Aufsatz 
Monographie der geselligen Wespen mit besonderer Berücksichtigung der Nassauischen Species
Entstehung
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iſt die aͤußerſte Hulle ſehr klein, einer umgekehrten Untertaſſe äͤhnlich, nur oben das Neſt bedeckend. Wegen der Zuſammenſetzung aus einzelnen von einander ab ſtehenden Schichten hat die Hülle oft eine bedeutende Dicke, gegen 1 Zoll. Die Scheiben ſind rund, liegen wagrecht und beſtehen aus ſechseckigen Zellen, welche oben geſchloſſen, unten offen ſind. Ihr Stoff iſt derſelbe, wie der der Hühlle. Sie nehmen von oben und unten nach der Mitte an Größe zu. Die oberſte iſt an der Hülle befeſtigt, von den übrigen hängt eine jede mittelſt ſtarker, aus demſelben Stoffe verfertigter Säulen an der vorhergehenden, in einem, die ungehinderte Communication geſtattenden Abſtande. Zu dieſem Zwecke ſtoßen auch die Scheiben nicht dicht an die Hülle, ſondern zwiſchen ihrem Rande und der Hülle iſt ein Zwiſchenraum, wodurch den Wespen der freie Durchgang von einer Scheibe zur andern möglich wird. Durch Bänder ſind jedoch die Scheiben auch an der Hülle befeſtigt.

Die Neſter unſrer Poliſtesarten beſtehen nur aus 1, ſelten 2 Scheiben ohne Hülle, ſenkrecht oder ſchräg mittelſt eines ſtarken Bandes an einem Zweige, Halm oder Stein befeſtigt, die Oeff⸗ nungen der Zellen nach außen gekehrt; wegen des Mangels einer Hülle iſt ein ſolches Neſt aus einer feſteren, wie mit einem Firniß uͤberſtrichenen glänzenden Maſſe, geleimtem Löſchpapier ähnlich, verfertigt. Die Zellen dienen zum Aufenthalt für Eier, Larven und Puppen; denn Vorräthe ſam⸗ meln die Wespen nicht; jedoch hat man in Poliſtes⸗Neſtern zu gewiſſen Zeiten einige Zellen mit Honig angefüllt gefunden(ſ. weiter unten.) Geſtalt und Größe der Neſter eiſt nach den Arten ſehr verſchieden. Die kleinſten ſind nicht viel größer als eine dicke Wallnuß, die größten über⸗ treffen die Dicke eines Menſchenkopfes, wie die der V. vulgaris und germanica. Einige ſind kugelig, andere eiförmig, andere birnförmig; von einer mir unbekannten Art gleicht das Neſt einer umgekehrten Flaſche mit langer Röhre, an deren Ende der Eingang iſt. Nach der Größe der Neſter richtet ſich auch die Zahl ihrer Bewohner, welche von einigen Dutzenden bis zu vielen Tau⸗ ſenden beträgt. Jedoch iſt dieſe Zahl zu verſchiedenen Jahreszeiten ſehr verſchieden, am zahlreichſten gegen Ende des Auguſt; im Anfang des Frühjahrs dagegen beſteht die ganze Bevölkerung nur aus einem einzigen Weibchen, der Gründerin des ganzen Neſtes und der ganzen Geſellſchaft.(S. w. unten.) Auch rückſichtlich des Ortes weichen die verſchiedenen Arten von einander ab. So baut Vespa erabro in hohle Bäume, in Speicher und Gartenhäuſer, in Ecken unter die Dächer und auch unter die Erde,(das letzte leugnet Oken fälſchlicher Weiſe) Vespa vulgaris, germanica, rufa nur unter die Erde, Vespa tectorum(eine mir unbekannte Art) auswendig an Dächer, V. Geerii, crassa, Norwegica, flavieincta, similis an Bäume und Sträuche, wo ſie ihr Neſt an Zweige aufhängen, tridens an Balken in Gartenhäuſern, saxonica wahrſcheinlich in die Erde, Polistes gallica und pectoralis an Steiue, Geſträuche und ſelbſt Halme. An Stachelbeer⸗ und anderen Geſträuchen, auch kleinen Baͤumen findet man oft kleine Neſter mit einer Hülle von verſchiedener Geſtalt, deren Bewohner ich jedoch nicht kenne.

Zum Behufe des Neſtbaues ſchaben die Wespen mit ihren ſtarken gezaͤhnten Oberkiefern feine

Holzfaſern ab, auch wohl Stückchen von dem Papier, womit zerbrochene Fenſterſcheiben verklebt ſind, bringen ſie zwiſchen die Vorderfüße, zerkauen ſie zu mehlartigen Theilchen und bereiten durch Vermiſchung mit einem Safte daraus einen dehnbaren Teig. Dieſen ſetzen ſie an das Neſt und verarbeiten ihn mit ihren Kiefern, ihrer Zunge und ihren Vorderbeinen zu einem Blättchen, welches ſie mit ihrer breiten Zunge glätten und zum Schutze gegen Näſſe mit einem leimartigen Stoffe beſtreichen. Diejenigen, welche unter die Erde bauen, müſſen vorher eine Höhle graben oder eine ſchon vorfindliche zu ihrem Zwecke geſtalten; hierzu gebrauchen ſie ihre Oberkiefer und Vorderbeine; 3*