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die ausgegrabene Erde tragen ſie ziemlich weit vom Neſte weg. Die bunten Streifen der Neſter rühren von verſchiedenfarbigen Holztheilchen her. Den Anfang zu einem jeden Neſte macht im Frühjahr ein einziges Weibchen, welches den Winter in Erſtarrung unter der Erde zugebracht hat. Denn ein jedes Neſt wird nur ein Jahr lang benutzt, und im Herbſte gehen die Arbeiter und Männchen durch Kälte und Mangel an Nahrung zu Grunde, ohne Zweifel auch mehr oder weniger Weibchen; ein Theil der befruchteten Weibchen aber überwintert, nachdem ſie ſich tiefer in die Erde verkrochen haben, oder auch im Neſte, nie aber wird daſſelbe zum zweitenmal zum Eierlegen und .Wohnen benutzt, ſondern ein jedes Weibchen legt, ſobald es durch die Sonnenwärme im März oder April aus dem Winterſchlaf erweckt worden iſt, allein den Grund zu einem neuen Neſte und einer neuen Geſellſchaft. Zuerſt verfertigt es eine gewölbte Dachkuppel, den Anfang der Hülle, und hängt unter dieſelbe eine kleine Scheibe. In jede Zelle derſelben legt es ein Ei. Aus dieſen zuerſt gelegten, ſowie aus allen während des ganzen Frühjahrs und eines Theils des Sommers gelegten Eiern entwickeln ſich nur Arbeiter, deren Entwicklung in etwa. 4 Wochen beendet iſt, und welche daher die bei weitem größte Zahl der Bewohner eines Neſtes ausmachen. Das Weihchen muß aber nicht allein dieſen Grund zum Neſte legen, ſondern auch, außer ſeiner eignen, für die Ernährung der Larven ſorgen, welche mit einem ſüßen Safte, den die Ernahrerin jedesmal aus ihrem Munde bricht, wie junge Vögel, geätzt werden. Daher ſieht man im Anfang des Frühjahrs nur einzelne Weibchen, die ſich durch ihre Größe auszeichnen, auf den Blüthen, z. B. der Stachel⸗ beeren und Obſtbäume, wo ſie Blumenſaft ſaugen, ſowie an Baumſtämmen und allerlei Holzwerk, um Materialien für den Neſtbau zu holen, herumfliegen. Sobald aber Arbeiter in genügender Zahl vorhanden ſind, fliegt das Weibchen nicht mehr aus, ſondern legt nur Eier; ob es noch an der Fütterung der Larven Theil nimmt, iſt zweifelhaft. Im Sommer ſieht man daher nur kleine Wespen, nämlich Arbeiter herumfliegen. Die Arbeiter verrichten nun alle Geſchäfte, höchſtens werden ſie von den Weibchen im Füttern der Larven unterſtützt; ſie vergrößern das Neſt, füttern die Larven, ſowie das Weibchen und die gerade nicht ausfliegenden Arbeiter, die Larven mit einem ſüßen Safte, die vollkommenen Wespen ebenſo, aber auch mit feſten Nahrungsſtoffen, z. B. Fliegen, Bienen, Obſt, Fleiſch, die ſie mit ihren Oberkiefern ihnen zutragen, aber ſogleich vertheilen; denn Vorräthe legen die Wespen nicht an; nur hat man, wie geſagt, zu gewiſſen Zeiten, nämlich im Sommer, in Neſtern der Polistes gallica einzelne am Rande befindliche Zellen mit ſehr ſüßem Honig angefüllt gefunden, welcher wahrſcheinlich zur Ernährung der Larven der fruchtbaren Ge⸗ ſchlechter beſtimmt iſt, wie auch die Honigbienen dieſe Larven, namentlich die weiblichen, mit einem beſonders honigreichen Futterbrei ernähren. Ohne Zweifel trägt hier dieſe beſſere Nahrung außer der geräumigen Zelle, zur Entwicklung der Fortpflanzungsfähigkeit bei. So mag es denn auch bei Polistes ſein, und nach Analogie könnte man auf dieſelbe Erſcheinung bei Vespa ſchließen, wiewohl man hier keine Erfahrung darüber gemacht hat. Außerdem haben die Arbeiter die Zelhien, aus welchen junge Wespen ſich entwickelt haben, und das ganze Neſt zu reinigen und zu beſchützen, zu welchem Zwecke immer einige am Eingange Wache zu halten ſcheinen. Erſt im Auguſt entwickeln ſich Männchen und junge Weibchen; beide fliegen ſpäter auch aus; das alte Weibchen aber wird ſchwerlich einen zweiten Winter uüͤberleben. Die Zellen, in welchen ſich die fruchtbaren Geſchlechter entwickeln, ſind größer und befinden ſich beiſammen in den unteren Scheiben. Die Männchen nehmen an dem Arbeiten keinen Theil; jedoch ſollen ſie nach Einigen das Neſt reinigen helfen, z. B. die Leichen hinausſchaffen. Bei den erſten Fröſten werden die Wespen träge und können kaum


