Aufsatz 
Monographie der geselligen Wespen mit besonderer Berücksichtigung der Nassauischen Species
Entstehung
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hört zur Ordnung der Dipteren; manche rechnen ſie auch zu den Hymenopteren oder zu den Kafern. Eine andere Gattung dieſer Familie, Stylops, ſchmarotzt im Leibe von Andrenen, einer Bienen⸗ gattung. Das fußloſe Weibchen wohnt im Leibe der vollkommenen Wespe. Es pflanzt ſich fort, indem es zwiſchen zwei Ringen durch die Bindehaut ſich durchdrängt und mit einem Theile ſeines Körpers hervortritt, und dann ſogleich ſechsfüßige Larven durch eine Spalte ſeines Körpers aus⸗ kriechen läßt. Dieſe laufen auf dem Hinterleibe der Wespe herum, werden von ihr in das Neſt getragen und bohren ſich hier in Wespenlarven, wo ſie ihre hornartige Haut mit den Füßen ab⸗ ſtreifen und ſo zu weichen fußloſen Maden werden. Ihren Larvenzuſtand durchleben ſie auch noch in der Puppe und ſelbſt der vollkommenen Wespe. Zu ihrer letzten Verwandlung treten die Larven zwiſchen 2 Ringen, wie die vollkommenen Weibchen, mit dem Vordertheile ihres Körpers hervor. Bei dem Weibchen beſteht dieſe Verwandlung nur im Verhärten des Vordertheils und in einigen anderen Veränderungen ihrer Körpertheile; die männlichen Larven aber verhärten zu einer Puppe, aus welchen ſich ein kleines geflügeltes Inſekt durch Sprengung der Haut entwickelt. Die leere Puppenhülle bleibt ſtecken und die Wespe trägt ſie, zwiſchen 2 Ringen hervorragend, ihr ganzes Leben hindurch mit ſich herum. Man vergl. Cüvier das Thierreich, geordnet nach ſeiner Organi⸗ ſation, überſetzt von Voigt, Bd. 5(von Latreille bearbeitet) und eine ausführliche Monographie von C. Th. von Siebold in Wiegmanns Archiv für Zoologie.

Eine Falkenart, der Wespenfalke, Falco apivorus, frißt ſehr gern die Wespen und Hummeln, beſonders ihre Larven, und zerſtört deßhalb ihre Neſter. Den vollkommenen Wespen beißt er, wie Lenz in ſeiner Naturgeſchichte ſagt, den Stachel ab, und verſchluckt ſie dann. Auch der Fuchs ſoll die Larven der Wespen und Hummeln ſehr gern freſſen und ihre Neſter deshalb aufgraben. 8

1 §. 15. Schlußtworte. Wie die kleine Gruppe der Papierwespen, ſo eröffnet jede Ab⸗ theilung der Inſekten⸗Klaſſe nicht allein dem Freunde wiſſenſchaftlicher Naturſtudien ein weites und fruchtbares Feld der intereſſanteſten Forſchungen und Beobachtungen, ſondern bietet auch dem Lehrer der Naturkunde das reichſte Material zu allſeitiger Bildung der Jugend, namentlich aber zu der ſo nothwendigen, leider aber nur zu ſehr vernachläßigten, Uebung und Entwicklung des Anſchau⸗ ungsvermögens und Beobachtungsgeiſtes dar. Ja ich möchte in pädagogiſcher Hinſicht die Ento⸗ mologie und Botanik über die anderen Zweige der Naturgeſchichte ſtellen. Welche Gegenſtände der Natur könnten wohl ein ſolches Intereſſe im Gemüthe der Jugend erregen, als Geſchöpfe, die, wie Réaumür ſagt, nicht blos für ſich belebt ſind, ſondern auch Blättern, Früchten und Blumen, worauf ſie wohnen, Leben ertheilen, die jeder Spaziergang den Blicken offenbart, und über die man neue Beobachtungen machen kann ohne Ende? Wie ſehr ſind nicht die wunderbaren Lebens⸗ erſcheinungen der Inſekten auf den verſchiedenen Stufen ihrer Entwicklung und die Erzeugniſſe ihrer Kunſttriebe geeignet, die Aufmerkſamkeit der Jugend zu feſſeln? und welch eine Welt von Wundern eröffnet ſich dem Blicke des Schülers, wenn der Lehrer den Gebrauch des Mikroſcops mit dem entomologiſchen Unterricht verbinden kann? Nirgends bietet ſich dem Lehrer mehr Gelegenheit dar, auf das äͤſthetiſche und religiöſe Gefühl der Jugend belebend und veredelnd einzuwirken, als in dieſem Zweige der Zoologie, wo ſich in reichſter Fülle die ſchönſten Formen, die prächtigſten Farben, die geſchmackvollſten Zeichnungen, die zierlichſten Sculpturen, der herrlichſte Glanz und Schiller zeigen.Die eine der Sprachen, welche der Höchſte ſelber von Ewigkeit zu Ewigkeit fortredet,