Aufsatz 
Die Verwandlung der menschlichen Gestalt im Volksaberglauben
Entstehung
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der Mensch die Kunst der Verwandlung erlernt, oder er ver- wandelt sich, weil ihm die Fähigkeit dazu innewohnt, oder es wird ihm die außermenschliche Gestalt durch eine überlegene Macht aufgezwungen.

Infolge erlernter Kunstfähigkeit verwandeln sich die Zauberer der primitiven Welt. Weltweiter Glaube ist es, daß alle Zauber- künste aus dem jenseits stammen. Zaubern kann ein Mensch dann, wenn er einen Gott oder Dämon zu seinem Dienste zwingt, oder, wenn er Gegenstände besitzt, die durch eine Be- rührung mit einem Geistwesen Zauberkraft erlangt haben. Der Gott oder Dämon, dessen Dienst sich ein Priester oder Zauberer ergeben hat, lehrt ihn zum Dank für seine Ergebenheit alle die Kenntnisse, die er zum Zaubern, worunter das Verwandeln einbegriffen ist, vonnõten sind. Die Fähigkeit zur Verwandlung hebt den primitiven Zauberer über seine Mitmenschen hinaus und bringt ihm die Achtung und Ehrfurcht ein, die einem Menschen gebührt, der, den Göttern gleich, nicht an eine Er- scheinungsform gebunden ist und die Möglichkeit, sich zu ver- wandeln zu bedeutendem Vorteil ausnutzen kann. Eine Schatten- seite ist aber damit verknüpft. Der Glaube, den der Zauberer verbreitet, er sei zur Verwandlung in irgendein gefährliches Tier fähig, kann leicht Schrecken und Abscheu vor ihm er regen, und er kann sich angeklagt sehen, mit seiner Kunst Mißbrauch getrieben zu haben. Die Volkswut kann ihm um deswillen an Leib und Leben schaden. Es ist also ein recht bedenklicher Ruf, den sich der erwirbt, der sich zum Tiere, namentlich zum gefährlichen Tiere, verwandeln können vill. Es versteht sich aus diesem Grunde von selbst, daß die Priester der primitiven Welt mit dieser Verwandlungskunst oft nichts zu tun haben wollen, und der Glaube, der nun einmal besteht, daß es Menschen gäbe, die sich verwandeln können, eine Weiterbildung erfahren muſßö. Es wird diese Kunst eine Sache schlechter Menschen werden, die bösen Dämonen dienen und von ihnen die bösen schädlichen Zauberkünste haben, die sie zum Nachteil ihrer Mitmenschen gebrauchen. Der Verwand- lungsglaube kann sich auch dadurch eine neue Begründung schaffen, daß angenommen wird, die bedenkliche Verwandlungs- kunst werde von denen geübt, die von Kind auf dazu die