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in neueſter Zeit begründeten und geſtalteten Naturwiſſenſchaft.“ Und an und der eſt ie erſeir in unſerer Zeit an dem, was ſeinen ganzen Staat, was ſeine ganze Nation bewegt, nicht innigen Antheil nimmt, der iſt ein Philiſter.“ Selbſt der niederen Volksklaſſe ſollte eine ihren Verhältniſſen und ihrem Bildungsgrade entſprechende Belehrung über die Erzeugniſſe und Erſcheinungen der Natur durchaus nicht vorenthalten werden. Möchten die wohlthätigen Vereine, welche die geiſtige und ſittliche Veredlung der Menſchheit durch Verbreitung nützlicher Volksbücher ſich zum Ziele ihrer Wirkſamkeit geſetzt haben, beſonders auch für Mittheilung ſolcher Belehrungen in zweckmäßiger Form und Sprache Sorge tragen*).
Zu den ächt⸗chriſtlichen Vereinen, deren unſere Zeit ſo viele in das Leben ge⸗ rufen hat, gehören auch die Vereine gegen Thierquälerei. Wodurch aber könnte ihr edler Zweck wirkſamer gefördert werden, als wenn ein zweckmäßiger Unterricht in der Naturgeſchichte der Jugend aller Stände Liebe zur Natur einfloͤßte, ihr Gemüth für das Schöne und Große in der Natur erwärmte, und es mit Achtung und Be⸗ wunderung gegen die ſichtbaren Werke Gottes erfüllte?**).
Daß unter den verſchiedenen Zweigen der Naturgeſchichte die Botanik⸗*) als allgemeines Bildungsmittel, zumal auf den untern Stufen der Gelehrtenſchule, eine der erſten Stellen behauptet, iſt in den oben angeführten Programmen gezeigt worden. Zur Empfehlung derſelben ſei es mir erlaubt, hier noch einige ſchöne und paſſende Ausſprüche bedeutender Philologen und Pädagogen anzuführen. Nicht unintereſſant wird es ſein, zu leſen, wie ſehr ſchon im vorigen Jahrhundert ein Naſſauiſcher Gelehrter, der Pfarrer und Profeſſor der Philoſophie und Theologie Fuchs an der hohen Schule zu Herborn, die Beſchäftigung mit der Botanik und mit der Natur⸗ geſchichte überhaupt empfahl. Derſelbe theilt in den Dillenburger Intelligenznachrichten vom Jahre 1779 Stellen mit aus einer naturgeſchichtlichen Schrift des Profeſſors der Medicin und der orientaliſchen Sprachen Roſenbach zu Herborn vom Jahre 1626 †).
*)„Die Vereine zur Verbreitung nützlicher Bücher ſind in dem bücherreichen Deutſchland noch ſelten. Es fehlt ihnen der Eifer der Pietiſten, welche Millionen ihrer Traktätlein in die Welt ſenden, ohne zu ermüden, während man bei der Jubiläumsfeier der Erfindung der Buch⸗ druckerkunſt vergeblich an die Freigebigkeit der Nation zu Gunſten der Bücherverbreitung unter das Volk appellirt hat. Curtmann Schule und Leben. S. 237. 1
*)„Das Band der gemeinſamen Verpflichtung und Liebe, welches die Weſen der organiſchen Welt unter einander vereinigt, iſt noch nicht entdeckt worden; wenn man es kennen würde, würde man die, welche uns zu Hülfe kommen, achten lernen. Der Menſch würde ſeine Schutz⸗ herrſchaft über die ganze Natur ausdehnen, von dem kleinen Inſekte an, welches der weiblichen Blüthe, die auf einſamem Stengel allein weilt, den befruchtenden Kuß ihres Gatten überbringt, bis zu den ſtarken Thieren, die ſeine Freunde und Gäſte ſind.“ Aus einer Reiſebeſchreibung nach Braſilien und China, in Auszügen abgedruckt im Converſationsblatt der Frankfurter Ober⸗ poſtamts⸗Zeitung. 1844.
)„Dieſe unerſchöpfliche, ruhige, ewig gebende, mit reichen Blüthenketten an die Natur knüpfende Wiſſenſchaft.“ J. Paui,
*) Ueber die Gelehrſamkeit und die Schriften dieſes Roſenbach vergl. den obigen Aufſatz


