Aufsatz 
Anleitung zur Bestimmung der im Herzogthum Nassau und dessen Umgebung wildwachsenden Pflanzen-Gattungen, nebst pädagogisch-didaktischen Vorerinnerungen / von A. Schenck, Prorector und Professor
Entstehung
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Seine hier gemachte Erfahrung ſpricht er in ſeinem Werke über den Zuſtand der Gymnaſien im weſtlichen Deutſchland aus. Die hierher gehörige Stelle aus dieſem Werke vergleiche man im Dillenburger Programm vom Jahre 1840 S. 32.

Nicht ſchöner kann die Beſchäftigung mit der Pflanzenwelt dem denkenden und fühlenden Jüngling empfohlen werden, als Herder es thut in einem trefflichen Hymnus an die Blumengöttin Flora(zur ſchönen Literatur und Kunſt, Band 7.) Sein Anfang lautet ſo:

Flora, dich feiert mein Hymnus, du ſchönſte, doch ſeltner, als deine Schweſtern, des hohen Olymps Bewohnerinnen, geſungen! Jauchzend gebar dich die Erde dem alten chaotiſchen Winter, Dich, du Erſtling und Stolz und Wonne der fühlenden Schöpfung. Selig prieſen ſich einſt in deiner Götter⸗Umarmung

Jupiter Pluvius ſelbſt und Hyperions heilige Stärke.

Ihnen gebarſt du Proſerpinens Mutter und ſpäter Pomona,

Beide ſchön; doch ſchöner, als beide, die blühende Mutter.

Flora, du kleideſt die Erde mit hellem ſmaragdnem Gewande, Schön durchwebet und bunt mit Farben des himmliſchen Bogens. Prächtig glänzt in der Nacht der Sterne funkelnder Gurt hin, Welcher den blauen Talar des alten Cölus umwallet;

Aber noch reizender geht am offenen Tage die Tellus,

Von dir, Flora, geſchürtzt mit leichtem Blumengehänge.

Zahllos iſt die Menge der blumentragenden Pflanzen,

Die am ſäugenden Buſen der allernährenden Mutter

Mit der oberen Fläche der viel gebildeten Blätter

Trinken der Sonne Licht, den nächtlichen Thau mit der untern. Von den beſchneiten Gebirgen der nordiſchen langen Polarnacht, Bis zur erdumgürtenden Zone des heißen Aequators

Iſt kein Raum ſo gering im weiten Gefilde der Schöpfung, Keine der Alpen ſo ſteil, und keine der Steppen ſo ſandig, Daß ſie nicht nähre Geſchlechter der Pflanzen, der Lage geeignet. Pflanzen überweben das Bett der Quellen und Ströme; Andere nähret der Rhein, und andere der Orellana.

Selbſt in der finſteren Tiefe des erdumgürtenden Weltmeers, Wo kein Orkan ſie empört, wohin kein Blei je hinabſank, Scherzen in weiten Fluren, umwallt von ragenden Hainen Seltſam gebildeter Pflanzen, die Heerden der Amphitrite.

Flora, wo deine Hand mit hymenäiſchem Bande

Nicht im Lenze vermählte der Tellus zahlloſe Kinder, Trauret umher die Natur in Nahrung entbehrender Oede. Wein⸗ und geſanglos ſchleicht Autumnus; es darbet Pomona; Nichtiges Stroh entfaltet der Fackel des Sirius Ceres; Traurig ſtehet der Hain, der chaoniſchen Eicheln entbehrend: Denn es ergrauete ſchon im April die Hoffnung des Jahres.

Ebenſo maleriſch ſchön wird in dieſem Hymnus ferner beſungen die Schönheit und