind mit den Freiübungen vorzugsweiſe dazu angethan, den Gemeinſinn der Kinder zu wecken, ſo daß ſie ſich als ein Glied des Ganzen fühlen; ihre Betriebsweiſe zielt alſo nicht nur auf die Kräftigung des Körpers, ſondern auch auf die des Willens und Charakters ab. Von den Ordnungsübungen ſinden beſonders die ſchönen und reichen Formen derſelben im Reigen vielfache Verwendung; ſie ſollen daher beim Mädchenturnen in weit aus⸗ gedehnterem Maße gepflegt werden, als beim Knabenturnen. Sie fördern vor Allem den Formenſinn und feſtigen den Sinn für Zucht und Ordnung.
Was das Turnen an den Geräthen betrifft, ſo iſt dies zwar vorzugsweiſe paſſend für die kleineren Mädchen, man braucht es aber aus den oberen Claſſen doch nicht ganz zu verbannen, und Mädchen von 13— 14 Jahren turnen noch recht gern an den Geräthen. Natürlich kommt es dabei ſehr darauf an, auf welche Weiſe die Sache betrieben wird, doch darf man auch nicht allzu ängſtlich ſein. Iſt das Mädchen über die eigentliche Zeit der Entwickelung hinaus, ſo wird ſelbſtverſtändlich das Gerätheturnen immer mehr und mehr in den Hintergrund treten. Dagegen können auch noch 15— 16jährige Mädchen Schaukel⸗ und Hantelübungen betreiben, und beſonders werden dann die Schritt⸗ und Hüpfübungen mehr und mehr gepflegt. Welche Geräthe bei den Mädchen gebraucht werden können, wird ſich auch leicht ergeben, wenn man bedenkt, daß der nächſte Zweck des Turnens auch bei den Mädchen die Pflege, Kräftigung, Gewandtheit und Haltung des Körpers ſein muß, damit dieſer allen Anforderungen des Lebens in Bezug auf Handeln und Ertragen möglichſt genüge; daß aber einerſeits die Beſtimmung des Weibes in ſeinem körperlichen Leben weniger die Kraft, als die Gewandtheit und Elaſticität verlangt, andererſeits das Empfindungsleben und das inſtinctive oder bewußte ethiſche Sein des Mädchens allen körperlichen Bewegungen engere Grenzen zieht. Deßhalb ſind alle ſolche Uebungen zu vermeiden, welche durch die Art ihrer Bewegung die Grazie oder das natürliche Gefühl des Anſtandes verletzen können. So ſind vorzüglich Uebungen am Barren, Hang⸗ und Stemmſchaukel, Schwebekanten, Rundlauf oder Kreisſchwingel, großes Seil und Handſeil, Caſtagnetten, Stelzen zu empfehlen. Schwieriger iſt ſchon die Anwendung des Stangen⸗ gerüſtes und der wagrechten Leitern, da die Uebungen an dieſen durch die Art ihrer Bewegung die Grazie oder das natürliche Gefühl des Anſtandes verletzen können. Der Gewinn, den dieſe Uebungen für Stärkung der Muskeln bringen, läßt ſich, wenn auch in beſcheidenerem, dem weiblichen Körper aber ge⸗ nügendem Maße durch die Uebungen an und mit den anderen Geräthen wohl auch erzielen. Allerdings würden die Uebungen am Gerüſte und den wagrechten Leitern eher durchzuführen ſein, wenn ſich eine entſprechende Turnkleidung einführen ließe; dies iſt aber eine Sache, die in den meiſten Schulen nicht durchgeführt und verlangt werden kann. So wird es alſo beſſer ſein, die Uebungen am Stangengerüſte und den wagrechten Leitern wegfallen zu laſſen und ſie durch andere zweckentſprechende Uebungen zu er⸗ ſetzen. Die Gerätheübungen würden alſo nur bis zu einem gewiſſen Alter und allmählig nur mit Vor⸗ ſicht angewendet werden dürfen, dafür können aber bei reiferem Alter neben Frei⸗ und Ordnungsübungen die ſorgfältigſten Uebungen mit den Stäben und auf den Schwebekanten, deßgleichen mit dem Handſeile, den Hanteln und dem Kreisſchwingel eintreten. Da aber der Turnunterricht dem Mädchen nicht blos eine körperliche Anſtrengung zumuthen, ſondern auch eine geiſtige Erholung ſein ſoll, iſt noch etwas Anderes beim Turnen zu pflegen. Soll das Mädchen eine ganze Stunde lang in Reihe und Glied ſtehen oder an den Befehl des Lehrers gebunden ſein, ſo wird ihm der Turnunterricht nicht diejenige Erholung bieten, die es verlangen kann und darf. Deßhalb haben die Spiele, natürlich ſolche Spiele, welche die turneriſche Beweglichkeit fördern, bei dem Mädchenturnen eine wichtige Rolle zu ſpielen. Man


