31 niperdus, Ponera contracta, Diplorhoptrum fugax. Von den naſſauiſchen Arten werden ſich die meiſten überall in Naſſau finden; mehrere Arten aber haben eine ſehr locale Verbreitung und ſind zum Theil überhaupt ſehr ſelten. Man vergl. hierüber§. 17. Am reichſten an Ameiſen ſind die warmen Thaͤler des Rheins und der Lahn. Leider iſt die Ameiſen⸗Fauna nur aus der Umgegend von drei Orten bekannt, von Dillenburg, Weilburg und Wiesbaden. Im Lahn⸗, Main⸗ und Rheinthal, ſowie in unſeren ausgedehnten Waldungen iſt hier gewiß noch manche Entdeckung zu machen.
Aus heißen Ländern ſind mehrere Arten mit Waaren, Säͤmereien oder Gewächſen nach Europa und auch nach Deutſchland importirt worden und haben ſich hier in Wohn⸗ und Ge⸗ wächshäuſern angeſiedelt. Dahin gehört in Naſſau die Atta structor(ſ.§. 17). Die Formica Pharaonis L.,(jetzt Monomorium Pharaonis M. genannt, auch unter mehreren anderen Namen beſchrieben, z. B. als Formica Antiguensis F., Myrmica domestica Sh., molesta Sm. nicht Say.), eine der kleinſten Ameiſenarten, die Arbeiter noch nicht 1“ lang, urſprünglich in Süd⸗ amerika zu Hauſe, hat ſich von dort nach den verſchiedenſten Gegenden der Erde verbreitet 4 und überall in Häuſern eingeniſtet, ſo in London, Paris, Copenhagen, Hamburg, Kaſan, Ale⸗ vandrien, Algier, auf dem Cap der guten Hoffnung, auf Celebes und Manilla, in Sidney auf Neuholland. In London, wo ſie erſt im Jahr 1828 die Aufmerkſamkeit der Einwohner auf ſich zog, iſt ſie bereits zu einer Hausplage gewordeu, hat ſogar Häuſer nuͤbewohnbar gemacht. Die ſüdeuropäiſche Pheidole megacephala Los.(pallidula N.) iſt ebenfalls in England impor⸗ tirt worden. Mehrere ausländiſche kleine Ameiſenarten haben ſich in Europa und auch in Deutſch⸗ land in Treibhäuſern angeſiedelt, wohin ſie ohne Zweifel mit exotiſchen Gewächſen gekommen ſind, ſo Myrmica simillima N.(Tetrogmus caldarius Rog.), Ponera punctatissima und andro- gyna Rog. zu Rauden in Oberſchleſien, Myrmica Guineensis F.(Tetramorium Kollari M., Myrm. bicarinata N., cariniceps Guér., reticulata Sm.), urſprünglich bei Rio Janeiro einheimiſch zu Wien und zu Exeter in England; ſie iſt auch auf den Antillen, der ſinaitiſchen Halbinſel, auf Manilla und bei Sidney auf Neuholland gefunden worden. Prenolepis gracilescens, einheimiſch in Chili und auf Ceylon, lebt jetzt im botaniſchen Garten zu Paris.
Auch mit der Höhe über der Meeresfläche ſteht die vorkommende Menge der Gattungen, Arteu und Colonien in umgekehrtem Verhältniſſe. Schon auf einer Höhe von 5000 werden in der Schweiz die Colonien und Arten ſehr ſpärlich, doch finden ſich nach Heer einige Arten bis zu einer Höhe von 8000 in den Alpen. Eine europäiſche Ameiſenart, welche in Oeſterreich vorkommt, beſchräukt ſich auf ſubalpine Gegenden, nämlich die Myrmica sulcinodis N., auch bei Helſing⸗ fors in Finnland einheimiſch. Sonſt ziehen die Ameiſen warme Thäler und ſonnige Bergwieſen den kalten, blumenreichen Alpenwieſen vor.
§. 15. Verſteinerte Ameiſen. Unter den verſteinerten Hymenopteren, welche zuerſt im oberen Jura, dann aber in großer Menge in den Suͤßwaſſerſchichten der Tertiärgebilde vor⸗ kommen, ſpielen die Ameiſen eine weſentliche Rolle. Schieferplatten in Oeningen(im badiſchen Seekreiſe) ſind förmlich mit Abdrücken von Ameiſen überdeckt und laſſen viele Arten zu gleicher Zeit erkennen. Mit ihnen findet man auch eine große Zahl verſteinerter Termiten. In den Tertiärgebilden von Oeningen und Radobof(in Croatien) ſind 62 Arten foſſiler Ameiſen ent⸗ deckt worden, neben 20 Arten Termiten. In dem dort gefundenen Thonſchiefer überwiegen die
11 Mayr, myrmecologiſche Studien, S. 104. Roger, Beiträge zur Kenntniß der Ameiſen der Mittelmeerländer, in der Berliner entomologiſchen Zeitſchrift 1859, S. 259, und deſſelben Aufſatz„über Formiciden“, ebendaſ., 1862, S. 294..


