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ihre Kiefer öffnen und ſich emporrichten, aus ihrem Munde einen ſüßen Saft ein. Ausgewachſen ſpinnen ſie ſich über ihre Zelle mittelſt eines aus einer Oeffnung ihrer Unterlippe tretenden Saftes einen weißen Deckel und überziehen auch die Wände mit einem dünnen Seidengewebe. Nach ei⸗ nigen Tagen werden ſie dann durch Häutung zu einer Puppe, ohne ſich aber vorher als Larven gehäutet zu haben. Die Deckel über den Zellen der männlichen und weiblichen Larven ſind gewölbter als die über den Arbeiterzellen. Man kann die Larven auch eine Zeitlang mit ſüßen Stoffen, ſelbſt mit durch Speichel zuſammengekneteten Brodſtückchen am Leben erhalten; ſie ſterben aber, ehe ſie zur Verpuppung gelangen. Die Puppen gleichen den Käferpuppen. Sie ſind weiß und weich, unfähig, ſich von der Stelle zu bewegen und Nahrung zu ſich zu nehmen; nur ihr Hinterleib iſt beweglich; man ſieht alle Theile des vollkommenen Inſekts; ſie liegen aber dicht am Körper, wie bei einer ſchlafenden Wespe, und ein jedes iſt, wie der Kopf und Rumpf, in ein dünnes Häutchen gehüllt, aber ſie ſind nicht wie die Schmetterlingspuppen, von einer gemeinſchaftlichen hornartigen Schale umgeben; die Flügel liegen als kleine Läppchen an der Bruſt. Nach und nach färbt und härtet ſich die Puppe, ihre dünne Hülle vertrocknet und wird abgeſtreift, die Glieder ſtrecken und bewegen ſich, die Flügelläppchen entfalten ſich und wachſen zu Flügeln, und ſo hat ſich die Puppe zur vollkommenen Wespe ausgebildet. Dieſe zernagt mit ihren Oberkiefern den Deckel ihrer Zelle und verläßt dieſelbe, worauf ſogleich Arbeiter die Zelle reinigen und zur Aufnahme eines neuen Eies in Stand ſetzen. Die junge Wespe iſt anfangs noch blaß von Farbe und ihre Haut beſitzt noch nicht ſogleich die gehörige Härte. Erſt nach völliger Färbung und Härtung ihrer Haut, wozu einige Tage gehören, verläßt ſie das Neſt. Bis dahin wird ſie von Arbeitern ernährt.
Die Wespen müſſen, wie die Ameiſen, Hummeln und einſamen Kunſtbienen, häufig die Larven anderer Inſekten als Schmarotzer in ihrem Neſte beherbergen, wo dieſelben entweder die Wespen⸗ Larven oder das Neſt ſelbſt verzehren, zuweilen ſogar durch die Verwandlungsſtufen der Wespen hindurch in deren vollkommenen Inſektenzuſtand mit übergehen. Aus der Familie der Schlupf⸗ wespen(im weiteſten Sinne) hat man in der neueſten Zeit 5 Species aus Wespenneſtern ge⸗ zogen, wo ihre Larven in den Wespenlarven ſchmarotzt hatten.(Vergl. Ratzeburgs Forſt⸗Ichneu⸗ monen Bd. 3.) Mehrere Arten Zweiflügler(Fliegen) legen ihre Eier in Wespenneſter, z. B. aus dem Genus Volucella, Federleichtfliege, wie V. inanis und zonata, Conops (Dickkopffliege), Myopa(Taſchenmeſſerfliege). Die Maden derſelben verzehren die Wespenlarven. Merkwürdigerweiſe haben dieſe Fliegen meiſt eine wespenartige Färbung. Auch einige Kaͤferarten ſchmarotzen in Wespenneſtern, z. B. Triehodes alvearius, welcher ſonſt ſeine Eier in Bienenneſter legt, den ich aber ſelbſt aus einem Neſte der Polistes Gallica gezogen habe, Rhipiphorus paradoxus und einige Arten aus der Familie der Staphilinen. Aus einem Neſte der Vespa tridens habe ich in Menge eine ſchöne Motte erhalten, Galleria Colonella, aus derſelben Gattung, wozu die bekannten Bienen⸗ oder Wachsmotten gehören, nach Treitſchke. in Hummelneſtern ſchmarotzend. Die Larven dieſer Motte leben in weißen ſeiden⸗ artigen Gängen, welche ſie ſich ſogleich nach dem Ausſchlüpfen aus dem Eie ſpinnen und allmählig vergrößern, und nähren ſich von dem Stoffe des Wespenneſtes. Ich fand ſie in jenem Wespen⸗ neſt in Menge, während dasſelbe noch von den Wespen bewohnt war.
Die einheimiſchen Poliſtes⸗Arten tragen in ihrem Kibe oft höchſt merkwürdige Schmarotzer⸗ Inſekten, nätulich Nenos Rossii, aus der Familie der Rhipiptera(Fächerflügler, auch Strepsiptera genannt). Dieſe Familie bildet entweder eine Ordnung für ſich oder ge⸗


