Aufsatz 
Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der phanerogamen Blüthe / Karl Schenck
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

Nur ein Schüler war von der Theilnahme am griechiſchen Unterricht befreit. Nach§. 154 der Militär⸗Erſatz⸗Inſtruction für den Norddeutſchen Bund vom 26. März 1868 darf den vom Griechiſchen dispenſirten Schülern nur dann ein Schulzeugniß zur Meldung für den einjährigen freiwilligen Militärdienſt ertheilt werden, wenn ſie die ganze Secunda abſolvirt haben, oder wenn ſie nach mindeſtens einjährigem Beſuche der Secunda auf Grund einer beſonderen Prüfung ein genügendes Zeugniß von der Lehrer⸗Conferenz erhalten. Es liegt alſo im Intereſſe auch der Eltern, dem Wunſche ihrer Söhne, vom Griechiſchen dispenſirt zu werden, nicht ohne Weiteres nachzugeben. b

Am Unterrichte in der hebräiſchen Sprache betheiligten ſich im Sommer 9, im Winter 73 Unterricht im Engliſchen nahmen im Sommer 19, im Winter 8 Schüler.

Die Erfolge des Unterrichts überhaupt werden dadurch öfter beeinträchtigt, daß die aus Privatunterricht kommenden Schüler nicht gleichmäßig genug vorgebildet ſind. Es iſt auswär⸗ tigen Eltern nicht zu verargen, wenn ſie aus ökonomiſchen oder andern Rückſichten ihre Söhne länger bei ſich zu behalten und am ganzen Gymnaſialcurſus einige Jahre zu erſparen ſuchen; nur ſollten ſie in der Wahl der Lehrer vorſichtiger ſein. Bezüglich der Lehrer ſelbſt, welche die Vorbildung ſolcher Schüler übernehmen, kann ich, nach den hier gemachten Erfahrungen, den Wunſch nicht unterdrücken, daß ſie ſich in engere Beziehung zu dem Gymnaſinm ſetzen möchten, um von den Klaſſenzielen und den Anforderungen in den einzelnen Lehrgegen⸗ ſtänden genauere Kunde zu erhalten, als es durch die Programme geſchehen kann. Auf die von ihnen geſchickten Schüler macht es einen niederſchlagenden Eindruck, wenn ſie nach dem Ausfalle der Aufnahmeprüfung zwei oder gar drei Klaſſen tiefer geſetzt werden müſſen, als diejenige, für welche ſie vorbereitet zu ſein glaubten. Selbſt in dem Falle, daß ſie auf Grund der Prüfungsreſultate, unter Berückſichtigung des Alters und der an den Tag gelegten Geiſtes⸗ reife in die gewünſchte Klaſſe kommen, ſind ſie in der Regel in einzelnen Gegenſtänden zurück, was zur Folge hat, daß die begabteren und ſtrebſamen ſich übermäßig anſtrengen, die ſchwächeren aber allen Muth perlieren und in den Klaſſen zurückbleiben. Ohne großen Nachtheil für die weiteren Fortſchritte dürften ſich nach den jetzigen Anforderungen nur die beiden unterſten Klaſſen durch Privatunterricht erſetzen laſſen, zumal wenn derſelbe von einem und demſelben Lehrer übernommen wird.(Aus dem vorjährigen Programm wiederholt.)

3 Ueberſicht der behandelten Lehrgegenſtände.

a. Sprachunterricht. poetiſchen und proſaiſchen Muſterſtücken aus Hopf und 1. Deutſche Spracht Paulſiek III. Aufſäße, meiſt nach Gedichten und Corn-

Nepos. Conrector Hillebrand. VI. Kl. wöchenlich 2 St. Wortclaſſen, Declination 1.

4 1... 2 1 8 2 und Conjugation. Leſen und Erklären von Leſeſtücken aus II. Kl. 2 St. Sat⸗ und Interpunctionglehre. Leſen

Hopf- und Paulſiek's Leſebuch, Theil I. 20 Gedichte wur⸗ und Erklären proſaiſcher und poetiſcher Muſterſtücke. Decla⸗ .. Ge4hz. den memorirt und declamirt. Orthographiſche Uebungen. mationen und Auffäße. Profeſſor Stoll.

. Gymnaſiallehrer Woell. v. Kl. 3 St. Leſeübungen in dem Leſebuche von Hopf und Paulſiek für Quinta. Erklärung der Leſeſtücke, Decla⸗ mationsübungen. Einübung der Regeln über Orthographie. Das Wichtigſte aus der Satzlehre. Orthographiſche Uebungen und kleinere Aufſätze. Hilfslehrer Sauer. IV. Kl. 2 St. Lehre vom zuſammengeſetzten Satz und Interpunctionslehre. Leſen, Crklären und Declamiren von

IIb. Kl. Lectüre und Erklärung von Muſterſtücken zu den einzelnen Gattungen der epiſchen und lyriſchen Poeſie⸗ nach Magers Leſebuch III. Declamationsübungen. Auf⸗ ſätze. Oberlehrer Ebhardt.

IIa. Kl. 2 St. Zur Einleitung in die Literaintge⸗ ſchichte: Poetik, d. h. Weſen und Bedeutung der Poeſie⸗ ihre Stellung zu den übrigen Künſten, äußere Form,(Vers⸗ bau), epiſche, lyriſche und dramatiſche Poeſie mit ihren

4