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ſchuppige oder blätterige Hülle, im Inneren aber die oben beſchriebene Einrichtung der Neſter unſerer Ameiſen. Sie ſind verfertigt aus Samenwolle, dem filzartigen Ueberzuge mancher Blätter, zerkauter oder zerſtückelter Blattſubſtanz, zerkauten Holztheilchen, auch aus zuſammen⸗ gekitteter Erde, mit Blattſtückchen und Steinchen gemiſcht, ſelbſt aus getrocknetem Pferde⸗ und Maulthierdünger; auch gibt es ſolche, welche von gegen einander gebogenen und an den Rän⸗ dern miteinander verbundenen Blättern ſackartig umgeben ſind. Nach Livingſtone's Beobachtung bauen ſich Ameiſen in flachen Gegenden Süd⸗Afrika's, welche in der Regenzeit unter Waſſer geſetzt werden, an Grasſtengel kleine Wohnungen aus zähem, ſchwarzem Lehm, welche ſie beziehen, wenn ſie durch die Fluth aus ihren unterirdiſchen Wohnungen vertrieben werden. Manche Arten niſten nur an beſtimmten Orten; andere wählen zwar in der Regel beſtimmte Orte, richten ſich aber doch auch nach der Localität. Manche bauen auf die verſchiedenſte Art und an den verſchiedenſten Localitäten.(Vergl.§. 17 bei den verſchiedenen Arten).
§. 5. Entwicklung. Bei den Arten, deren Neſter eine zahlreiche Bevölkerung haben, kann ein W. vom Frühjahr bis zum Herbſt mehrere Tauſend Eier legen. Dieſe ſind ſehr klein, bei unſerer größten Ameiſe, dem Camponotus ligniperdus 1% mm lang und ½ mm breit, länglich, faſt cylindriſch, weiß oder gelblich; wenn ſie bei mehreren Arten braun oder ſchwarz angegeben werden, wie bei Lasius flavus, ſo hat wohl eine Verwechslung mit Blattlauseiern Statt gefunden. Was man im gewöhnlichen Leben Ameiſeneier nennt, ſind die Geſpinnſte, worin ſich die Puppen befinden. In den Neſtern liegen die Eier in Häufchen in den Zellen oder Gängen. Auch findet man oft eine kleine Höhlung in der Erde unter einem Steine, oder unter Raſen oder Moos oder Baumrinde, worin ſich ein W. mit einem Häufchen Eier befindet, immer ein W., welches den Grund zu einer neuen Colonie und einem neuen Neſte legt und noch keine A neben ſich hat. Sobald die Eier in einem Neſte gelegt ſind, werden ſie ſogleich von A. in beſondere Zellen getragen und hier in Häufchen aufgeſchichtet. Zur Entwicklung bedürfen ſie eines beſtimmter Grades der Temperatur und Feuchtigkeit. Deßhalb werden ſie von den A. bald an dieſe, bald an jene Stelle des Neſtes getragen, bald mehr nach oben, bald mehr in die Tiefe, oder nach Bedürfniß ganz oben auf das Neſt, oder unmittelbar unter deſſen natür⸗ liche Decke, und von Zeit zu Zeit mit einem Safte, den die Arbeiter von ſich geben, befeuchtet. Vom erſten Frühling an bis in den Herbſt findet man Eier in den Neſtern, ſelbſt im Winter ſollen deren auf dem Grunde des Neſtes gefunden worden ſein. Arbeiter⸗Eier finden ſich zu ieder Zeit, männliche und weibliche aber nur zu beſtimmten Zeiten und nur einmal des Jahres. Die Zeit ihrer Entwicklung iſt bedingt von der Localität, ſowie von der Witterung und Jahreszeit, mag durchſchnittlich 14 Tage betragen. Die aus den Eiern ſchlüpfenden Larven werden ſogleich von den A. in beſondere Zellen getragen, nach dem Geſchlechte geſondert. Sie ſind weiß, fußlos, weich und wurmförmig, mehr oder weniger walzenförmig, nach vornen ver⸗ ſchmälert, nach hinten verdickt, am Ende abgerundet, immer in gekrümmter Stellung liegend mit dem Kopfe nach unten übergebogen, überall mit kurzen Haaren ziemlich dicht beſetzt. Außer dem Kopfe beſteht ihr Körper aus 12 Ringen. Der Kopf iſt klein, kugelig, etwas härter, als der übrige Körper, ohne Fühler, mit Spuren von Augen; die Freßwerkzeuge beſtehen aus einer Oberlippe, 2 kleinen Ober⸗ und Unterkiefern, einer Unterlippe mit einer kurzen vorſtreckbaren Zunge und einer Spinnwarze(wie bei den Raupen), auch kleinen Spuren von Taſtern. Die Größe iſt nach Alter und Geſchlecht verſchieden, in letzterer Hinſicht bei gleichem Alter oft ſehr verſchieden, wie bei dem vollkommenen Inſekt. Eine Anſicht geht dahin, daß die weiblichen Larven, wie bei der Hausbiene, urſprünglich von den Arbeiter⸗Larven nicht verſchieden


