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ſterben aber bald. Die währeud des Schwärmens erfolgte Befruchtung macht die W. für ihr ganzes Leben fruchtbar. Wie lange dieſes dauert, iſt unbekannt; jedenfalls überwintern ſie und legen noch im nächſten Jahr Eier. Zuweilen verfliegen ſich ganze Schwaͤrme, ehe ſie ſich auflöſen. So erſchienen im Jahr 1857 am 6. October in Braubach ungeheuere Schwärme geflügelter Ameiſen, welche die Luft faſt verdunkelten und Menſchen und Vieh ſo beläſtigten, daß es im Freien kaum auszuhalten war, verſchwanden aber nach einem Regen ſo räthſelhaft, wie ſie gekommen waren. Am 28. Juli 1860 zog in dem mähriſchen Dorfe Klobauk eine förmliche Wolke fliegender Ameiſen von Oſten nach Weſten; viele Hunderte davon wurden gefangen. Der Zug dauerte bei hellem Sonnenſchein über ¼ Stunde. Gegen die Sonne geſehen ſchien es, als wenn Schneeflocken fallen würden. Am 7. Auguſt 1847 zeigten ſich un⸗ geheuere Schwärme in Winterthur, ſo daß der Boden in der Stadt und Umgegend mit dieſen Thierchen ganz überſäet war; einen Tag darauf war der Vierwaldſtädter⸗See mit Ameiſen faſt bedeckt. Auch auf dem Züricher⸗See fand man große Maſſen. An anderen Orten der Schweiz, wie auch in Wuͤrtemberg, wurden an demſelben Tage ſolche große Schwarme beobachtet, welche ſich in ſüdlicher Richtung fortbewegten ¹].
Die Schwärmzeit iſt nach den Arten verſchieden. Einige ſchwärmen ſchon im April und Mai, andere im Mai und Juni, die meiſten am Ende des Frühlings oder im Sommer, noch andere im Spätſommer und Anfang des Herbſtes(ſ.§. 17). Bei vielen dauert die Schwärmzeit den ganzen Sommer hindurch oder bis in den Herbſt hinein, ſo daß einige Neſter früher, andere ſpäter ſchwärmen. Noch Ende October kann man bei warmem Wetter geflügelte Ameiſen fangen. Auch bei ſolchen, welche in der Regel ſehr frühe ſchwärmen, gibt es Neſter, deren Schwärmen erſt im Sommer oder Herbſt eintritt.
§. 7. Aus dem Leben der Ameiſen. Wenige Thiere bieten dem denkenden Freunde und Beobachter der Natur ſo viele intereſſante Erſcheinungen des Lebens dar, wie die Ameiſen; Vieles, was man über dieſe Inſekten lieſt, grenzt an das Wunderbare und könnte in das Reich der Fäbeln verwieſen werden, wenn es nicht durch zuverläſſige Beobachtungen beſtätigt würde. Eine ausführliche Darſtellung ihrer Lebensweiſe erlaubt indeſſen der dieſer Abhandlung geſtattete Raum nicht, und ich muß mich daher auf die beſonders intereſſanten Züge aus dem Leben der Ameiſen beſchränken, und verweiſe für weitere Studien auf folgende Schriften: 1) Huber, recherches sur les moeurs des fourmis indigènes. Paris, 1810. 2 tom. Das Hauptwerk über das Leben der Ameiſen, vielfältig in naturgeſchichtlichen Schriften benutzt. Der Verfaſſer beobachtete die Ameiſen nicht allein in der freien Natur auf das ſorgfältigſte, ſondern er hielt ſich eine Ameiſen⸗Colonie in einem gläſernen Behälter, ſo daß er den inneren Bau des Neſtes und alle Arbeiten und Beſchäftigungen der Ameiſen genau beobachten konnte. 2) Kirby und Spence, Einleitung in die Entomologie, überſetzt von Oken. 4 Bde. Stutt⸗ gart, 1823. 3) Oken, allgemeine Naturgeſchichte, Bd. V. Abth. 2. 4) Le Peletier de St. Fargeau, histoire naturelle des hymenoptères. Paris, 1836. 3 tom. tom. I. 5) Hoff⸗ mann, Ph., der Ameiſenſtaat, deſſen Bewohner und innere Organiſation. Bamberg, 1860. 6) Nagel, der wunderbare Haushalt der Ameiſen. Aus eignen Beobachtungen mitgetheilt. In der allgem. naturhiſtor. Zeitung, I. S. 549. Höchſt werthvolle Beobachtungen über das Leben der Ameiſen enthalten auch folgende ältere Werke: 1) Réaumur, mémoires pour servir à Thistoire des Insectes. 6 tom. in IV. Paris, 1734.(Mit vielen Abbildungen.)
1] Heer, die Hausameiſe Madeira's.


