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A. ſitzen auf dem Scheitel in einem mit der Spitze nach unten gerichteten Dreiieck noch 3 kleine, kugelige, einfache Augen, Nebenaugen(Punktaugen) genannt. Bei einer inländiſchen Art, Ponera contracta, haben die A. ſo kleine Netzaugen, daß man ſie nur mit einer guten Loupe erkennt; bei mehreren ausländiſchen Gattungen, wie Typhlopone und Anomma, fehlen beiderlei Augen 1]..
3) Die Freßwerkzeuge ſind dem unteren oder vorderen Ende des Kopfes eingelenkt und beſtehen bei den Ameiſen aus folgenden Theilen: 1) einer kleinen hornartigen Oberlippe, am Endrand der oberen Kopfſeite eingelenkt, mehr oder weniger rechteckig; 2) zwei ſtarken hornartigen Oberkiefern, meiſt flachgedrückt, nach dem Ende erweitert, mit einem ſchrägen, meiſt gezahnten Kaurande, ſeftner(nur bei zwei einheimiſchen Gattungen Polyergus und Stron- gylognathus) ſchmal, walzenförmig, gekrümmt, ungezahnt, am Ende zugeſpitzt; bei ausländiſchen Ameiſen ſind ſie von ſehr mannigfaltiger, oft abweichender Bildung, häufig von ungeheuerer Länge; 3) zwei dünnen, wieder aus drei Stücken zuſammengeſetzten Unterkiefern, unter den vorigen liegend, zum Kauen unbrauchbar, dem folgenden Theile als Scheide dienend; 4) einer hornartigen Unterlippe, der unteren Kopfſeite eingelenkt, aus dem halbmondförmigen Kinn und der eigentlichen Unterlippe beſtehend, jenes die Einlenkung an den Kopf vermittelnd; 5) einer kurzen, häutigen, am Ende der Unterlippe ſitzenden Zunge, zum Saugen von Flüſſigkeiten dienend; 6) zwei Paar Taſtern(Palpen), dünnen, gegliederten, hornartigen, beweglichen Fäden, auf der unteren Kopfſeite herabhängend, ein Paar(das längere) an den Unterkiefern, an jedem einer, neben an der Außenſeite in einer Grube ſitzend, das andere am Vorderrande der Unterlippe neben der Zunge, jene Kiefertaſter, dieſe Lippentaſter genannt, jene bei unſeren Ameiſen 2— gliedrig, dieſe 2— 4gliedrig.
Ganz unten auf der Oberſeite des Kopfes iſt ein Feld durch eine Fuge abgegrenzt, Kopf⸗ ſchild(Clypeus) genannt, dreieckig oder viereckig, ohngefähr in der Mitte ſeines Seiten⸗ randes eine Grube, die Schildgrube. Wenn, wie meiſtens der Fall iſt, die Fühler am Rande des Kopfſchildes entſpringen, fließt dieſe mit der Fühlergrube zuſammen; getrennt iſt ſie, wenn die Fühler entfernt vom Kopfſchilde entſpringen. Die Fühlergruben werden nach innen von ſchmalen aufgebogenen Hornleiſten, den Stirnleiſten, begrenzt. Unter dieſen entſpringen die Fühler. Der Theil des Kopfes zwiſchen der Urſprungsſtelle der Fühler und den Neben⸗ augen heißt die Stirne, eine vertiefte Linie auf derſelben unterhalb des mittleren Nebenauges die Stirnrinne, die Gegend um die Nebenaugen der Scheitel.— Bei vielen tropiſchen Ameiſen iſt der Kopf durch enorme Größe, ſonderbare Geſtalt oder dornartige Auswüchſe ausge⸗ zeichnet; auch die Fühler haben bei manchen einen abweichenden Sitz.
II. Der Thorax(Vorderleib, Bruſt) beſteht aus dret, feſt unter einander verwachſenen, durch Fugen begrenzten Theilen, jeder derſelben wieder aus einem oberen und unteren, beide an den Seiten des Thorax durch eine Fuge getrennt. Die drei oberen Theile heißen vom Kopfe an nach hinten: Vorderbruſtrücken(Pronotum), Mittelbruſtrücken(Me⸗ ſonotum) und Hinterbruſtrücken(Metanotum) ²], oft auch Prothorax, Meſo⸗ thorax, Metathorax; die 3 unteren: Vorderbruſt(Proſternum), Mittelbruſt (Meſoſternum) und Hinterbruſt(Metaſternum) ³.. Von dem nach dem Ge⸗ ſchlecht verſchiedenen Bau dieſer Theile handelt§. 3. Bei den W. und M. iſt vom eigent⸗
1] Vielleicht dienen die einfachen Augen zum deutlichen Sehen ſehr naher Gegenſtände, die Netzaugen mehr zum Sehen in die Ferne.— 2]%⁸. Bruſt.„ 0*, Rücken, n06, vor,„aos, mitten, uerd, nach.— 3] oregroy, Bruſt.


