Aufsatz 
Naturgeschichte der Ameisen und Anleitung zur Bestimmung der nassauischen Arten : 1. Theil / Schenck
Entstehung
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lichen Meſonotum noch ein kleinerer Theil hinten durch eine Fuge abgetrennt, das Schild⸗ chen, hinter welchem von dem Metanotum noch ein ſchmaler ſtreifenförmiger Theil, das Hinter⸗ ſchildchen durch Fugen abgegrenzt iſt. An dem Metanotum unterſcheidet man wieder den oberen wagrechten Baſaltheil von dem hinteren abſchüſſigen Theil, beide aber nicht durch Fugen getrennt. Bei vielen Arten hat das Metanotum hinten zwei dorn⸗ oder zahnartige Aus⸗ wüchſe; bei vielen ausländiſchen finden ſich dergleichen auch an den anderen Theilen des Thorax, oft auch am Stielchen, bei manchen von bedeutender Länge.

III. Die Flügel finden ſich nur bei den W. und M., und erſtere verlieren ſie nach der Befruchtung(ſ.§. 3 und 5). Dieſe ſogenannten geflügelten Ameiſen findet man, wie geſagt, nur zu einer beſtimmten Zeit des Jahres im Neſte und nur auf einige Wochen (ſ.§. 5 und 6). Nur die Vorderflügel ſind wichtig für die Beſtimmung der Gattungen und daher unter Flügeln in den Beſtimmungstabellen des II. Theils dieſer Abhandlung immer die Vorderflügel zu verſtehen. Die Vorderflügel ſind neben am Meſonotum, die Hinterflügel neben am Metanotum eingelenkt. Die Vorderfluͤgel ſind meiſtens ſehr lang, liegen in der Ruhe auf den Hinterflügeln und über einander geſchoben flach auf dem Rücken und reichen meiſt weit über den Hinterleib hinaus. Sie ſind nicht feſt eingelenkt und fallen beſonders bei den W. leicht ab. Man unterſcheidet drei Ränder: Vorder⸗ oder Außenrand, im Fluge nach vorn, in der Ruhe nach außen gerichtet, Innenrand, im Fluge nach hinten, in der Ruhe nach innen gerichtet, und Hinterrand, im Fluge nach außen, in der Ruhe nach hinten gekehrt. Die Stelle, wo der erſte und dritte zuſammenſtoßen, heißt Flügelſpitze. Der Innenrand hat nicht weit vom Ende einen Einſchnitt. Grund(Baſisz heißt die Stelle, wo ſie am Thorax befeſtigt ſind. Die dünne Haut, woraus die Flügel beſtehen, iſt von Adern(Rippen), hornartigen Röhren, durchzogen. Man unterſcheidet Längs⸗ und Quer⸗ adern. Von der Baſis der Vorderflügel gehen vier Längsadern aus, die Randader, Unterrandader, Medialader und Analader. Die Nandader lauft unmittelbar am Vorderrande und vereinigt ſich etwas hinter der Mitte des Vorderrandes mit der zunächſt unter ihr ſich erſtreckenden Unterrandader. Hier befindet ſich am Nande eine hornartige, ſchwielige, meiſt dunkel gefärbte Stelle, das Randmal(Stigma) ¹, hinter welchem die beiden vereinigten Längsadern am Vorderrande ſich her erſtrecken. Die Medialader lauft ohngefähr in der Mitte zwiſchen dem Vorder⸗ und Innenrande etwa durch das erſte Drittheil des Flügels, worauf ſie ſich ſchief nach dem Ende des Innenrandes oder nach deſſen Einſchnitt wendet. Die Analader, zunächſt dem Innenrande, geht in ſchräger Richtung nach dieſem Einſchnitt hin. Die Medialader ſchickt kurz vor ihrem Ende einen Aſt nach dem Hinterrande hin, die Discoidalader genannt. Von der Medialader geht nahe an ihrer Beugungsſtelle eine Querader, oft winkelig gebogen, nach der Unterrandader in ſchräger Richtung, die Me⸗ dialquerader. Aus dieſer Querader entſpringt eine ſich winkelig hin und her biegende Längsader, die Cubitalader, unterhalb des Stigma's in zwei Aeſte getheilt, den oberen und unteren Cubitalaſt; jener erſtreckt ſich in ſchräger Richtung nach oben, dieſer ſchräg nach unten. Die Cubitalader ſelbſt oder ihr oberer Aſt oder die Theilungsſtelle iſt mit dem Stigma durch eine kleine Querader, die Stigmaquerader, verbunden. Oft findet ſich auch zwiſchen den beiden Cubitaläſten eine Querader, die Cubitalquerader. Bei eiuer inländiſchen Gattung(Myrmica) trennt ſich von der Cubitalader kein oberer Aſt; aber an ſeiner Stelle

1] orqpua, Stich, Fleck.