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Auch bei den Dichtern der alten Griechen und Römer kommt die Ameiſe vor, als Bild unermüdeter Thätigkeit und fleißigen Erwerbs, der Fürſorge für die Zukunft, des Geizes, einer unzählbaren Menge, eines gedrängten eiligen Zuges vieler Menſchen u. ſ. w. Man vergl. Horat. Sat. I, 1, 28. Ovid. Met. VII, 656. Trist. V, 6. Virgil. Aen. IV, 401. Plaut. Tri- numm. II, 4, 7. Virgil. Georg. I, 185. Theocrit. XVII, 107. XV, 45. Apollon. Rhod. Argonaut. VI, 1452. 1
§. 14. Geographiſche Verbreitung. Ueberall auf der Erde, mit Ausnahme der Länder, wo den größten Theil des Jahres hindurch winterliche Kälte herrſcht, gibt es Ameiſen; aber die Menge der vorkommenden Gattungen und Arten, ſowie der Colonien, ſteht theils mit der geographiſchen Breite, theils mit der Höhe über dem Meeresſpiegel in umgekehrtem Ver⸗ hältniſſe, und hängt auch ab von localen Umſtänden, welche auf den Grad der Temperatur und Feuchtigkeit Einfluß haben. Während es in Lappland nur 20, in Großbritannien 25, in Scan⸗ dinavien 32 Arten gibt, kennt man in Deutſchland bereits 70, in Naſſau 43 Arten, aber in den deutſchen Provinzen Oeſterreichs 65; dagegen kommen in tropiſchen Löndern je nach der Beſchaffenheit der Gegend auf einem weit kleineren Areal Hunderte von Arten vor. In Europa ſind bis jetzt etwa 100 Arten bekannt; aber die Zahl aller bis jetzt bekannten Arten überſteigt gewiß 800, wovon bei weſtem die meiſten nur in tropiſchen und ſubtropiſchen Ländern vor⸗ kommen, und jährlich werden hier noch neue entdeckt und bisher unbekannte beſchrieben. In den Tropenländer gibt es viele eigenthümliche Gattungen und Arten, zum Theil von den euro⸗ päiſchen ſehr verſchieden; auch eine, oder je nachdem man eintheilt, zwei bis drei ganze Unter⸗ familien kommen außer den Tropenländern nicht vor; ſelbſt ein jeder Erdtheil hat ſeine eigen⸗ thümlichen Gattungen und Arten. Manche europäiſche Arten gehen über nach Nord⸗ und Mittel⸗ Aſien, einige ſogar nach Nord⸗Amerika, die des ſüdlichen Europa nach Nordafrika; aber in Tropenländern iſt noch keine europäiſche Art, in Europa keine der in jenen Ländern einheimiſchen Arten gefunden worden; jedoch eine europäiſche Art, Tetramorium caespitum, eine unſerer ge⸗ meinſten Arten, hat die Novara⸗Expedition aus Hongkong, im ſüdlichen China, mitgebracht(Mayr, myrmecologiſche Studien, S. 92.), und einige Arten find mit Waaren oder Gewächſen aus tropiſchen Ländern nach Europa und ſelbſt Deutſchland eingeführt worden. Wenige Arten kommen in allen drei Erdtheilen der alten Welt vor, einige außerdem noch in Nordamerika. Auſtralien hat durchaus eigenthümliche Arten und zum Theil auch Gattungen. In Naſſau ſind manche Gattungen nur durch eine Art vertreten, wie Camponotus, Atta und Ponera, wovon es in Tropenländern ſehr viele gibt; die erſte Gattung iſt ſchon im wärmeren Europa ziemlich reich an Arten; auch kommen von ihr in nördlicheren Gegenden mehrere uns fehlende Arten vor. Eine ganze in tropiſchen Ländern an Gattungen und Arten, und zwar großen, ſehr reiche Unterfamilie, die der Poneridae, iſt bei uns, wie in ganz Deutſchland, nur durch eine ſehr kleine Art vertreten(Ponera contracta). Süd⸗Europa hat Gattungen und Arten, welche den nördlichen fehlen, z. B. die Gattungen Pheidole, Monomorium, Cremastogaster, Cataglyphis u. a. Manche unſerer Arten haben eine weite Verbreitung. So ſindet ſich Lasius niger, unſere gemeinſte Ameiſe, in ganz Europa, Weſt⸗Aſien, Nordamerika und auf Madeira. Von naſſauiſchen Arten kommen in Nord⸗ und zum Theil in Mittelaſien vor: Camponotus ligniperdus, Formica sanguinea, rufa, congerens, cunicularia, Myrmica laevinodis, ruginodis, lobicornis, scabrinodis; in Nord⸗Afrika: Formica fusca, Ponera contracta; auf Madeira: Plagiolepis pygmaca, For- mica fusca, Lasius niger, Ponera contracta. In Nordamerika ſind von unſeren Ameiſen ein⸗ heimiſch: Formica rufa, sanguinea, fusca, Lasius niger, flavus, umbratus, Camponotus lig-


