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oberſte Princip alles bildenden und wahren Selbſt⸗ und Jugendunterrichtes reprä⸗ ſentire, das Princip der Veranſchaulichung der Unterrichtsſtoffe.
Daß dieſes Princip aber in die Gelehrtenſchulen noch nicht überall, wenigſtens nicht in allen Unterrichtszweigen, ſeinem ganzen Umfange nach Eingang gefunden hat, und daß ſeine hohe Bedeutung für Geiſtes⸗ und Gemüthsbildung der Jugend ſelbſt von ausgezeichneten Gelehrten nicht immer ſo, wie es dasſelbe verdient, gewür⸗ digt wird, hat wohl hauptſächlich ſeinen Grund in dem Mangel pädagogiſcher Seminare für die Lehrer jener Schulen, ein Mangel, deſſen Beſeitigung, ſo ſehr auch ausgezeichnete Schulmänner ihre Stimmen für Gründung dieſer nothwendigen Anſtalten erhoben haben, von der nächſten Zukunft wohl noch nicht zu hoffen iſt. Dieſter weg ſagt über dieſen Gegenſtand:„Es fehlt den Männern, welche pädago⸗ giſche Seminare für die Gelehrtenſchulen ins Leben rufen müßten, die lebendige Anſchauung von den Nachtheilen, welche ſich ohne Seminare über den Unterricht und die Erziehung in höhern Lehranſtalten ergießen. Wie jener Cato bei jedem ſeiner Worte an Karthago erinnerte, müßte jeder deutſche Miniſterialrath im Unter⸗ richts⸗Miniſterium jeden ſeiner Vorträge und Vorſchläge mit der Erinnerung an höhere Seminare beginnen. Ich würde an ihrer Stelle keine Nacht ruhig ſchlafen.“ Wahrheit enthalten folgende Worte Braubachs:„Der wiſſenſchaftlich gebildete Lehrer i*ſt nicht auch der pädagogiſch gebildete; bei der größten Wiſſenſchaft beſteht oft die ſchlechteſte Lehrkunſt. Die ſchlechte Lehrkunſt iſt aber das größte Verderben der Schule“*).
Bevor die Univerſitäten durch Gründung zweckmäßig eingerichteter pädago⸗ giſcher Seminare auch zu einer tüchtigen pädagogiſchen und didaktiſchen Ausbildung für das höhere Lehrfach werden Gelegenheit gegeben haben, werden ſich auch die verjährten Vorurtheile nicht verlieren, welche noch immer viele Gymnaſiallehrer mit Geringſchätzung oder wohl gar Abneigung gegen die Naturkunde erfüllen, und dieſen für geſunde Geiſtesbildung der Jugend höchſt wichtigen Unterrichtszweig, wie andere
*) Curtmann„die Schule und das Leben“ S. 98. Brzoska die Nothwendigkeit päda⸗ gogiſcher Seminare auf der Univerſität und ihre zweckmäßige Einrichtung. Leipzig 1836. Gräfe über die Bedürfniſſe einer höheren pädagogiſchen Bildung der Geiſtlichen und Lehrer. Spil⸗ leke's Anſichten und Ausſprüche darüber theilt mit Wieſe in der Schrift:„Spilleke nach ſeinem Leben und ſeiner Wirkſamkeit dargeſtellt, Berlin 1842“ im Anhange. Vergl. ferner: O. Schulz:„über die praktiſche Bildung der künftigen Geiſtlichen für das Schulfach“ im Schul⸗ blatt für die Provinz Brandenburg 1843, I. Hier heißt es z. B.:„Während für die Bildung der Lehrer an niederen Schulen in jeder Provinz mehrere Seminare beſtehen, bleibt die Bildung für das höhere Schulamt ganz dem Zufalle oder dem eigenen Eifer derer, die ſich demſelben widmen, überlaſſen.... Am traurigſten ſteht es jedoch um die pädagogiſche Bildung des künftigen Geiſtlichen”— Sehr richtig bemerkt Mager(pädag. Revüe, 1843, II.) in Betreff der 5. Verſammlung des Vereins deutſcher Philologen:„das Alles iſt ſehr ſchön; es iſt auch ſehr ſchön, daß ſich neben dem allgemeinen deutſchen Philologen⸗Congreß für einzelne Provinzen Philologen⸗Verſammlungen bilden; die Lehrer der Mathematik und Naturkunde ſollten ſich auch zuſammenthun; es würde aber nicht minder ſchön ſein, wenn man endlich auch einmal wegen Schul⸗ und Unterrichtsſachen zuſammenkommen wollte.“
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