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eigenthümlicher Art, die, wenigſtens bei Lamium und vielen anderen Pflanzen, mit wenig Recht als Spiralfaſern bezeichnet werden. Bei L. a. ſind es fünf bis ſieben Faſern, welche an der Mitte der nach innen gerichteten Zellenwand in einer breiteren Platte zuſammenhängen, von hier aus radial nach verſchiedenen Richtungen, ziemlich gleich ringsum vertheilt, in Bogenform an der Wand der Zelle herlaufen und ſich mit einem nach innen gewandten, perlängerten Füßchen auf dem nach außen gerichteten Wandtheil aufſetzen, ohne ſich hier wieder zu ver⸗ einigen. Die ganze innere Zellenſchicht beſteht aus Zellen mit ſolchen Verdickungsfaſern und eine Unterbrechung findet ſich in jeder Antherenhälfte nur an der Verbindungsſtelle des Connectives und der Scheidewand. Doch finden ſich ſelbſt hier einzelne zerſtreute Zellen, in welchen ſich ſolche Faſern gebildet haben, und zu beiden Seiten dieſer Stelle zeigt auch die Faſerzellenſchicht, welche in allen übrigen Regionen der Anthere nur aus einer einzigen Lage von Zellen beſteht, mehrere ſolcher Lagen übereinander. Die ſchon angedeutete wichtige Function dieſer Verdickungsfaſern beſteht nun darin, daß durch die mit der Stärke immer mehr zu⸗ nehmende Elaſticität derſelben endlich bei der Blüthenentfaltung das Aufſpringen der An⸗ theren veranlaßt und ſo das zur Keimbilduug unbedingt nothwendige Austreten des Pollens aus der Anthere und das Gelangen deſſelben auf die Narbe möglich gemacht wird. Wegen dieſer elaſtiſchen Beſchaffenheit, ſowie der bogenförmigen Geſtalt wäre denn auch die Bezeich⸗ nung dieſer Faſern als Federbogen an der Stelle von Spiralfaſern weit geeigneter. In dieſer Periode ſind dieſelben übrigens ſtets noch ſo außerordentlich fein, daß man ſie leicht ganz überſieht. Auch ſcheinen ſie öfters ſich erſt etwas ſpäter zu bilden. Die Antherenwand iſt zu dieſer Zeit noch ſo ſtark durchſcheinend, daß man unter dem Mikroskope die Pollen⸗ körner deutlich durch dieſelbe hindurch ſehen kann, wie ſie dicht gedrängt bis an die Feder⸗ bogenſchicht herangelagert ſind. Auch jetzt finden wir die Pollenkörner immer noch in dieſelbe grauliche, granulöſe, ſchleimige Maſſe eingebettet, wie früher. Der Inhalt der Pollenkörner iſt ſehr hell, mit centralem größerem und einer Anzahl kleinerer Körnchen. Die Scheide⸗ wände haben ſich, entſprechend der Ausdehnung der ganzen Antheren vergrößert, aber nicht durch Zellenvermehrung, die überhaupt bei den Antherenſcheidewänden nicht vorkommt, ſondern einzig durch Ausdehnung der von vorn herein im Urparenchym angelegten Zellen. Jetzt erſt werden denn auch die Umriſſe dieſer Zellen deutlich ſichtbar, auch weit in das Innere hinein, da die dunkel erſcheinenden Kerne derſelben, die früher durch ihr dichtes Zuſammenlagern den Durchblick hinderten, nun weit auseinandergerückt ſind, während der übrige Raum der rund⸗ lichen Zellen von ganz hellem Inhalte erfüllt iſt. Im Griffel, der um dieſe Zeit etwa l emm lang iſt, finden wir, den beiden Fruchtblättern entſprechend, zwei Gefäßbündel, das eine durch den vorderen, das andere durch den hinteren Theil deſſelben verlaufend. Auch haben ſich in dieſen ſchon einige Spiralgefäße gebildet, die aber nach oben noch nicht über die Verzweigungsſtelle hinausreichen, während ſie nach unten in die Mittelrippen zwiſchen den Fruchtknotenabtheilungen eintreten, dieſelben durchlaufen und noch tief in den Thalamus hinunter ſich verfolgen laſſen. Die Fruchtknotenabtheilungen ſind zwar auf dem Gipfel noch abgerundet, doch zeigen ſie ſich dadurch, daß ſie bei der allmäligen Vergrößerung dicht an einander gerückt ſind, auf dem Querſchnitte ſchon dreiſeitig. Das ganze Piſtill hat noch die urſprüngliche, regelmäͤßige Form, der Griffel iſt noch ganz gerade und die vorderen und hinteren Fruchtknotenabtheilungen ſind noch vollſtändig gleich lang. Der Gipfel der Samenknoſpe iſt durch das überwiegende Wachsthum der äußeren Seite ſchon wieder um ein merkbares Stück von dem zurückbleibenden Knoſpengrunde abgerückt.


